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Aufzüge an den Bünder Bahnsteigen sind seit Dienstag in Betrieb – mit Video

Sie fahren endlich!

Bünde (WB). Den 19. Februar werden sich Bahnpendler wohl rot im Kalender anstreichen. Denn am Dienstagmittag sind die Aufzüge an den Bünder Bahnsteigen in Betrieb gegangen.

Daniel Salmon

Hans-Walter Becker kann’s kaum fassen: Seit Dienstagmittag sind die Aufzüge der DB an den Bünder Bahnsteigen in Betrieb. Mehrfach hatte sich die Inbetriebnahme der Fahrstühle aus verschiedenen Gründen verzögert. Foto: Daniel Salmon

Somit hat die Deutsche Bahn Wort gehalten. Wie berichtet, hatte das Unternehmen angekündigt, dass die Lifts zwischen Mitte und Ende Februar fahren sollen.

Viele Verzögerungen

Im März 2015, also fast genau vor vier Jahren, war der erste Spatenstich für die Modernisierung der Bahnsteige erfolgt. Damals hieß es seitens der DB noch, dass sämtliche Arbeiten bis 2017 abgeschlossen sein sollten. Daraus wurde nichts. Aus verschiedenen Gründen verzögerte sich der Abschluss der Maßnahmen immer weiter. Schließlich war davon die Rede, dass die Fahrstühle ab Sommer vergangenen Jahres funktionieren sollten. Auch das klappte nicht.

Koffer schleppen

Bahnpendler, die mit schwerem Gepäck unterwegs waren, mussten ihre Koffer die Treppen zu den Bahnsteigen raufschleppen. Für Menschen mit Handicap, die beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind, war es kaum machbar, am Bünder Bahnhof überhaupt in Züge zu steigen. Viele wichen auf die Bahnhöfe in Kirchlengern oder Melle aus. Daher hagelte es immer wieder reichlich Kritik wegen der ständigen Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der Lifts.

Pendler nutzten andere Bahnhöfe

Das dürfte nun vorbei sein. »Dass die Aufzüge nun fahren, ist schon wie ein kleines Wunder«, sagt der Bünder Hans-Walter Becker. Am Dienstagmittag bemerkte der 71-Jährige, dass die beiden Lifte fuhren. »Am Morgen gingen sie noch nicht, das habe ich ausprobiert. Als ich gegen 12.30 Uhr wiederkam, habe ich dann eine Gruppe junger Leute beobachtet, die regelrecht jubelten, als sie mit ihren Koffern den Aufzug nutzen konnten«, erklärt er. Ein anderer Pendler, der auf dem Bahnsteig ganz in der Nähe steht, ergänzt: »Es geschehen tatsächlich noch Zeichen und Wunder.«

Gleich mehrere »Probefahrten« hat Becker am Dienstag unternommen. Sein Fazit: »Fährt tadellos. Ich hoffe, das bleibt jetzt auch so.« Einige Bahnreisende trauten dem Braten noch nicht so ganz, nutzten mit ihren offensichtlich schweren Reisetaschen dann doch lieber die Treppen.

Tour dauert 20 Sekunden

Übrigens: Insgesamt dauert eine Tour vom »Personentunnel«, wie eine monotone weibliche Computerstimme die Unterführung unter den Gleisen nennt, zu den Bahnsteigen – oder in die andere Richtung – gut 20 Sekunden. Nach dieser Zeit öffnen sich die Türen wieder.

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