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Antrag auf zusätzliche Blühflächen in den Stadtparks findet Mehrheit

SPD will mehr Lebensräume für Insekten

Bünde (WB). Weg von monotonen Rasenflächen, stattdessen mehr blühende Wiesen auf städtischem Grund – das strebt die Bünder SPD an. Und hat deshalb im Planungsausschuss den Antrag gestellt, auf drei stadteigenen Flächen entsprechende Saatmischungen auszubringen und Zwiebelblumen zu pflanzen. Konkret haben die Sozialdemokraten dabei den Eingangsbereich des Steinmeister-Parks sowie jeweils 100 Quadratmeter große Areale im Stadtgarten- und Dustholz-Park ins Auge gefasst.

Hilko Raske

Auch im Steinmeister-Park soll es künftig nach Vorstellung der SPD-Ratsfraktion mehr Blühflächen geben. Foto: Hilko Raske

Doch ganz so einfach scheint die Anlage und vor allem die Pflege solcher Blühflächen nicht zu sein. »Für eine derartige Wiese würden wir einen speziellen Mäher benötigen«, gab Sabine Fipp, Mitarbeiterin des kommunalen Grünflächenamts, zu bedenken. Schließlich müsse der Grünschnitt entsorgt werden, da er nicht als Bio-Dünger auf der Wiese liegen gelassen werden dürfe. Von der Anlage von Beeten riet sie ab: »Wir können nicht noch zusätzliche Beete pflegen«, sagte sie mit Blick auf die personellen Kapazitäten beim städtischen Baubetriebshof.

Kostenfrage noch nicht geklärt

Vom Grundsatz her als gut beurteilte CDU-Ratsherr Martin Schuster den Vorstoß der SPD, mehr Lebensräume für bedrohte Insekten zu schaffen. In Sachen Wildblumenwiese und Pflegeaufwand gab er allerdings Sabine Fipp recht. Und: »Eine solche Wiese sieht eine Zeit lang sehr schön aus. Doch die überwiegende Zeit ist das nicht so. Das fördert nicht gerade die Akzeptanz bei den Bürgern«, so Schuster. Bevor man etwas Derartiges beschließen wolle, solle die SPD überdies erst einmal mögliche Kosten nennen. »Das ist immerhin eine Entscheidungsgrundlage.«

Darüber hinaus sei es sinnvoll, vorab das Gespräch mit den Kommunalbetrieben Bünde (KBB) zu suchen, um in Erfahrung zu bringen, welche städtischen Flächen überhaupt dafür geeignet seien.

Dass es auch andere Wege gibt, Lebensräume für Insekten zu schaffen, betonte Norbert Darnauer (UWG). In Zusammenarbeit mit Landwirten ließe sich so etwas schnell realisieren. Zum Beispiel in Muckum, wo 6000 Quadratmeter Blühfläche entstanden seien. Generell sei der SPD-Antrag aber eine gute Sache, so Darnauer. Ähnlich sah es auch Elmar Holstiege von den Grünen. Er brachte es auf die Formel »Lieber Blühwiese als englischer Rasen«.

Den Kompromissvorschlag von Schuster, doch die Kosten zu ermitteln, lehnte SPD-Fraktionschefin Andrea Kieper ab. Bei der anschließenden Abstimmung votierte eine Mehrheit der Ausschussmitglieder für den Antrag. Bei der CDU sprachen sich drei Ratsmitglieder gegen den Antrag aus,  zwei enthielten sich der Stimme.

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