1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Schwierige Zeiten für Igel

  8. >

Weniger Nahrung durch trockene Sommer – Tierschützer geben Tipps

Schwierige Zeiten für Igel

Bünde (WB). Durch die letzten beiden sehr trockenen Sommer ist das Nahrungsangebot für den Insektenfresser Igel stark geschrumpft. Zahlreiche Insektenarten haben weiter abgenommen und Schnecken und Regenwürmer sind aufgrund der Trockenheit inzwischen häufig Mangelware. Das hat auch Auswirkungen auf den Tierschutz vor Ort.

Der Tierschutzverein Herford ist in den vergangenen Wochen von Tierfreunden mehrfach wegen völlig unterernährter erwachsener Igel und Jungigel kontaktiert worden. Foto:

So ist der Tierschutzverein Herford in den vergangenen Wochen mehrfach wegen völlig unterernährter erwachsener Igel und Jungigel kontaktiert worden. Da die Igel schon in den normalerweise nahrungsreichen Monaten nicht ausreichend Beute finden, ist es wahrscheinlich, dass viele Stacheltiere – allein auf sich gestellt – nicht in der Lage sein werden, sich den erforderlichen Winterspeck anzufressen. Die Tierschützer appellieren daher an alle Gartenbesitzer, Futterstellen für Igel einzurichten, damit diese eine Chance haben, ihr Überwinterungsgewicht von etwa 500 Gramm bis Mitte November zu erreichen.

Milch schadet Igeln

»Als Futter eignet sich Katzendosenfutter sowie Eier – hart gekocht oder als Rührei, aber ungewürzt. Als Getränk immer Wasser, niemals Milch, die bei Igeln zu lebensbedrohlichem Durchfall führen kann«, informiert Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford. Wenn Igel draußen zugefüttert würden, habe das einen entscheiden Vorteil gegenüber der Aufnahme ins Haus: »Die Igel – insbesondere die Jungtiere – verlernen nicht, selbst Nahrung zu erbeuten. In Gefangenschaft ist das nicht der Fall, was bei vielen Igeln nach der Auswildung im nächsten Frühjahr zu Schwierigkeiten führt«, so Siekkötter.

Geeignete Lebensräume wichtig

Besonders wichtig sei es, im eigenen Garten Lebensraum und Nahrungsgrundlagen für die Stacheltiere zu schaffen. Mehrere unaufgeräumte Ecken mit Totholz, Laub und Reisighaufen würden dem Igel Unterschlupf bieten und er findet dort auch die für ihn als Insektenfresser passende Nahrung. Abgeschnittene Zweige sollte man nicht entsorgen, sondern sie zu einer Benjeshecke aufschichten.

Igel sollten nur in absoluten Ausnahmefällen in menschlicher Obhut überwintern. Zum Beispiel wenn sie krank, verletzt oder hochgradig untergewichtig sind. Auch Igel die nach Wintereinbruch herumlaufen, brauchen Hilfe. Das Bünder Tierheim selbst hat keine Kapazitäten, um Igel zur Überwinterung aufzunehmen.

Mehr Infos hier.

Startseite