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Naturschutzbund plant Tour durch drei Kommunen – Protest gegen Flächenfraß

Mit dem Rad zum Klimastreik

Bünde/Rödinghausen

Eine bessere Welt ist möglich – unter diesem Motto rufen die Aktivisten von Fridays for Future für den 24. September bundesweit zum Klimastreik auf. Auch der Naturschutzbund (Nabu) im Kreis Herford nimmt an jenem Tag daran teil und organisiert Kundgebungen in Rödinghausen, Bünde und Kirchlengern.

Willi Niemeier, Friedhelm Diebrok, Alois Bich und Hubert Wiebeler (von links) werben für die Teilnahme am Klimastreik, der unter anderem vom Nabu-Kreisverband Herford organisiert wird. Foto: Hilko Raske

Verbunden werden die drei Stationen mit einer klimafreundlichen Radtour. Weitere teilnehmenden Gruppen sind der BUND Herford, die Bürgerinitiative Rödinghausen, Südlengern for Future, Fridays for Future Bünde sowie der Weltladen Salida.

Nach den katastrophalen Starkregenereignissen dieses Sommers werden die Schuldzuweisungen immer lauter, so der Nabu. Seitens der Kommunen werde oft auf die Entscheidungen der Vergangenheit verwiesen. „Wir fragen uns, warum auch heute noch von den Kommunen derartige Entscheidungen getroffen werden. Was muss noch passieren, damit hier endlich ein konsequentes Umdenken stattfindet und der präventive Erhalt von klimawirksamen Freiflächen mehr Gewicht bekommt? Was nützen Mehreinnahmen im städtischen Haushalt durch neue Industrie- und Baugebiete auf den kritischen Grundstücken, wenn die Folgewirkungen viel gravierender und teurer sind und der langfristige Nutzen als Grünfläche überwiegen wird?“, fragt der Nabu-Kreisvorsitzende Friedhelm Diebrok.

Drei beispielhafte Flächen haben sich die Organisatoren ausgesucht um zu zeigen, welche gravierenden Nachteile eine Bebauung dort für Menschen und Tiere zukünftig hätte. So beginnt die Kundgebung am 24. September um 9.30 Uhr in Rödinghausen an der Rüschener Straße/In der Flage im Ortsteil Bieren mit einem Klimafrühstück (Lunch-Tüten mit Bio-Brötchen, Obst und Gemüse, gegen Spende). „In direkter Nachbarschaft könnte dort ein großes Industriegebiet in der bäuerlichen Kulturlandschaft entstehen“, so Diebrok. Besonders problematisch ist aus Sicht der Organisatoren zum einen die Hangneigung der Fläche, wodurch Starkregen durch die großflächige Versiegelung nach Schwenningdorf abfließen würde. Zum anderen speicherten die sehr tiefgründigen Ackerböden klimawirksam viel CO2 und Wasser und die Landschaft würde nachhaltig Schaden nehmen.

Mit dem Rad geht es dann nach Bünde. Unterwegs geht die Tour vorbei an Windrädern in Bieren und der Passivturnhalle in Ennigloh als Beispiele für klimaschonende Projekte. Um 12 Uhr treffen die Radelnden in Bünde auf der Grünfläche am Feldmarkfriedhof an der Herforder Straße ein. Hier hatte der Nabu mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern gefordert: „Dies Grün muss bleiben!“ und sich für den Erhalt des 9000 Quadratmeter großen parkähnlichen Grundstücks eingesetzt. Eine Antwort von Politik und Verwaltung steht immer noch aus, deshalb soll es hier um die Frage gehen: Was wird jetzt aus der Fläche? An einem während der Versammlung gepflanzten Baum können alle Fragenden ihre Wünsche für die Fläche und Forderungen zum Klima- und Artenschutz in Bünde aufhängen.

Letztes Ziel ist um 14 Uhr Kirchlengern-Oberbehme. Auf 30 Hektar fruchtbaren Ackerboden in Hanglage planen die Gemeinden Kirchlengern und Hiddenhausen zwischen der B239 und der begradigten Werre eine Erweiterung des bestehenden interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes.

Die Bürgermeisterin und die Bürgermeister der drei Kommunen und der Landrat des Kreises sind für eine Teilnahme vor Ort angefragt worden. Die teilnehmenden Gruppen laden alle Interessierten zur Radtour und den Kundgebungen vor Ort ein.

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