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Verein muss hohe Kosten stemmen – Bünder Sozialausschuss entscheidet am Montag über Antrag

„Tafel“ bittet die Stadt um Hilfe

Bünde (WB).Er tut viel Gutes in der Region, aber das kostet auch viel Geld: Der Verein Meller Tafel, der Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt und auch eine Nebenstelle in Bünde unterhält. Um die immer weiter steigenden Ausgaben stemmen zu können, haben sich die Ehrenamtler jetzt hilfesuchend an die Stadt Bünde gewandt.

Daniel Salmon

Auch viele Menschen in Bünde suchen die Nebenstelle der Meller Tafel im DRK-Haus an der Sachsenstraße auf. Foto: dpa

In ihrer nächsten Sitzung sollen die Mitglieder des Ausschusses für Generationen und Soziales nun darüber entscheiden, ob die Tafel – ihre Ausgabestelle in Bünde befindet sich im DRK-Haus an der Sachsenstraße und hat immer montags geöffnet – mit einer finanziellen Förderung rechnen kann. Das Gremium tritt am nächsten Montag zusammen. Dass die Arbeit des Vereins (rund 130 ehrenamtliche Helfer) auch in der Elsestadt wichtig ist, unterstreichen einige Zahlen, die Vorsitzende Ulrike Margraf schriftlich in ihrer Bitte um Unterstützung an den Ersten Beigeordneten Günther Berg geschickt hat. „Im Jahr 2019 waren allein in der Nebenstelle in Bünde 341 Bedarfsgemeinschaften – das sind 700 Personen, davon gut 200 Kinder und Jugendliche – als regelmäßige Tafel-Kunden registriert“, führt die Vorsitzende aus. Etwa die Hälfe dieser Bedarfsgemeinschaften versorge sich zugleich auch durch Abholung von Waren bei der Ausgabe in Melle.

Finanzieller Engpass

Das Problem: Die Tafel, die sich fast ausschließlich durch Spenden finanziert, stehe nun vor einem finanziellen Engpass. Laut Margraf bestehe die Gefahr, dass die Kosten für Fahrzeugunterhalt, Heizung, Wasser, Strom, Versicherung oder Abfallentsorgung „davonlaufen“. Zudem stünden Reparaturen und Wartungsarbeiten an, ferner müsse ein Kühlregal ersetzt werden. Margraf: „Aus Mitgliedsbeiträgen, dem Eigenanteil der Kunden und den regelmäßigen Spenden kann das nicht finanziert werden.” Daher wende sich die Tafel mit der Bitte um Unterstützung an die Stadt, „um auch weiterhin helfen zu können“. Eine konkrete Summe nennt die Vorsitzende im Antrag nicht.

Im Bünder Haushaltsentwurf für 2020 sind aktuell 29.000 Euro als Zuschüsse an Vereine und Verbände vorgesehen. Da für eine weitere Zuwendung an die Tafel noch keine Kosten im Etat veranschlagt wurden, müsse diese noch mit eingeplant werden – vorausgesetzt der Ausschuss gibt grünes Licht. Wie die Verwaltung mitteilt, war die Tafel zuletzt im Jahr 2012 mit einem Betrag in Höhe von 1500 Euro unterstützt worden.

Kommentar

Auch in Bünde leben Menschen am Existenzminimum: Viele Familien und Rentner können sich einen Einkauf im Supermarkt kaum mehr leisten, sind auf Unterstützung angewiesen. Ihnen hilft die Tafel. Für wenig Geld erhalten Bedürftige dort gute Lebensmittel. Insgesamt 130 Helfer stellen in Melle und an der Bünder Tafel-Nebenstelle freiwillig ihre Arbeitskraft in den Dienst der guten Sache. Nun bitten die Ehrenamtler, die Stadt und die Politiker um Hilfe. Und ihr Ruf sollte gehört werden, damit sie auch weiterhin einen wertvollen Dienst an der Allgemeinheit leisten können.

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