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Mitstreiter gesucht: Duo will in Bünde ein sogenanntes Repair-Café etablieren – Online-Treffen für Interessierte

Reparieren statt Wegwerfen

Bünde (WB)

Ist das Smartphone kaputt, muss nicht gleich ein neues Gerät her. „Manchmal kann man es auch selber ganz einfach reparieren“, sagt Tobias Boesch (37). Gemeinsam mit Nils Bussmann will er in Bünde ein sogenanntes Repair-Café gründen.

Daniel Salmon

Tobias Boesch und Nils Bussmann wollen in Bünde ein Repair-Café gründen und suchen noch Mitstreiter. Foto: Privat

Vor allem Elektrogeräte funktionieren nach einiger Zeit oft nicht mehr richtig. „Wegschmeißen muss man sie aber nicht sofort“, sagt Boesch. Auch ein teurer Reparaturservice sei nicht immer nötig. „Denn meistens handelt es sich um Kleinigkeiten, die man mit etwas Hilfestellung selbst beheben kann.“ Und diese Unterstützung sollen Bürger künftig auch in Bünde erhalten.

Dem Duo schwebt ein regelmäßiger Treff von Interessierten vor, die ihre defekten Alltagsgegenstände – vom Fieberthermometer bis hin zu Waschmaschine oder Fahrrad – wieder flott machen. „Wir wollen auch ein Zeichen gegen eine sorglose Wegwerf-Gesellschaft setzen“, sagt Boesch mit Blick auf Klimawandel, Umweltverschmutzung und schwindende Ressourcen. „Klar ist das eigentlich Sache der Politik, die in diesen Dingen aktiver werden muss. Aber man kann auch im Kleinen viel erreichen, indem man nicht immer alles, was vermeintlich kaputt ist, sofort wegwirft und den Planeten verschmutzt“, erklärt Tobias Boesch, der das Konzept des Repair-Cafés aus Bad Oeynhausen kennt, und nun in seine Heimatstadt bringen will.

Der Software-Ingenieur startete vor einigen Monaten einen Aufruf im Internet, lernte so Physik- und Informatiklehrer Nils Bussmann kennen. Der 32-Jährige besitzt sogar einen 3D-Drucker, so dass nicht mehr beschaffbare kleine Ersatzteile für defekte Gebrauchsgüter auch einfach „gedruckt“ werden könnten. Das Duo hat sich sogar schon um eine notwendige Haftpflichtversicherung für das ehrenamtliche Repair-Café-Projekt gekümmert und will nun weitere Mitstreiter finden.

Den beiden schwebt ein vierwöchentlicher Treff vor, bei dem Laien und Experten zusammenkommen: „Ganz gemütlich bei Kaffee und Kuchen kann dann gemeinsam repariert werden. So entstehen dann sicher auch neue Bekanntschaften. Wichtig ist uns aktuell natürlich, dass das alles unter corona-konformen Bedingungen stattfindet.“ Derzeit suchen die Initiatoren nach passenden Räumen für das Repair-Café. Boesch: „Wir haben schon bei der Stadt gefragt. Da konnte man uns zwar noch nicht helfen. Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger ist aber an unserer Idee interessiert und will uns Schützenhilfe geben.“ Ideal wäre für das Projekt ein zentral gelegener Raum in Bünde, an dem man einmal pro Monat an einem Sonntag zusammenkommen könnte. „Es wäre toll, wenn es dort schon Stühle und Tische gäbe und eine Möglichkeit, etwas zu lagern“, sagt der Software-Ingenieur.

Für Donnerstag, 15. April, um 20 Uhr haben die Bünder ein Online-Info-Treffen für Interessierte geplant. Reparaturbegeisterte schicken für die Teilnahme zuvor eine Mail an reparaturinitiative-buende@protonlab.de und erhalten dann die Zugangsdaten.

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