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Babyboomer-Effekt macht sich bemerkbar – Verwaltung bildet verstärkt aus

Rathaus: jeder Zehnte bald in Rente

Bünde  (WB). Rollt eine Pensionierungswelle auf das Rathaus und die Kommunalbetriebe Bünde (KBB) zu? Von den insgesamt 487 Mitarbeitern sind innerhalb der Stadtverwaltung 42,9 Prozent über 50 Jahre alt, bei den KBB sogar 68,1 Prozent.

Hilko Raske

487 Menschen arbeiten derzeit für die Stadt Bünde. Bis 2004 wird jeder Zehnte von ihnen in den Ruhestand gegangen sein. Foto: Daniel Salmon

Die sogenannten Babyboomer – also die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1958 und 1964 – stehen kurz vor der Rente. Wie macht sich das in Bünde bemerkbar? „Bei der Stadtverwaltung treten in den Jahren 2020 bis 2021 fünf Personen in den Ruhestand ein. Innerhalb der nächsten fünf Jahre – also bis 2024 – gehen insgesamt 30 Personen in den Ruhestand. Bei den KBB gehen bis 2024 22 Personen in den Ruhestand“, informiert Doris Greiner-Rietz, Sprecherin der Stadtverwaltung. Somit scheiden innerhalb der nächsten vier Jahre mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter bei Stadtverwaltung und KBB aus dem Arbeitsleben aus.

Wie sieht es überhaupt mit dem Durchschnittsalter der Beschäftigten in Stadtverwaltung und KBB aus? Werden die Mitarbeiter immer älter? Auch dazu kann die Stadtsprecherin konkrete Zahlen nennen: „Das Durchschnittsalter betrug im Jahr 2010 45,15 Jahre, im Jahr 2020 liegt es bei 45,61 Jahren. Eine auffällige Verschiebung der Alterszusammensetzung auf Grund des Abgangs der sogenannten ‚Babyboomer‘ im letzten Jahrzehnt ist zumindest bislang nicht ersichtlich.“

Stadt bildet verstärkt aus

Einerseits stehen die geburtenstarken Jahrgänge kurz vor der Verrentung, andererseits rücken aufgrund des demografischen Wandels weniger potenzielle künftige Mitarbeiter nach. Die Stadt hat diesen Trend erkannt – und bildet seit Jahren verstärkt aus. Waren es beispielsweise 2007 nur vier Ausbildungsplätze, die angeboten worden, sind es 2018 und 2019 jeweils 14 gewesen. „Bislang gehen genügend Bewerbungen für die Ausbildungsplätze bei der Stadt Bünde ein, insbesondere für die klassischen Verwaltungsberufe sowie die Ausbildungen an der Feuer- und Rettungswache“, sagt Greiner-Rietz. Zudem sei das Angebot an Ausbildungsberufen erweitert worden. So finde neben den klassischen Verwaltungsberufen des Verwaltungsfachangestellten und des Stadtinspektoranwärters (gehobener nichttechnischer Verwaltungsdienst) mittlerweile auch die Ausbildung des Nachwuchses im technischen Bereich statt. „Eine Übernahmegarantie besteht nicht. Grundsätzlich gilt aber, dass Stadt und KBB nach Bedarf ausbilden, somit bei entsprechendem Abschluss die Übernahme wahrscheinlich ist“, so die Stadtsprecherin. Auch die Weiterbildung des bereits vorhandenen Personals mit dem Ziel der Befähigung zur Übernahme anderer oder höherwertiger Stellen werde betrieben.

Weniger Bewerber im technischen Bereich

Und auch was die Besetzung von frei werdenden Stellen betreffe, gebe es bis dato Bewerber. „Alle ausgeschriebenen Stellen – sowohl mittlerer als auch gehobener Dienst – konnten bisher bei der Stadtverwaltung als auch den KBB besetzt werden. Allerdings ist insbesondere im technischen Bereich eine geringere Bewerberzahl zu verzeichnen, was die Auswahl eines geeigneten Bewerbers oder einer Bewerberin erschweren kann“, hält die Stadtsprecherin fest.

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