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Bünder berichtet von seinen Erlebnissen beim »Baltic Sea Circle«

Mit Ekel-Fisch durch Schweden

Bünde/Gimsøya (WB). Einmal Nordkap und zurück: Mit ihrem 28 Jahre alten VW Scirocco sind der Bünder Sven Schüngel und sein Kumpel Sven Jörgenshaus am vergangenen Samstag in Hamburg bei der Charity-Rallye »Baltic Sea Circle 2017« an den Start gegangen. Das WESTFALEN-BLATT berichtet über abenteuerliche Reise für den guten Zweck.

Daniel Salmon

Ziemlich ekelig: »Wir mussten eine geöffnete Dose Surstromming – stinkender Fisch, das Nationalgericht in Schweden – über 200 Kilometer im Autoinnenraum mitführen. Das Zeug riecht widerlich«, sagt Sven Schüngel. Foto: Sven Jörgenshaus

Die Tour führt 14 Tage lang durch zehn Anrainer-Staaten der Ostsee. Zunächst ging’s für die VW-Piloten, die sich den Teamnamen »Die schrecklichen Svens« gegeben haben, von Fehmarn mit der Fähre nach Dänemark. Noch am ersten Rallye-Tag fuhren sie mit ihrem Kultauto weiter nach Schweden. Zur Orientierung dürfen die beiden – wie übrigens alle anderen der mehr als 250 Teams auch – nur Straßenkarten nehmen. Navis sind tabu.

Dort stand auch die erste Tagesaufgabe an, die sie für die Rallye-Veranstalter dokumentieren müssen: eine Wikingertaufe, bei der Wasser und Luft von der Ostsee, Sand aus Dänemark und das Holz eines schwedischen Baums zum Einsatz kamen. »Denn nicht die schnellsten Teilnehmer gewinnen die Rallye, sondern die, die bei den Aufgaben am meisten Punkte einheimsen«, so Schüngel. Er fährt fort: »Bei der Aufgabe musste man mit allen ›Zutaten‹ auf dem Rücken um einen Steinkreis laufen.«

Tour durch die Natur

Weiter ging’s am zweiten Tag in die Nähe der Stadt Ryd. Dort galt es für die Teams, einen alten Autofriedhof zu finden. Schüngel: »Über Kristianstad sind wir durch die unglaublich schöne Natur Südschwedens, vorbei an Schlössern bis nach Ryd gefahren, um mutterseelenallein das ganze Areal um 4 Uhr morgens für uns zu haben.«

Nach einer kurzen Schlafpause hieß es dann Kilometer machen. »Die Tour führte uns an Växyö, Jönköping, Örebro und Ludvica weiter bis ins Areal Mora, wo wir uns mit dem Team ›The Fall Guys‹ zum gemeinsamen Campen getroffen haben«, so der Bünder.

Für den guten Zweck

Jedes Team der Charity-Rallye sammelt Spenden für gemeinnützige Vereine und Organisationen. Die »schrecklichen Svens« unterstützten »The Black Fish«, haben für die Organisation, die sich für den Erhalt der Ökologie der Meere einsetzt, bereits 2090 Euro auf dem Spendenkonto. Unter dem Stichwort »Für die Ostsee um die Ostsee!« können Interessierte das Duo auf dem Spendenportal www.betterplace.org unterstützen.

Die Strecke des Tages führte die Scirrocco-Fahrer von Mora über Östersund nach Vilhelmina und dann über Nebenstrecken nach Norwegen in Richtung Mojøen und Mo i Rana. »Nachts haben wir bei 8 Grad und Regen nahe Kilboghamn dann das Zelt aufgebaut«, berichtet der 39-Jährige.

Sprung ins Eismeer

Ziemlich ekelig war eine weitere Challenge. Schüngel: »Wir mussten eine geöffnete Dose Surstromming – stinkender Fisch, das Nationalgericht in Schweden – über 200 Kilometer im Autoinnenraum mitführen. Das Zeug riecht widerlich.«

In Bodø setzte das Team mit der Fähre auf die Lofoten über. «Die Natur dort hat uns kaum noch aus dem Staunen herauskommen lassen«, schildert der Bünder. In Gimsøya schlug das Duo seine Zelte auf. Dort stand am fünften Tag der Tour mit allen Rallyeteams ein großes Treffen auf dem Programm. »Wir haben am Strand ›Viking Games‹, unter anderem mit Tauziehen, Zielwerfen und Sackhüpfen veranstaltet und sind dabei bis ins Finale gekommen.« Gegen Mitternacht hüpfte Schüngel dann mit anderen Teilnehmern ins Eismeer: »Das war echt verdammt kalt«, sagt er.

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