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Ex-König wollte sich seinen Titel zurückholen – Antrag nach Eilverfahren abgelehnt

Schützen-Zoff landet vor Gericht

Bünde (WB). Der Streit um die Königswürde der Bünder Schützengesellschaft hat jetzt sogar die Justiz beschäftigt. Beim Versuch, sich den Titel vor dem Amtsgericht zurückzuholen, hat Ex-Majestät Thomas Rosenkötter eine Schlappe erlitten.

Daniel Salmon

Symbolbild Foto: dpa

Gegen die Schützengesellschaft wollte er in einem Eilverfahren eine einstweilige Verfügung erwirken. Konkret wollte der 60-Jährige erreichen, dass der Verein künftig nicht mehr öffentlich behaupten darf, dass er freiwillig von seinem Amt zurückgetreten wäre. Zudem wollte Rosenkötter wieder als König eingesetzt werden.

Hofpaare hatten abgedankt

Die Vorgeschichte ist schon einige Monate alt: Wie berichtet, sollen im vergangenen Herbst mehrere Hofpaare des aktuellen Schützenthrons abgedankt haben. In der Folge dementierte Rosenkötter – er hatte sich im September beim Königsschießen den Majestätentitel gesichert –, dass er ebenfalls zurückgetreten sei. Der offizielle Tenor der Schützengesellschaft zu dem Thema war, „dass es innerhalb der Hofgemeinschaft zu unüberbrückbaren Differenzen“ gekommen sei und Rosenkötter freiwillig sein Amt niedergelegt und die Throninsignien abgegeben habe. An seiner Stelle wurde daraufhin Carsten Stellmacher, der Zweitplatzierte des Königsschießens, neue Majestät. Rosenkötter stellte den Ablauf der Dinge anders dar.

Bei einem Gerichtstermin am Donnerstag trafen die beiden Streitparteien – Rosenkötter und für den Verein dessen Vorsitzender Joachim Brand – aufeinander. „Das hat mit Unterbrechungen gut zwei Stunden gedauert“, so Rosenkötter, der sich anwaltlich vertreten ließ, im Gespräch mit dieser Zeitung. Eine Einigung blieb jedoch aus. „Wir haben vergeblich versucht, eine auch für Herrn Rosenkötter gesichtswahrende Erklärung für die Presse zu formulieren, damit in der Sache nicht weiter Öl ins Feuer gegossen wird“, erklärte Jochen Willmann, Anwalt der Schützengesellschaft.

Antrag abgelehnt

Der Gerichtstermin selbst endete zwar ergebnislos, eine Entscheidung fiel allerdings am späten Donnerstagnachmittag dennoch, wie Gerichtsdirektor Thomas Bröderhausen am Freitagmorgen auf Anfrage erklärte. „Der Richter hat den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung abgelehnt“, so der Jurist. Eine schriftliche Begründung soll den Streitparteien noch zugestellt werden, so Bröderhausen weiter.

Rechtsmittel prüfen

„Ich bin absolut geplättet. Ich bin ja nie zurückgetreten und somit hätte es auch gar keinen neuen König geben dürfen. Ich weiß nicht, was den Richter zu dieser Entscheidung bewogen hat“, kommentierte Thomas Rosenkötter die Ablehnung seines Antrags. Und weiter: „Ich bin damit absolut nicht einverstanden und werde mich in der Sache in der nächsten Woche mit meinem Anwalt beraten, ob wir Rechtsmittel einlegen.“

Der Zoff um die Bünder Schützenkrone könnte vor Gericht also noch in eine weitere Runde gehen.

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