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Herforder Kreispolizei legt Statistik für 2018 vor – weniger Sachschäden

Mehr Schwerverletzte bei Unfällen

Bünde (WB). Zwar hat es auf den Straßen im Kreis Herford 2018 im Vergleich zum Vorjahr weniger Unfälle gegeben. Allerdings stieg die Zahl der Menschen, die sich dabei schwer verletzten.

Daniel Salmon

Im vergangenen Sommer war eine Frau in Herford auf einem Fußgängerüberweg an der Ackerstraße von einem Kleinbus erfasst worden. Sie war eine der insgesamt fünf Verkehrstoten, die es 2018 im Kreis Herford gab. Foto: Daniel Salmon

Das geht aus der jüngsten Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Kreispolizei am Mittwoch auf der Bünder Wache vorgestellt hat.

Demnach krachte es im Straßenverkehr zwischen Vlotho und Rödinghausen im Vorjahr 7274 Mal (2017: 7414). In 4946 Fällen blieb es dabei bei Sachschäden, gut fünf Prozent weniger als 2017. Um den gleichen Wert zog aber die Zahl der schweren Verkehrsunfälle an, die bei 2328 lag.

Mehr Personenschäden

Viele Unfallfluchten

Nach wie vor hat die Polizei im Kreis Herford mit einer hohen Zahl von Unfallfluchten zu kämpfen. So machten sich 2018 in 1404 Fällen die Verursacher einfach unerlaubt aus dem Staub (2017: 1353). Bei 73 dieser Taten wurde Personen verletzt, 2017 waren es 51. Die Schwerpunkte bei Unfallfluchten mit Verletzten im Kreisgebiet liegt in den Städten Herford (25), Bünde (17) und Löhne (14). In Rödinghausen, Kirchlengern und Spenge wurden jeweils nur zwei Fälle registriert.

»Wir hatten auch deutlich mehr Unfälle mit Personenschäden«, erklärte Hans-Joachim Gronau, seit letztem Jahr Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizei. Von den 996 (2017: 860) verletzten Personen zogen sich 746 (692) leichte Blessuren zu. 208 (162) mussten für mindestens 24 Stunden im Krankenhaus bleiben, galten somit als schwer verletzt. Fünf Verkehrsteilnehmer (2017: 6) verstarben an den Folgen eines Unfalls – darunter zwei Radfahrer in Bünde sowie eine Fußgängerin, die im Juli 2018 in Herford von einem Kleinbus erfasst worden war.

»Zwar sind weniger Menschen im Straßenverkehr gestorben, ein Grund zur Freude ist das aber nicht«, so Gronau, der lieber gar keine Verkehrstoten beklagen würde. Immerhin: Die Wahrscheinlichkeit, im Kreisgebiet bei einem Unfall verletzt zu werden, ist niedriger als der Vergleichswert für NRW .

Weniger Tempounfälle

Was auffällt: Die Zahl der Unfälle, die auf zu hohe Geschwindigkeiten zurückzuführen sind, ist um mehr als 30 Prozent gefallen. 2018 hatte die Polizei 90 Crashs registriert, die auf ein zu flottes Tempo zurückzuführen sind. Im Jahr zuvor waren es noch 132.

Eine Steigerung verzeichneten die Beamten allerdings bei der Zahl der Unfälle, an denen Fußgänger beteiligt waren. Trotz der 97 Fälle (+27), bei denen 90 Passanten (+22) verletzt wurden, liegt der Kreis Herford in dieser Statistik ebenfalls unter dem landesweiten Durchschnitt.

Sorge um junge fahrer

Sorgen macht der Polizei die Gruppe der »Jungen Erwachsenen«, die am Straßenverkehr teilnehmen – also die 18- bis 24-Jährigen. Obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung des Kreises Herford nur 7,6 Prozent beträgt, waren sie 2018 an 16,2 Prozent aller schweren Unfälle beteiligt. Bei 261 von 369 (2017: 366) Crashs konnten die jungen Fahrer zudem als Unfallverursacher ausgemacht werden. Aufgrund dieser Zahlen wollen die Ordnungshüter diese Gruppe weiterhin im Fokus der polizeilichen Arbeit – sowohl präventiv als auch repressiv – behalten.

Mehr Handyverstöße

Laut Gronau hat es im vergangenen Jahr im Kreis keinen Unfall gegeben, der auf die Nutzung von Smartphones am Steuer zurückzuführen sei. Dennoch haben die Beamten mehr Radler und Autofahrer erwischt, die ihre Geräte unerlaubt nutzten. Von knapp 2000 stieg die Zahl der erfassten Delikte auf 2496. Wie gefährlich die Nutzung der Geräte im Straßenverkehr ist, unterstrich Polizeidirektor Dirk Zühlke: »Einmal aufs Display schauen, erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit um das Fünffache. Draufgucken und etwas eintippen sogar um das Zwölffache.«

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