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Lkw- und Autofahrer bleiben bei Minusgraden stundenlang auf der Autobahn im Kreis Herford stecken – Helfer bringen Tee und Snacks

Schneechaos sorgt für Megastau auf der A30

Bünde/Kirchlenger...

Das Schneechaos im Kreis Herford geht weiter: Fast den ganzen Dienstag herrscht auf der A30 zwischen Melle und Bad Oeynhausen völliger Stillstand. Auto- und Lkw-Fahrer sitzen bei eisigen Minusgraden in ihren Fahrzeugen fest, werden von Helfern mit heißem Tee, Decken und sogar Benzin versorgt.

Daniel Salmon

Über mehrere Stunden geht auf der A30 in Fahrtrichtung Hannover nichts mehr. Lkw- und Autofahrer sitzen in ihren Fahrzeugen fest. Foto: Kathrin Weege

Bereits am Montagnachmittag fangen die Probleme an. „Einige Lkw-Fahrer fuhren trotz des noch geltenden Fahrverbotes für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen auf die Autobahn – und kamen dann teilweise nicht weiter“, erklärt Fabian Rickel von der Pressestelle der Bielefelder Polizei. Als das Verbot gegen 22 Uhr dann ausläuft, drängen immer mehr Brummis auf die A30. Rickel: „Die fuhren sich dann auch fest, stellten sich in den Ausfahrten quer.“ Das Chaos nimmt seinen Lauf, die Bergung der vielen festsitzenden Transporter zieht sich hin. Der nachfolgende Verkehr staut sich, am frühen Dienstagmorgen geht auf der Strecke zwischen Melle und Bad Oeynhausen in Richtung Hannover so gut wie nichts mehr.

Ein weiteres Problem: Durch Fahrzeuge der Räumdienste wird der Schnee von den Fahrspuren auf den Standstreifen geschoben. „Die Lkw konnten daher keine Rettungsgassen bilden. Ein Durchkommen ist somit auch für Einsatzkräfte schwierig“, heißt es von der Autobahnpolizei.

Im Stich gelassen werden die Menschen in ihren Fahrzeugen jedoch nicht. Die Kreis-Einsatzleitung in der Leitstelle des Kreises Herford wird einberufen. Mehrere Einheiten der Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes werden in Marsch gesetzt „Wir sind die Schlange abgegangen, haben geschaut, wo Leute Unterstützung oder Verpflegung brauchen“, sagt Bündes Feuerwehrchef Rüdiger Meier, der für einen der betroffenen A30-Abschnitte im Kreisgebiet die Verantwortung übernimmt.

Helfer der Rotkreuz-Kreisverbände Herford-Stadt und -Land versorgen die Festsitzenden mit heißen Getränken und Schokoriegeln. „Wir haben ab 5.30 Uhr am Dienstagmorgen zunächst die Lage auf der Autobahn erkundet“, informiert Bündes Rotkreuzleiter Frank Mäsker. Ab 10 Uhr werden beide Kreisverbände alarmiert und rücken zur A30 aus, 64 DRK-Helfer sind insgesamt im Einsatz. Mäsker: „Manche unserer Ehrenamtler haben wir von zuhause abgeholt, weil sie dort nicht alleine wegkamen – und unsere Einsatzfahrzeuge haben ja Schneeketten.“

Die Festsitzenden freuen sich riesig über Snacks und Heißgetränke. „Die Leute waren natürlich sehr dankbar. Einige saßen schon seit dem frühen Morgen fest. Auf der A2 soll die Situation aber noch schlimmer gewesen sein“, so Mäsker, der mit seinen Leuten im Winterchaos bereits zum zweiten Großeinsatz ausrückt: „Am Montagabend hatten wir schon die zahlreichen Fahrer, die mit ihren Lastwagen auf dem Ennigloher Autohof gestrandet waren, mit 110 Portionen Suppe und 50 Liter Heißgetränken versorgt. Bis Mitternacht waren wir dort.“

Tolle Unterstützung gibt‘s für die Menschen in ihren Fahrzeugen auf der A30 aber auch von ganz anderer Seite. In Kirchlengern bildet sich über Facebook eine Initiative von mehreren Bürgern, die von Autobahnbrücken aus Care-Pakete mit warmen Getränken und Snacks zu den Eingeschlossenen herunterlassen. Auch heimische Einzelhändler wie Edeka Wehrmann, Karlchens Backstube oder die Bäckerei Berg stellen dafür Lebensmittel bereit. Auf Facebook hagelt es daraufhin Lob und Likes für so viel bürgerschaftliches Engagement.

Am Dienstagnachmittag entspannt sich die Situation dann endlich und der Megastau löst sich langsam auf.

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