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Archäologisches Fenster in Herford: Projekt könnte um 450.000 Euro teurer werden

Mehrkosten für Präsentation

Herford

Das Archäologische Fenster am Münster (AFaM) scheint teurer zu werden als geplant. Die Baukosten für das Ensemble, das an die bedeutende Herforder Stiftsgeschichte erinnern soll, waren mit 3,3 Millionen Euro angegeben.

Ralf Meistes

Der Entwurf des Büros Pfeiffer, Ellermann und Preckel. In der Mitte die Wolderuskapelle, links der geplante Neubau. Foto: Preckel

Für Innengestaltung und mediale Präsentation sollen nun weitere Kosten in Höhe von 450.000 Euro entstehen, für die am Ende die Stadt aufkommen müsste. Am Donnerstag beschäftigte sich der Bauausschuss mit den Plänen, wobei Mehrkosten kein Thema waren.

In der Sitzung wurde von mehreren Parteien und Gruppierungen die Hoffnung geäußert, dass die Stadt mit dem Projekt im Kostenrahmen bleibt. Da war bereits durchgesickert, dass das Architekturbüro Pfeiffer, Ellermann, Preckel (Münster) die Stadt über mögliche Mehrkosten informiert hatte.

Demnach sollen für die mediale Präsentation Mehrkosten in Höhe von 240.000 Euro entstehen. Weitere 200.000 Euro würden für die Innengestaltung und Glaselemente notwendig. Die Gesamtkosten waren bislang mit 3,3 Millionen Euro beziffert worden, wobei die Dieter-Ernstmeier-Stiftung und der Herforder Geschichtsverein der Stadt eine Co-Finanzierung von 1,7 Millionen zugesichert haben. Der Bund fördert das Ensemble mit 1,5 Millionen. Derzeit werden bei der Stadt Überlegungen angestellt, ob durch Einsparungen in anderen Bereichen der Planung die benötigten 450.000 zum Teil wieder herausgeholt werden könnten.

Mit dem Archäologischen Fenster am Münster soll die Geschichte der Fürstabtei im Mittelalter sichtbar gemacht werden.Unter anderem soll an einigen Stellen Grabungsfläche freigelegt werden. In einem Wettbewerbsverfahren hatte sich der Entwurf des Münsteraner Büros Pfeiffer, Ellermann, Preckel 2019 durchgesetzt. Verläuft alles nach Plan, soll das AFaM am 3. April 2022 eröffnet werden. Es wäre der Tag, an dem der 2001 verstorbene Unternehmer und Mäzen Dieter Ernstmeier Geburtstag hätte.

Elke Verfürth von der Stadtplanung stellte am Donnerstag die AFaM-Pläne noch einmal vor. Demnach sollen in einem Gebäude die Grabungsfunde präsentiert werden. Zudem soll es einen Raum mit diversen Bildschirmen geben, auf denen per Animation an das Leben und die Zeit des Stiftes erinnert wird. Darüber hinaus gibt es ein weiteres, in Teilen offenes Gebäude, das eine Verbindung zur Münsterkirche herstellt. Dazu wird ein zugemauerter Eingang zur Kirche wieder freigelegt. Beide Gebäude erhalten einen Aufzug und sind somit barrierefrei. „Das war bei den letzten Plänen noch nicht so vorgesehen“, gab sich Marion Maw (CDU) erleichtert, dass auf die Belange der Menschen mit Behinderungen Rücksicht genommen worden ist.

Während Herbert Even (Die Grünen) das Projekt lobte, zeigte sich Heinz-Günther Scheffer (Liste 2004) enttäuscht. Das geplante Haus in Schlichtbauweise werde der einmaligen Stiftsgeschichte nicht gerecht. „Dieter Ernstmeier würde sich im Grabe umdrehen“, sagte Scheffer.

Werner Seeger (CDU) wies darauf hin, dass die jetzigen Pläne das Ergebnis intensiver Beratungen gewesen seien. Ähnlich äußerte sich Even: „Die Planung ist das Ergebnis eines Wettbewerbs und einer Übereinkunft zwischen Geschichtsverein und Ernstmeier-Stiftung. Das mag nicht jedem gefallen, aber es ist von einer breiten Mehrheit getragen worden.“ Lediglich Heinz-Günther Scheffer stimmte gegen die weitere Planung.

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