1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. „Satire ist kein Selbstzweck“

  8. >

Laura Möller will als Direktkandidatin für „Die PARTEI“ in den Bundestag einziehen

„Satire ist kein Selbstzweck“

Kreis Herford (WB)

Sie ist erst seit einem Jahr Parteimitglied und schon nominiert: Bei der Aufstellungsversammlung der Partei „Die PARTEI“ ist Laura Möller aus Bad Oeynhausen zur Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Herford/Minden-Lübbecke II gewählt worden.

wn

Die Satire-Partei „Die Partei“ schickt die 27-jährige Laura Mölleraus Bad Oeynhausen ins Rennen um ein Bundestagsmandat. Kreisverbands-Vorsitzender Andreas Gittel gratuliert mit Blumen zur Wahl.

„Mit Laura haben wir die perfekte Kandidatin für moderne Turbopolitik gefunden“, sagt Andreas Gittel, Vorsitzender des Kreisverbands. „Die Profil- und Charakterlosigkeit etablierter Parteien nicht billig auszunutzen ist nicht ihr Ding“, kommentiert er die Wahl Möllers, die eine steile Karriere in der Partei hinlegt, die 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins Titanic gegründet wurde.

Gittel sagt, er sei „fest davon überzeugt, dass Laura mit ihrer humanistischen Haltung, Menschenfreundlichkeit und Weltoffenheit der Bundespolitik das zurückgeben wird, was ihr momentan fehlt: ein Rückgrat, eine Seele, ein Herz.“

In ihrer Antrittsrede entkräftete die 27-Jährige den Vorwurf, dass „Die PARTEI“ durch ihren satirischen Hintergrund das politische System lächerlich mache: „Satire ist kein Selbstzweck. Satire ist unser Mittel, um Missstände aufzuzeigen. Ernste Sachverhalte sind leichter zu ertragen, wenn wir sie nach meinem Motto angehen: ‚Lach doch, wenn‘s zum Heulen nicht reicht.‘“

Was sie damit meint, erklärte Laura Möller am Beispiel des Lobbyismus: „Interessenvertretung gehört zur Demokratie. Wenn aber Konzerne die Gesetzgebung dermaßen beeinflussen, dass sich Abgeordnete mehr diesen als ihrem Gewissen, so sie eines haben, verpflichtet fühlen, dann läuft etwas falsch.“ Die junge Frau ist nach einem kaufmännischen Studium im Lebensmittelgroßhandel tätig. Sie spielt in ihrer Freizeit Badminton beim TV Häver. „Einige Parteien verhindern bewusst ein Lobbyregister, und sie werden ihre Gründe dafür haben. Eine offene, transparente Gesetzgebung wird durch den immensen Einfluss einiger Lobbyisten im Keim erstickt. Es ist, als ob die freiheitlich-demokratische Grundordnung unbewaffnet zum Duell antreten muss, während Lobbyisten ihre Bazookas im Anschlag halten.“ „Die PARTEI“ dagegen stehe für maximale Transparenz.

Im Wahlkampf möchte Laura Möller vor allem die Rolle der „PARTEI“ als Klimapartei in den Mittelpunkt stellen. „Es gibt ein breites Umweltbewusstsein in Deutschland, nur lässt das Umweltverhalten zu wünschen übrig. Umweltverbände kämpfen gegen Windmühlen. Politische Unterstützung? Fehlanzeige, auch weil sich der bisherige umweltpolitische Platzhirsch in den Mainstream verabschiedet hat.“ „Die PARTEI“ übernehme die Ökologisierung des Abendlandes. „Alle werden uns dankbar sein, weil wir dem Flächenfraß Einhalt geboten, die Wälder aufgeforstet und Igel geschützt haben.“

Startseite
ANZEIGE