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Bünder Schulleiterin warnt vor dem Schüren von Ängsten

Nach Grundschulvorfall: Mitteilungsflut auf Facebook

Bünde (WB). Auch an Bünder Schulen, von denen bisher keine Vorfälle bekannt sind, bei denen fremde Männer Kinder angesprochen haben sollen , ist die Sorge der Eltern groß. Das machte Bettina Wolff, Schulleiterin in Bustedt, im Jugendhilfeausschuss deutlich. Sie warnte zugleich vor dem Schüren von Ängsten.

Daniel Salmon

Laut Grundschulleiterin Bettina Wolff könnte die „Flut von Mitteilungen in Whatsapp- und Facebookgruppen“ auch Ängste schüren. Foto: dpa

„In den letzten vier Tagen habe ich fast 150 Telefonate mit besorgten Eltern, Großeltern und Anwohnern geführt“, sagte die Pädagogin. Sie verwies auf eine enge Vernetzung der Bünder Grundschulleiter, durch die sie sich schnell über die mutmaßlichen Ereignisse haben austauschen können. Kritisch blickte Wolff auf die „Flut von Mitteilungen in Whatsapp- und Facebookgruppen“: „Man schaukelt sich so hoch, dass eher Angst bei Eltern und Kindern geschürt wird, als dass eine zielgerichtete Aufarbeitung möglich wird.“ Die Polizei müsse die Chance bekommen, zielgerichtet zu ermitteln.

Gleichzeitig betonte sie, wie wichtig es sei, dass das Thema Prävention gegen Gewalt an Kindern gleich welcher Art in Schulen, Kitas und auch im offenen Ganztag immer wieder auf die Agenda komme. Dieser Zeitung erklärte Wolff, dass an ihrer Grundschule beispielsweise das Schreien besonders geübt werde. „Wir trainieren mit den Kindern, dass sie lautstark auf sich aufmerksam machen, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt oder sie sich in einer Situation unwohl fühlen: Etwa, wenn sie von jemandem angesprochen werden, den sie nicht kennen.“

Vereinzelte Vorfälle

Zudem berichtet die Schulleiterin, dass es in den vergangenen Jahren vereinzelt immer mal wieder Fälle gab, bei denen Fremde vor der Schule Mädchen oder Jungen ansprachen. „Willst du meinen Hund streicheln“ oder „Ich habe was Süßes für dich“, seien typische Sätze gewesen, die gefallen sein sollen. Allerdings: Hinter so gut wie allen Fällen habe keine böse Absicht gesteckt. „Unsere Kinder haben uns meist sofort informiert und wir konnten die Unbekannten oft direkt antreffen. Dabei kam raus: Die haben sich einfach nichts dabei gedacht, als sie die Schüler ansprachen.“

Dennoch, so Wolff, hätten die Mädchen und Jungen stets richtig reagiert – weil sie eben ein ungutes Gefühl hatten. In anderen Fällen habe man sich zur Aufklärung Unterstützung vom Jugendamt geholt, einmal in ihren elf Jahren an der Schule sei auch die Polizei involviert gewesen. „Manchmal kam heraus, dass sich die Kinder auch einfach nur wichtig machen wollten“, so Wolff. Sie appelliert daher auch an die Eltern, die Persönlichkeit ihrer Kinder zu stärken und Situationen, wie in den aktuellen Fällen, thematisieren. Es wäre wünschenswert, wenn neben der Schule an dieser Stelle auch die Elternhäuser tätig würden.

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