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Altes Gebäude in Bünde mit Fest verabschiedet – Baubeginn für neuen Komplex noch im Frühjahr geplant

Moschee-Abriss wirbelt reichlich Staub auf

Bünde (WB). Holzbalken und Betonbrocken krachen zu Boden, wirbeln dabei reichlich Staub: An der Amtshausstraße hat jetzt der Abriss der alten Moschee begonnen. Binnen eineinhalb Jahren soll an gleicher Stelle ein neues Gebets- und Kulturzentrum entstehen.

Annika Tismer und Daniel Salmon

Mit Karacho schlägt der Bagger-Greifer am Montagmorgen Stücke der Dach- und Obergeschoss-Konstruktion aus dem alten Gebäudekomplex. Das wirbelt wortwörtlich viel Staub auf. Daher spritzt ein Mitarbeiter des Abrissunternehmens mit einem Schlauch Wasser in die Höhe. Foto: Daniel Salmon

Emsig geht ein kleiner Arbeitertrupp am Montagmorgen zu Werke. Ein Bagger-Greifer gräbt sich Stück für Stück durch die alte Gebäudesubstanz, lädt den Bauschutt in bereitgestellte Mulden. Ein Mitarbeiter des beauftragten Abrissunternehmens schickt mit einem Schlauch einen Wasserstrahl in Richtung Dach, um die Staubentwicklung zumindest etwas einzudämmen.

Mehr als drei Jahrzehnte lang war der Gebäudekomplex das Domizil der türkisch-islamischen Gemeinde der Elsestadt. Die neue Moschee mit ihren Veranstaltungsräumen soll die dritte Anlaufstelle der Gemeinde sein, die sich 1976 in Bünde gegründet hatte. Ganz am Anfang waren die Vereinsräume über dem ehemaligen Fahrradgeschäft Marquart am Bahnhof und der Gebetsraum beim damaligen Unternehmen Coca-Cola Diekmann.

Abbruchparty zum Abschied

Mit einer Abrissparty haben sich die Bünder Muslime bereits am Sonntagnachmittag von ihrer alten Moschee verabschiedet. Bei typisch türkischen Speisen und Getränken konnten die zahlreichen Anwesenden – darunter auch viele Politiker sowie Bürgermeister Wolfgang Koch – beobachten, wie erste Teile des Gebäudes abgerissen wurden. „Es ist zunächst einmal ein symbolischer Beginn“, sagte Necmettin Kayali, Geschäftsführer des türkisch-islamischen Kulturvereins, mit Blick auf den Start der „richtigen“ Abbrucharbeiten am Montag.

Dem Fest vorangegangen waren vier Wochen harter Arbeit, bei denen die alte Moschee leer geräumt und komplett entkernt wurde. „Jeden Samstag haben hier 50 bis 60 Ehrenamtliche dabei geholfen, Fenster oder Teppiche herauszureißen“, sagte er. Nun aber würden sich alle Gemeindemitglieder auf den Neubau freuen. „Wenngleich man natürlich auch viele Erinnerungen an die Zeit in diesem Haus hat“, so der Vereinsgeschäftsführer. So sei das Gebäude, welches seit den 1980ern von den Bünder Muslimen genutzt wurde, zunächst eine Anlaufstelle für Fragen derjenigen gewesen, die damals oftmals kein Deutsch sprachen. Daneben sei es aber auch ein Ort für Gebete gewesen.

Neue Moschee mit Aufzug

„Heute ist es weit mehr. Wir haben uns zunehmend geöffnet, feiern hier Feste, geben Deutschkurse oder haben uns auch von hier aus für Flüchtlinge eingesetzt“, so Kayali. Aus eben diesem Grund sei es umso wichtiger, neue Räumlichkeiten zu schaffen, die für solche Aktivitäten noch mehr genutzt werden könnten.

Wie berichtet , soll das neue Gebäude der Gemeinde gegenüber der Bünder Musikschule auf einer Grundfläche von gut 450 Quadratmetern errichtet werden. Geplant ist eine dreigeschossiger Bau inklusive Keller mit einer Kuppel und einem Minarett. Der Komplex soll über einen barrierefreien Zugang verfügen und mit einem sprachgesteuerten Aufzug ausgestattet werden. Kostenpunkt: rund 1,35 Millionen Euro, die aus Vereinsgeldern und Bankdarlehen stammen. Begonnen werden soll mit den Arbeiten noch im Frühjahr. Bis die neue Moschee fertig ist, versammeln sich die Gemeindemitglieder zu ihrem Freitagsgebet im einem Saal des Bünder Stadtgartens.

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