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Neue Schottland-Ausstellung im Museum informiert abseits der gängigen Klischees

Nicht nur Whisky und Dudelsäcke

Bünde  (WB). Schlösser, Dudelsäcke und das Ungeheuer von Loch Ness – spricht man über Schottland, fallen einem sofort die üblichen Klischees ein. Doch was verbirgt sich hinter diesen gängigen Bildern? Dass Schottland mehr ist als die Heimat von Sean Connery und des weltweit besten Whiskys will eine Ausstellung zeigen, die vom 25. Oktober an im Museum Bünde zu sehen ist. Auf die sonst übliche Eröffnungsveranstaltung wird mit Blick auf die Corona-Pandemie verzichtet, sagt Museumsleiter Michael Strauß.

Hilko Raske

Museumsleiter Michael Strauß im Nachbau einer steinzeitlichen Opferstätte. Die geheimnisvollen Steinkreise, wie sie unter anderem auf den Orkney-Inseln zu finden sind, sind ein Thema der Ausstellung. Foto: Hilko Raske

Doch was erwartet den Besucher? Er darf sich auf eine spannende Reise durch die Historie Schottlands einstellen, das bereits vor 10.000 Jahren von ersten steinzeitlichen Jägern und Sammlern durchstreift wurde. Rätselhafte Steinkreise, die 5000 Jahre alt sind, steinzeitliche Dörfer, die auf den nördlich gelegenen Orkney-Inseln entdeckt wurden, aber auch die beeindruckenden Schlösser, die für jeden Schottlandbesucher ein Muss sind, werden in eindrucksvollen, großformatigen Fotos präsentiert. Zwischen Highlands, Hochmooren und den wild zerklüfteten Küsten wird so ein Bogen gespannt, der die faszinierende Geschichte des kargen Landes mit seiner interessanten Gegenwart verbindet.

Nun wäre das Dobergmuseum – und hier wird die Ausstellung gezeigt – nicht das Dobergmuseum, wenn nicht auch auf die Geologie, die Erdgeschichte sowie die Tier- und Pflanzenwelt Schottlands eingegangen würde. Und so sind die Versteinerung von Quastenflossern oder der Schädel eines Scottish-Blackface-Widders zu sehen. Etwa 400 Millionen Jahre alt sind die ältesten ausgestellten Fossilien, die nahe der Ortschaft Rhynie gefunden wurden: Pilze, Algen, Flechten und Landpflanzen. Nur wenige Millionen jünger sind die fossilen Fische der Orkney-Inseln. Im Vergleich wirkt das Skelett der Seekuh, die im Doberg entdeckt wurde, mit einem geschätzten Alter von „nur“ 25 Millionen Jahre geradezu jugendlich.

Für den Besucher der Ausstellung besonders beeindruckend ist der Nachbau einer steinzeitlichen Opferstätte. „Dazu werden auch Landschaftsmodelle mit Steinkreisen gezeigt“, gibt Strauß schon einmal einen Ausblick auf die Ausstellung. Anhand dieser Modelle lasse sich gut verdeutlichen, dass astronomische und jahreszeitliche Aspekte eine wichtige Rolle spielten, erklärt der Museumsleiter.

Lange nach den Erbauern der Steinkreise, etwa vor 2500 Jahren, kamen die Kelten in die Region und prägten Schottland, das seine Eigenarten bis heute bewahrt hat. So hat Schottland heute noch ein eigenes Parlament und eine eigene Fußballnationalmannschaft. Und in Zeiten des Brexits wird bei den Schotten der Ruf nach Unabhängigkeit lauter ...

Zu sehen ist die Schottland-Ausstellung bis zum 16. Mai 2021 zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums.

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