1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Tauben-Fütterungsverbot: Ärger über Infoflyer

  8. >

Tierschützerin moniert Fehler im Handzettel der Bünder Stadtverwaltung

Tauben-Fütterungsverbot: Ärger über Infoflyer

Bünde (WB). Wer füttert heimlich Tauben in der Innenstadt? Das möchte die Stadt Bünde herausfinden. Zu dem Thema haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes nun einen Flyer verteilt. »Der enthält aber viele Fehlinfos«, moniert die Taubenschützerin Tanja Bültermann.

Daniel Salmon

Wer füttert die Bünder Stadttauben? Das würde die Stadt auch nur zu gerne wissen. Foto: Daniel Salmon

Wie Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz einräumt, seien die DIN-A4-großen Handzettel von Mitarbeitern des Ordnungsamtes am vergangenen Freitag im Bereich Eschstraße/Elysiumstraße punktuell verteilt wurden. Unter anderem dürften die Anwohner dort das Schreiben in ihren Postkästen gefunden haben, weitere seien in angrenzenden Bäckereien ausgelegt worden.

Auslöser für die Flugblattaktion der Stadt seien wiederholte Beschwerden eines Anliegers gewesen, der sich über die regelmäßige Fütterung der Tiere durch Unbekannte beklagt habe. Wie berichtet, sorgt die Taubenpopulation vor allem im oberen Bereich der Eschstraße seit geraumer Zeit vor allem bei den dortigen Ladeninhabern für Verdruss.

Tauben sind Vegetarier

Laut Greiner-Rietz soll die Bevölkerung mit den Flyern für das Thema sensibilisiert werden. Daher will die Kommune darauf aufmerksam machen, dass die Fütterung der Tiere in Bünde verboten und zudem nachteilig für die Vögel sei. Daher habe das Ordnungsamt kurzfristig gehandelt und über die Auswirkungen der Fütterung informiert. »Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger ist eine Form, um die Problematik der verbotenen Taubenfütterung anzugehen. Ansonsten ist es erfahrungsgemäß äußerst schwierig, jemanden auf frischer Tat zu ertappen«, so die Stadtsprecherin. Wird jemand tatsächlich mal erwischt, müsse er – beim ersten Verstoß – mit einem Verwarngeld in Höhe von 15 Euro rechnen.

»Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt mit mir Rücksprache hält, bevor sie so einen Flyer herausgibt«, sagt nun Tanja Bültermann. Die Betreiberin der Stadttaubenhilfe Bünde, die sich seit einiger Zeit für einen betreuten Taubenschlag in der Stadt einsetzt, den ein eigens gegründeter Verein auch unterhalten würde, ist mit den Formulierungen in dem Handzettel alles andere als zufrieden. »Da sind lauter Fehler drin! In dem Text steht zum Beispiel, dass sich Stadttauben auch von Würmern oder Schnecken ernähren würden. Dabei sind die Tiere Vegetarier und würden so etwas nur in der allergrößten Not fressen«, so Bültermann

Eigener Flyer geplant

Während in dem Schreiben der Stadt ferner angeführt wird, dass die Größe einer Taubenpopulation entscheidend vom Nahrungsangebot abhänge, meint die Tierschützerin: »Stadttauben wurde die Bruthäufigkeit angezüchtet, die nicht durch Nahrungsentzug zu beeinflussen ist. Nahrungsentzug führt zu Verelendung und Verhungern der Tiere.«

Aufgrund der – ihrer Ansicht nach – nicht richtigen Aussagen, will Bültermann daher einen eigenen Flyer mit Informationen zu den Stadttauben auflegen. »Problematisch ist für uns zudem, dass wir vom Ordnungsamt die Erlaubnis haben, erkrankte Tiere anzufüttern, um sie dann besser einfangen zu können. Das übrige Futter entfernen wir dann zwar. Aber nun werden wir angefeindet, wenn uns jemand dabei beobachtet«, sagt die Tierfreundin, die den Handzettel der Stadtverwaltung auch in diesem Zusammenhang als ziemlich »kontraproduktiv« bezeichnet.

Startseite