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Bünder fotografiert Naturphänomen – Experte sagt: »Besonders schönes Exemplar«

Mini-Wirbelsturm fegt über Acker

Bünde  (WB). Beeindruckende Begegnung der stürmischen Art: Über ein Feld, das direkt an das Grundstück von Thomas Senge grenzt, ist am Samstag ein kleiner Wirbelsturm gezogen. Der Bünder fackelte nicht lange und knipste das Naturschauspiel mit dem Smartphone.

Daniel Salmon

Mit einem Durchmesser von zwei und einer Höhe von gut zehn Metern fegte dieser kleine Wirbelsturm am Samstag über ein Feld am Habighorster Weg. Bei dem Naturschauspiel handelte es sich laut Deutschem Wetterdienst um einen Staubteufel. Foto: Thomas Senge

»Der kleine Windsäule wirbelte Staub und Blätter bestimmt mehr als zehn Meter in die Höhe und hatte einen Durchmesser von gut zwei Metern«, schildert der 56-Jährige. Die windige Beobachtung machte Senge etwa gegen 17.15 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade von der Arbeit heimgekehrt, als ihn seine Lebensgefährtin Karin Nordhorn auf die Terrasse rief.

Nur wenige Meter von dem Paar entfernt schraubte sich die Windsäule in die Höhe. »Es war eigentlich ganz windstill. Ich habe schnell die Bilder und ein kleines Video gemacht, dann haben wir uns ganz andächtig das Schauspiel angesehen. Ich muss sagen, dass war ganz schön laut. Ein ziemliches Rauschen war zu vernehmen.« Im Zickzackkurs pflügte das Naturphänomen über das Feld am Habighorster Weg. »Gut eine Viertelstunde haben wir die Windsäule beobachtet, die sich in Richtung Hof Potthoff bewegt hat. Der liegt einige hundert Meter von unserem Grundstück entfernt«, sagt Senge.

Experte identifiziert Phänomen als »Staubteufel«

Bei dem kleinen Wirbelsturm handelte es sich nach Aussage von Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des Deutschen Wetterdienstes (DWD), um einen so genannten Staubteufel. »Davon bilden sich im Sommer Tausende. Aber dieser ist wirklich ein schönes Exemplar, so etwas habe ich selten gesehen«, sagt der Experte nach dem Studium der Bilder aus Bünde.

Ein Staubteufel, auch Kleintrombe genannt, entsteht, wenn der Erdboden durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt wird. Die wärmere Luft steigt ruckartig nach oben, dreht sich dabei im Kreis. Durch Staub oder Erde wird die rotierende Luftsäule sichtbar. »Im Gegensatz dazu bilden sich Tornados, die auch als Großtromben bezeichnet werden, aus Schauer- und Gewitterwolken heraus. Staubteufel entstehen hingegen bei schönem Wetter vom Boden her. Und wenn die Bedingungen günstig sind, bestehen sie in der Tat bis zu 15 Minuten, werden dabei 30 bis 40 Meter hoch«, sagt der Tornadobeauftragte.

Andreas Friedrich rät, den kleinen Wirbelstürmen nicht zu nahe zu kommen: »Die Windgeschwindigkeiten betragen auf einer sehr begrenzten Fläche zwischen 50 und 80 Stundenkilometer. So ein Staubteufel kann Zelte, Tische oder Hollywood-Schaukeln in die Höhe reißen. Da sollte man nicht hineingeraten.«

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