Demonstration gegen Gewalt im Nahen Osten auf Altem Markt in Herford

Schlagworte gegen Schlagzeilen

Herford (WB)

Mit Plakaten, Spruchbändern und Palästina-Flaggen wollen 25 Demonstrationen das von ihnen kritisierte Bild vom Nahost-Konflikt in den Medien geraderücken. Mehr als Schlagworte haben aber auch sie nicht zu bieten.

Stephan Rechlin

Gut 25 Teilnehmer protestieren auf dem Alten Markt gegen die Gewalt im Nahen Osten. Foto: Stephan Rechlin

Beim Protest gegen den Gewaltausbruch im Nahen Osten auf dem Alten Markt sind palästinensische Flaggen zu sehen, aber keine israelischen. Spruchbänder und Plakate verurteilen das Vorgehen der israelischen Polizei gegen palästinensische Familien in Ost-Jerusalem, nicht aber den Raketenbeschuss der Hamas aus dem Gaza-Streifen.

Die 25 von der Gruppe für Menschenrechte und Demokratie zusammengetrommelten Teilnehmer möchten eine von ihnen wahrgenommene „Schieflage“ in der Medienberichterstattung korrigieren. Gabi Bieberstein aus dem Organisationsteam, aber auch Berthold Keunecke, Synodalbeauftragter für Friedensbildung im evangelischen Kirchenkreis, sehen in Schlagzeilen und Kurznachrichten vor allem die Palästinenser an den Pranger gestellt: „Sie schießen mit Raketen und Israel reagiert darauf. Das bleibt hängen. So ist es aber nicht.“

Ihre tief reichenden Kenntnisse über die Genese und Ursachen des Konflikts erfährt man in persönlichen Gesprächen mit den Teilnehmern – so wie auch in länger dauernden Hintergrundberichten in Hörfunk, Fernsehen und Presse die politischen und an dem Konflikt interessierten Kräfte auf beiden Seiten ausdrücklich benannt werden. Doch auf dem Alten Markt, auf dem das Interesse der Passanten an öffnenden Eisdielen, Bäckereien und Cafés sichtbar höher ist, reicht es eben auch nur für Schlagworte.

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