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Sprachcamp wendet sich an Kita-Kinder und Erstklässler mit Migrationshintergrund

Spielerisch Deutsch lernen

Bünde  (WB/hr). Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Doch bei vielen Kindern, die mit einem Migrationshintergrund in Deutschland leben, wird im Alltag zuhause mit der Familie eine andere Sprache als Deutsch gesprochen – sei es Arabisch, Türkisch, Rumänisch, Russisch bis hin zu Chinesisch.

In der Aula der Grundschule Bünde-Mitte führten die Kinder, die am »Sprachcamp« teilgenommen hatten, gemeinsam ein Theaterstück auf. Zwei Wochen lang hatten sie sich darauf vorbereitet. Foto: Hilko Raske

Sie sind es, an die sich das Sprachcamp wendet. Hinter dieser Bezeichnung steckt ein Angebot der Koordinierungsstelle »Kommunale Präventionsketten in NRW« des Kreises Herford. Ziel ist es, den Mädchen und Jungen, die im nächsten Jahr eingeschult werden, den Übergang vom Kindergarten in die erste Klasse zu erleichtern, in dem ihre sprachlichen Fähigkeiten spielerisch gefördert werden.

Insgesamt vier Sprachcamps sind während der Herbstferien veranstaltet worden – in Herford, Löhne, Spenge und in der Grundschule Bünde-Mitte. Unter dem Motto »Kinder einer Welt« nahmen in der Elsestadt 20 Mädchen und Jungen daran teil. In jedem Sprachcamp konnten die Kinder ihre Sprachkompetenz spielerisch weiterentwickeln – Spiel und Spaß standen dafür täglich auf dem Programm.

Krönender Abschluss war ein Theaterstück, bei dem in Bünde die jungen Teilnehmer alle auf die Bühne in der Grundschulaula durften. Dazu hatten die Kinder Kostüme und Masken gebastelt und die Bühnenbilder selber gemalt. »Die Idee zum Inhalt des Theaterstücks ist uns gekommen, als ein Mädchen uns erzählte, dass sie zwar auf deutsch die Monatsnamen kennt, mit den Jahreszeiten aber nicht viel anfangen kann«, sagt Erzieherin Sarah Eylers vom Verein »Helden – für nachhaltige Bildung und Persönlichkeitsentwicklung«, der die Durchführung aller vier Sprachcamps übernommen hatte. So mussten im Theaterstück, das am Freitagnachmittag aufgeführt wurde, Drachenkinder erzählen, welche Fähigkeiten in welcher Jahreszeit hilfreich sein können. Dazu sangen die jungen Schauspieler beispielsweise jahreszeitlich passende Volkslieder wie »Schneeflöckchen, Weißröckchen«. »In Vorbereitung auf das Theaterstück sind viele Spiele gespielt worden, bei denen der Spracherwerb im Mittelpunkt stand«, so Sarah Eylers. Die Kinder sollten beispielsweise Memorymotive benennen können oder beim gemeinsamen Einkauf wissen, wie die Lebensmittel heißen.

Die zwei Wochen Sprachcamp seien für alle Kinder ein positives Erlebnis gewesen, betont Eylers. »Zum einen konnten Berührungsängste auch gegenüber der schulischen Umgebung abgebaut werden. Und zudem haben die zwei Wochen einen richtigen Schub beim Spracherwerb gegeben.«

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