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Deutschlands derzeit erfolgreichste Motocross-Fahrerin Larissa Papenmeier sendet Facebook-Appell an dreiste Trophäen-Diebin

Pokal vom Grab des Vaters geklaut

Bünde (WB)

Larissa Papenmeier ist fassungslos: Eine Unbekannte hat einen Pokal, den die bekannte Motocross-Fahrerin ihrem verstorbenen Vater Karl-Ludwig gewidmet hatte, von dessen letzter Ruhestätte gestohlen. „Wie kann man nur so dreist sein?“, fragt die 30-Jährige, die nun auf Facebook einen Appell an die Diebin richtet.

Daniel Salmon

Für Larissa Papenmeier hat der vom Grab ihres Vaters Karl-Ludwig gestohlene Pokal eine große emotionale Bedeutung. Bringt die Diebin die Motocross-Trophäe zurück, will die 30-Jährige auf eine Anzeige verzichten. Foto: Daniel Salmon

Drei Jahre hatte die silberne Trophäe auf dem Familiengrab der Papenmeiers auf dem Feldmarkfriedhof gestanden. Zwar sammelt die international erfolgreiche Motorradsportlerin Pokale am Fließband, dieser hat aber eine ganz besondere Bedeutung für sie. „Mein Papa war 2017 gestorben. Zwei Wochen danach bin ich im niederländischen Assen erstmals wieder ein Rennen gefahren. Eigentlich wollte gar nicht antreten. Alle haben aber gesagt: Dein Vater hätte das gewollt“, sagt Larissa Papenmeier. Am Ende sicherte sie sich den dritten Rang. „Nach dem Zieleinlauf bin ich in Tränen ausgebrochen. Der Pokal, den ich dann gewonnen habe, war für ihn“, unterstreicht sie den großen emotionalen Wert dieser Trophäe.

Als sie am vergangenen Montag das Grab ihres Vaters besucht, ist der Pokal plötzlich weg. „Ich habe überall nachgeschaut: in den Büschen auf den Friedhof und auch in den Mülleimern. Gefunden habe ich ihn nicht“, sagt Larissa Papenmeier.

Für einen kurzen Moment vermutet sie, dass Jugendliche dahinter stecken könnten. Von einer Mitarbeiterin der Stadt, die gerade auf dem Feldmarkfriedhof zu tun hat, erhält die 30-Jährige dann einen wichtigen Hinweis: „Ich habe sie angesprochen und gefragt, ob sie jemanden mit dem Pokal beobachtet hat – und das hatte sie“, schildert Papenmeier.

Dieser Pokal wurde vom Grab von Larissa Papenmeiers Grab entwendet. Foto: privat

Sie erfährt, dass die Stadtmitarbeiterin am 7. Januar, einem Donnerstag, eine Frau antraf, die den Pokal in den Händen hielt. „Die Arbeiterin hat die Unbekannte sogar angesprochen und die hat dann gesagt, dass das ihr Pokal wäre“, sagt Bündes mehrfache Sportlerin des Jahres.

Laut Aussage der Zeugin soll die vermeintliche Diebin 55 bis 60 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß und von schlanker Statur gewesen sein. Ihre dunkelbraunen Haare soll sie zu einem Zopf gebunden und zudem eine auffällige Leggings getragen haben.

Auf eine Diebstahlsanzeige hat Larissa Papenmeier vorerst verzichtet: „Ich will die Polizei nicht unnötig belasten. Die haben schließlich auch noch andere Sachen zu tun.“ Stattdessen macht sie noch am Montag auf Facebook ihrem Ärger Luft und appelliert in einem Post an die unbekannte Diebin: „ Ich gebe dir jetzt eine Woche Zeit, den Pokal wieder auf das Grab zu stellen und ich werde keine weiteren Maßnahmen ergreifen.“

Die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Facebook-Community ist riesig: Binnen nicht einmal 24 Stunden wird Larissa Papenmeiers Beitrag, der auch ein Bild des gestohlenen Pokals enthält, mehr als 1600 Mal geteilt – quer durch die ganze Bundesrepublik: „Damit hätte ich nicht gerechnet. Das hat mich schon bewegt.“

Sie hofft nun, dass irgendjemand die Diebin kennt oder einen Hinweis auf den Verbleib der für sie so wichtigen Trophäe geben kann. „Ich hoffe, das klappt. Und wenn ich wieder zum Friedhof gehe, steht der Pokal wieder dort“, sagt Larissa Papenmeier und stellt klar: „Ansonsten werde ich nächsten Montag zur Polizei gehen.“

Stadt rät zu Anzeige

Nach Angaben von Bündes Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz komme es hin und wieder vor, dass auf den 14 Friedhöfen der Stadt etwas von Gräbern gestohlen werde. „In letzter Zeit ist in der Sache aber wenig vorgefallen. Wenn mal etwas wegkommt, dann sind es zumeist Blumen, Pflanzschalen oder frische Gestecke“, so die Rathausmitarbeiterin. Vor Jahren seien von einem Friedhof auch mal Kupferfiguren verschwunden. Greiner-Rietz: „Den Leuten, die dann bei unserem Friedhofsamt anrufen, empfehlen wir, die Polizei zu kontaktieren und Anzeige zu erstatten.“

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