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SPD-Bundestagsabgeordneter will Bahn-Anwohner unterstützen

Schwartze macht den Lärm-Test

Bünde (WB). Es ist laut an der Bahnstrecke zwischen Bünde und Kirchlengern. Daran haben sich die Anwohner über viele Jahre gewöhnt. Seit etwa acht Wochen sind aber starke Schlaggeräusche dazu gekommen. Weil die Anwohner bei der Deutschen Bahn nichts erreichen konnten, baten sie den Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze um Hilfe.

Thomas Klüter

Zusammen mit Anwohner Friedel Isermann macht der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze vor Ort an der Bahnstrecke den Lärmtest. Im Gespräch mit dem Bahnvorstand hatte er bereits auf das Problem hingewiesen. Foto: Thomas Klüter

Der SPD-Politiker schaute sich jetzt das Problem vor Ort an. Oder besser: Er hörte es sich an. »Das Geräusch ist deutlich zu hören«, bewertete Schwartze während er zusammen mit den Anwohnern direkt neben den Gleisen auf der Hans-Sachs-Straße stand. »Aber das muss doch irgendwie hinzubekommen sein.«

Bahn will Abhilfe schaffen

Bereits Ende April hatte der Bundestagsabgeordnete bei einem Treffen mit dem Bahnvorstand auf die Situation am Streckenabschnitt 2992 hingewiesen. »Hans Niermanns Mitteilung erreichte mich gerade rechtzeitig, dass ich das Anliegen mit in das Treffen nehmen konnte«, erinnert sich Schwartze. Die Bahn habe ihm zugesagt, zumindest zu prüfen, woher dieses neue Geräusch kommt.

Auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES reagierte die Bahn noch konkreter. »Es wurde ein sogenannter Isolier-Stoß im Bereich der Einfahrweichen in Bünde festgestellt, der die schlagenden Geräusche verursacht«, teilte der Sprecher mit. Bei den dortigen Weichen seien vor Kurzem Schwellen ausgetauscht worden. Der Isolier-Stoß sollte zeitnah von einem Team der Bahn geschliffen werden. »Danach ist davon auszugehen, dass die störenden Geräusche verschwinden«, so der Unternehmenssprecher am vergangenen Mittwoch.

Bisher kein Erfolg

Es ist aber keine Veränderung bei den Geräuschen zu merken: »Wenn die tatsächlich da waren, dann hatten sie keinen Erfolg«, sagte Friedel Isermann, der seit 77 Jahren etwa zwölf Meter von der Bahn entfernt wohnt.

Stefan Schwartze will das Problem nun noch einmal mit Werner Lübberink, Bahnbevollmächtigter in NRW, besprechen. Ein wenig Hoffnung konnte Schwartze den Anwohnern aber bereits machen: das Schallschutzgutachten unter anderem für diesen Streckenabschnitt wurde bereits in Auftrag gegeben. Darin wird geprüft, welche baulichen Maßnahmen nötig sind, um bestimmte Grenzwerte bei der Lärmentwicklung einzuhalten oder zu erreichen.

200 Züge täglich

So ein Gutachten sei bereits für Bad Oeynhausen und Löhne erstellt worden, so Schwartze: »In Bad Oeynhausen beginnen im November die Bauarbeiten um das umzusetzen.« Danach sei Löhne an der Reihe. Es werde also noch einige Jahre dauern, bis in Kirchlengern und Bünde Schallschutzwände die Anwohner vor dem Lärm der täglich knapp 200 Züge schützen. Ob die Bahn sich vorher schon um das Schlaggeräusch kümmert, blieb offen.

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