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Stadtbus: Bünder SPD will heimischen ÖPNV wieder attraktiver machen

Rückkehr zum 30-Minuten-Takt gefordert

Bünde (WB). Die heimische SPD ist mit dem derzeitigen Fahrplan des Bünder Stadtbusses nicht zufrieden. Daher schlagen Fraktionschefin Andrea Kieper und ihre Mitstreiter eine Rückkehr zu Abfahrten im Halbstundentakt vor. Die Genossen haben zudem bereits eine Idee, wie möglich Mehrkosten aufgefangen werden können.

Daniel Salmon

Die heimische SPD ist mit dem derzeitigen Fahrplan des Bünder Stadtbusses nicht zufrieden. Daher schlagen Fraktionschefin Andrea Kieper und ihre Mitstreiter eine Rückkehr zu Abfahrten im Halbstundentakt vor. Einen entsprechenden Antrag haben die Genossen Bürgermeister Wolfgang Koch vorgelegt. Foto: Kathrin Weege

Mit ihrem Antrag haben sich die Sozialdemokraten jetzt an Bürgermeister Wolfgang Koch gewandt. Das Stadtoberhaupt soll das Anliegen demnach dem Aufsichtsrat der Stadtverkehrsgesellschaft Bünde und – soweit erforderlich – dem Rat zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Fahrtakt des Stadtbusses wurde 2010 geändert

Wie Kieper in ihrem Schreiben ausführt, sei der Fahrtakt des Stadtbusses 2010 geändert worden, um das jährliche Defizit der Stadtverkehrsgesellschaft zu begrenzen. Dabei sei der Fahrplan derart verändert worden, „dass deutlich von dem bis dahin geltenden, gut angenommenen Halbstunden-Takt abgewichen wurde. „Dadurch konnte das jährlich durch den Betrieb des Bünder Stadtbusses entstehende Defizit begrenzt werden“, führt die Fraktionsvorsitzende aus: „Gleichzeitig hat sich dies allerdings negativ auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt.“

Der Stadtbus Bünde ist ein Teil des in der Region vorgehaltenen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). „Von der Attraktivität dieses Systems ist es abhängig, ob es gelingt, die Bürger zum Umstieg vom Auto auf den umweltfreundlicheren ÖPNV zu bewegen. Die derzeit geltenden unterschiedlichen Fahrtakte führen nicht zu einer Attraktivitätssteigerung“, ist Andrea Kieper überzeugt.

30-Minuten-Takt wieder an allen Tagen

Eine bereits vor Jahren durchgeführte Untersuchung der Mobilität in Bünde habe schon damals ergeben, dass der motorisierte Individualverkehr in der Elsestadt einen sehr großen Anteil am Gesamtverkehr habe. Die Attraktivität eines Stadtbusses sei aus Sicht der SPD entscheidend abhängig von dem Takt, in dem die Busse fahren. „Angesichts der Tatsache, dass zahlreiche Kommunen über eine Attraktivitätssteigerung ihres ÖPNV – etwa durch deutliche Reduzierung der Fahrpreise oder Ausweitung des Angebots – nachdenken, sollte in einem ersten Schritt für den Stadtbus Bünde der 30-Minuten-Takt wieder an allen Tagen eingeführt werden“, fordert die Sprecherin der Sozialdemokraten im Antrag.

Positive Auswirkungen auf Einzelhandel

Hinzu komme, dass eine attraktive Taktung sich auch positiv auf den Einzelhandel in der Innenstadt auswirken könnte. „Nicht nur an Samstagen ist ein reger Suchverkehr nach Parkplätzen zu beobachten. Bünder, die mit dem Bus in die Innenstadt fahren, benötigen keine Parkplätze, so dass diese dann von auswärtigen Kunden und Besuchern der Stadt genutzt werden können“, betont Kieper. Denn nur mit einem attraktiven Stadtbussystem sei es möglich, Bürger dazu zu bewegen, auf besonders klimaschädliche Kurzfahrten mit ihren Autos zu verzichten und stattdessen den umweltfreundlicheren Bus zu benutzen.

Die durch eine Rückkehr zum 30-Minuten- Fahrtakt möglicherweise verursachten Mehrkosten könnten nach Vorstellungen der SPD zumindest teilweise durch das Anbringen von Werbung in und an den Bussen der Stadtverkehrsgesellschaft finanziert werden.

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