Landrat Jürgen Müller zeigt sich erfreut über Rückgang der Corona-Zahlen im Kreis Herford

„Notbremse“ wird gelockert

Kreis Herford (WB)

Der Inzidenzwert des Kreises Herford liegt, Stand Freitag, fünf Werktage in Folge unter dem Wert von 150. Darum gelten ab kommendem Montag, 17. Mai, neue Regeln für den Einzelhandel. Das hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) jetzt bestätigt.

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Jetzt sind es noch 630 akute Infektionen, die sich auf das Kreisgebiet verteilen. Foto: Kreis Herford

In einer aktuellen Allgemeinverfügung vom 14. Mai hat das Land die Unterschreitung des Grenzwertes festgestellt.

Darüber zeigt sich Landrat Jürgen Müller erfreut: „Nach langer Zeit gibt es endlich wieder eine positive Entwicklung in der Pandemielage. Im Kreisgebiet haben wir nun seit Anfang Mail sinkende Inzidenzwerte, auch landes- und bundesweit ist diese Tendenz zu beobachten. Wir können alle ein bisschen aufatmen – das ist nach der langen und schwierigen Strecke, die wir hinter uns haben, auch dringend notwendig. Wir sehen jetzt, dass es sich gelohnt hat!“ Die gute Entwicklung sei das Ergebnis der strengen Maßnahmen, aber auch das Ergebnis der Disziplin in der Bevölkerung. Müller danke „allen Menschen im Kreisgebiet, die sich an die Regeln gehalten haben. Und ich appelliere ganz deutlich: Bleiben Sie dabei, denn dieser Weg führt uns gemeinsam ins Ziel und gibt uns nach und nach ein Stückchen mehr Freiheit.“

Ab Montag, 17. Mai, ist neben der ohnehin erlaubten Nutzung von „Click&Collect“ auch wieder die Nutzung von „Click&Meet“-Angeboten im Einzelhandel möglich – mit Vorlage eines höchstens 24 Stunden alten negativen Testergebnisses.

Was geht, was geht nicht? Eine Übersicht

Im Kreis Herford gelten ab Montag, 17. Mai, die Regeln für eine Inzidenz zwischen 100 und 150. Kontaktbeschränkungen: Private Treffen sind nur mit einer haushaltsfremden Person gestattet. Außerdem dürfen sich maximal fünf Personen treffen. Zu den beiden Haushalten gehörende Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Ausgangssperre: Ab Montag: Es gilt eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr. Nur noch im Notfall, zu dienstlichen Zwecken oder wenn man zum Beispiel mit dem Hund raus muss, darf man das Haus verlassen. Zwischen 22 Uhr und 24 Uhr ist außerdem erlaubt, sich alleine draußen zu bewegen. Sport: Tagsüber darf Sport alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand betrieben werden, nicht im Verein oder einer Mannschaft. Davon ausgenommen sind Profisportler. Profisport findet ohne Zuschauer statt. Ausgenommen sind auch Kinder, wenn sie draußen kontaktlos in Gruppen von maximal 5 Kindern trainieren. Trainer müssen gegebenenfalls vorher einen Test machen. Kultur: Der Betrieb von Kultureinrichtungen und entsprechende Veranstaltungen (Theater, Oper, Konzerthäuser, Bühnen, Musikclubs, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Kinos) sind untersagt. Freizeit: Freizeitparks, Indoorsportplätze, Schwimmbäder, Clubs, Spielhallen, Spielbanken, Solarien und ähnliche Einrichtungen bleiben geschlossen Die Außenbereiche von Zoos und Botanischen Gärten dürfen mit Hygienekonzepten öffnen. Besucher müssen einen negativen Test vorweisen (außer Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben). Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind nicht erlaubt. Einzelhandel: Geschäfte, die nicht Grundversorgung sind, sind mit Click&meet plus negativem Testergebnis und Personenbegrenzung geöffnet. Ganz normal öffnen dürfen Wochenmärkte, auf denen nur Lebensmittel verkauft werden, Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Werkstätten, Postfilialen, Banken, Waschsalons, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und Gartenmärkte und der Großhandel. Sie dürfen nur ihr übliches Sortiment verkaufen. Dabei müssen Abstände eingehalten werden und die Kunden müssen in geschlossenen Räumen eine medizinische Maske oder eine Atemschutzmaske (FFP2 oder vergleichbar) tragen. Gastronomie: Betrieb ist nicht zulässig. Gastronomische Betriebe dürfen nur außer Haus verkaufen. Körpernahe Dienstleistungen sind untersagt - mit Ausnahme von medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Dienstleistungen. Außerdem dürfen Friseurbetriebe und Fußpfleger geöffnet bleiben. Diese dürfen aber nur mit Atemschutzmasken (FFP2 oder vergleichbar) arbeiten. Friseur- und Fußpflegebesuche sind nur mit negativem Test möglich. Was gilt in Schulen? Solange Präsenzunterricht stattfindet, müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer zwei Mal pro Woche getestet werden. Was gilt in Betrieben? Arbeitgeber müssen ihren Arbeitnehmern für Büroarbeit (oder vergleichbare Tätigkeiten) Homeoffice anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen und die Arbeitnehmer müssen dieses Angebot annehmen, sofern ihrerseits keine Gründe entgegenstehen. Kirchen: Zusammenkünfte, die der Religionsausübung dienen, sind weiterhin erlaubt. Die Länder können aber auch für diese Bereiche Schutzmaßnahmen vorsehen. Wer kontrolliert, ob die Regeln eingehalten werden? Die Einhaltung der Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz werden nach wie vor von den zuständigen Landesbehörden - Ordnungsamt, Gesundheitsamt, Polizei - überwacht. Wo findet man die gültigen Inzidenzen? Eine Übersicht über die Inzidenzen in den einzelnen Landkreisen findet man hier: www.rki.de/inzidenzen.

Im Kreis Herford sind seit Donnerstag 28 neue Corona-Fälle hinzugekommen. Insgesamt sind 10.811 bestätigte Infektionen bekannt. Davon gelten 10.010 Personen als genesen. Derzeit gibt es kreisweit 630 aktuell bestätigte Fälle. Der Inzidenzwert liegt – laut RKI – bei 84,2.

Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (233), Spenge (33), Bünde (93), Löhne (103) Vlotho (30), Enger (60), Rödinghausen (13), Hiddenhausen (35) und Kirchlengern (28).

Im Kreis Herford gibt es insgesamt 171 Todesfälle, wobei 151 an Corona und 20 mit Corona gestorben sind.

Es werden 28 Patientinnen und Patienten wegen Covid-19 stationär in den Krankenhäusern behandelt, davon 24 mit Wohnsitz im Kreis Herford. Hiervon werden 9 Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch betreut, 7 müssen beatmet werden. Derzeit gibt es in 8 Einrichtungen der Pflege- und Eingliederungshilfe bestätigte Fälle. Insgesamt sind vier Beschäftigte und eine Bewohnerin infiziert. 6 weitere Beschäftigte sind (ohne Infektion) in Quarantäne.

Insgesamt sind im Kreisgebiet 88 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrkräfte infiziert. Die Infizierten verteilen sich auf 43 Schulen im Kreisgebiet. In 18 von insgesamt 129 Kitas im Kreisgebiet sind bestätigte Corona-Fälle bekannt. Hierbei handelt es sich um Infektionen bei 19 Kindern und 3 Infektionen beim Kita-Personal.

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