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Politiker sprechen sich gegen Vorschlag der Bünder Verwaltung aus

Schleichweg wird nicht gesperrt

Bünde/Kirchlengern (WB). Mit einer Abbindung der Straße Im Obrock können sich weder die Politiker in Bünde noch die in Kirchlengern anfreunden. Das wurde jetzt bei den Sitzungen der Verkehrsausschüsse der beiden Kommunen deutlich.

Thomas Klüter und Daniel Salmon

Beliebter Schleichweg: Die Verbindung zwischen Spradow und Kirchlengern wird von bis zu 2500 Fahrzeugen pro Tag genutzt. Die CDU-Fraktion der Else-Gemeinde findet daher, dass die Straße Im Obrock weit mehr als ein Schleichweg ist. Foto: Thomas Klüter

Wie berichtet, wollten die Verwaltungen mit einer solchen Maßnahme dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Strecke vorbeugen, über das sich Anlieger mehrfach beschwert hatten. Die Route gilt als beliebter Schleichweg zwischen Bünde und Kirchlengern. Ebenso war eine Sperrung der Einmündung Zum Elsekamp/In der Lohge für den Kraftfahrzeugverkehr vorgesehen.

»Ich halte die von der Verwaltung vorgeschlagene komplette Abbindung für unmöglich«, so Gerd Elbers (SPD) im Bünder Verkehrsausschuss. Denn es gebe in dem Gebiet, das abgebunden werden soll, zwei Brücken, die statisch so belastet sind, dass Schwerlastverkehr einen Teil dieses Bereiches nicht mehr erreichen würde. »Das heißt, die Abfuhr von Feldfrüchten, die Anfuhr von Heizöl oder Baustoffen finden jetzt schon nur über den Obrock statt«, erklärte der SPD-Politiker. Dies müssen aber weiterhin möglich bleiben.

Strecke soll als Schleichweg uninteressant werden

Seine Idee daher: Die Strecke müsste durch verkehrstechnische oder bauliche Maßnahmen so verändert werden, dass der Weg durch den Obrock als Abkürzung für Pkw-Fahrer uninteressant wird und stattdessen die Verkehrsströme auf die Interkommunale Entlastungsstraße gelenkt werden. Die Installation so genannter Berliner Kissen wäre etwa eine Möglichkeit, dies zu erreichen.

»Wir halten eine Abbindung ebenfalls für nicht sinnvoll«, betonte Martin Schuster für die Bünder CDU. Er ergänzte: »Wir müssen aber die verkehrliche Sicherheit in dem Bereich erhöhen.« Er schlug das Auffbringen von Piktogrammen, etwa an dortigen Rechts-vor-links-Kreuzungen vor: »So etwas ist für Autofahrer schnell ersichtlich.« Sein Parteikollege Heinz Georg Beneke erinnerte an einen vor geraumer Zeit gefassten Grundsatzbeschluss, generell keine Straßen mehr abzubinden.

Letztlich stimmte der Bünder Ausschuss einstimmig dafür, die Verwaltung prüfen zu lassen, mit welchen Maßnahmen man in dem Bereich eine Verkehrsberuhigung erreichen könnte.

Kirchlengeraner lehnen Vorschlag ab

Im Verkehrsausschuss in Kirchlengern lehnten die Fraktionen den von der Verwaltung unterbreiteten Beschlussvorschlag zur Unterstützung der Sperrung indes generell ab. Lediglich Knut Engels von der UWG enthielt sich. Die Ausschussmitglieder sorgten sich vor allem darum, dass durch die Abbindung andere Straßen stärker belastet würden. So lange der Einmündungsbereich der Straße In der Lohge auf die Lübbecker Straße nicht verkehrsgünstiger gestaltet sei, würde eine Schließung des Obrocks dort zu Staus führen, meinte die SPD-Fraktion.

»Ich bin mir sicher, dass die Stadt Bünde die Straße Im Obrock auch ohne unsere Unterstützung schließen kann«, sagte Detlef Kaase von der CDU. Das bestätigte Karl-Heinz Saße, Leiter des Fachbereiches Planen und Bauen. Er ergänzte: »Die Anfrage aus Bünde ist aber eine Geste der guten Nachbarschaft.«

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