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Bünder Schulausschuss votiert für „große“ Lösung – Grüne fordern Öko-Bilanz

Neue Zweifach-Sporthalle für die Realschule Mitte

Bünde (WB)

Die Realschule Bünde-Mitte soll eine neue Zweifach-Sporthalle bekommen. Kostenpunkt: etwa 4,5 Millionen Euro. Die Mitglieder des Schulausschusses sprachen sich mehrheitlich für das Projekt aus. Einwände gab es von den Grünen.

Daniel Salmon

Die alte Einfachsporthalle an der Realschule Mitte soll abgerissen werden und Platz für eine neue Zweifach-Sporthalle machen. Foto: Daniel Salmon

Ursprünglich hatte die Verwaltung drei Alternativen ins Spiel gebracht: Die erste Variante sah vor, dass die Einfachsporthalle zwar instand gesetzt, aber grundsätzlich wie gehabt erhalten bleiben soll (Kosten: rund eine Million Euro). Bei der zweiten Variante hätte die vorhandene Einfachsporthalle abgerissen und durch ein Gebäude gleicher Größe ersetzt werden sollen (Kosten: 2 bis 2,4 Millionen Euro). Die dritte Alternative – für die sich nun auch die Politiker entschieden – sieht ebenfalls einen Abriss vor. Die alte Halle soll aber durch den Neubau einer Zweifachsporthalle ersetzt werden.

Für Variante 3 hatte sich jüngst die Schulkonferenz der Bildungseinrichtung am Strotweg ausgesprochen. Unter anderem sah das Gremium deutliche Vorteile eines größeren Baus darin, dass dann zeitgleich zwei Klassen dort unterrichtet werden könnte. Zudem müsste die BTW-Halle in Ennigloh nicht weiter für den Sportunterricht genutzt werden. Die Transportkosten – die Schüler müssen mit dem Bus dorthin gebracht werden – würden entfallen und es bleibe mehr Zeit für den eigentlichen Unterricht.

Die Grünen sahen sich in der Sitzung des Ausschusses allerdings noch nicht in der Lage, sich für eine der drei auf dem Tisch liegenden Lösungen auszusprechen. „Uns fehlt ein entscheidender Parameter für eine Entscheidung: die berühmt-berüchtigte CO2-Bilanz“, sagt Ratsherr Christian Kowalewsky. Man wolle die Nachhaltigkeit der Varianten – also die Auswirkungen auf die Umwelt – vergleichen und dann erst entscheiden, sagt er.

Nach Angaben von Olaf Schürmeyer von den Bünder Kommunalbetrieben könne ein Unternehmen aus Hameln zwar entsprechende CO2-Bilanzen binnen acht Wochen liefern, aber die übrigen Parteien wollten in der Sache nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen und sprachen sich gegen das von den Grünen geforderte Gutachten aus.

Wolfgang Pohl (SPD) meinte, dass der Neubaubau einer Zweifachsporthalle am Strotweg „enorme Vorteile“ für die Realschule und die Bünder Sportvereine bringe. „Und wir gehen selbstverständlich davon aus, dass alle Möglichkeiten, CO2-arm zu bauen, auch ausgenutzt werden, dafür gibt es bereits Beschlüsse an anderer Stelle hier im Haus.“

Entweder wolle man die Zweifachhalle und diese nachhaltig bauen. Wolfgang Pohl: „Oder wir bauen sie nicht, wenn eine Prüfung ergibt, dass die Sanierung der alten Einfachhalle CO2-neutraler ist. Ich würde dem aber nicht zustimmen, ich will die größere Halle. Alles andere macht keinen Sinn.“

Heinz Georg Beneke (CDU) sprach sich ebenfalls für die größere Lösung aus. „Wenn die Renovierung der alten Halle eine günstigere CO2-Bilanz ergibt, wollen wir uns als Schulpolitiker dann wirklich für deren Erhalt einsetzen, auch wenn wir wüssten, dass die Zweifachhalle schulpolitisch die bessere Lösung wäre?“, fragte er Richtung der Grünen. Er forderte außerdem, die Verträge für die Nutzung der BTW-Halle aufzukündigen, wenn die Realschule eine größere Halle bekommt.

Zwar stimmte der Ausschuss noch über die Erstellung eines CO2-Gutachtens ab, bis auf die Vertreter der Grünen stimmte aber niemand dafür. Für den Sporthallen-Neubau unter Berücksichtigung der Anmerkung von CDU-Mann Beneke sprach sich daraufhin schließlich die Mehrheit der Politiker aus. Die Grünen enthielten sich.

Im Nachklapp zur Sitzung betonte Grünen-Ratsherr Kowalewsky, dass seine Fraktion aus schulpolitischer Sicht zwar auch durchaus eine neue Zweifachsporthalle befürworte: „Wir sehen da in der Tat auch viele Vorteile. Aber man kann heutzutage bei öffentlichen Großprojekten mit einem Millionen-Eurovolumen nicht auf eine Prüfung der CO2-Bilanz verzichten, wenn man den Klimawandel ernst nimmt.“

Gerade die Stadt müsse bei ihren Projekten eine Vorreiterrolle einnehmen, was die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz angehe, um als Vorbild für private Bauherren zu dienen. „Die acht Wochen, die die Erstellung eines Gutachtens gedauert hätte, hätten wir bei einem Projekt dieser Größenordnung noch gehabt“, sagt Kowalewsky.

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