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Paralympics-Teilnehmerin Maike Naomi Schnittger heiratet in Bünde WM-Starter Carl Louis Schwarz

Traumhochzeit der Top-Schwimmer

Bünde (WB). Gemeinsamer Sprung ins Eheglück statt ins kalte Wasser: Paralympics-Teilnehmerin Maike Naomi Schnittger (26) und WM-Schwimmer Carl Louis Schwarz (24) haben sich jetzt in Bünde das Ja-Wort gegeben. Getraut wurde das Paar am Mittwochvormittag von Bürgermeister Wolfgang Koch.

Daniel Salmon

Glücklich strahlt das junge Ehepaar am Mittwochvormittag in die Kamera. Wenige Minuten zuvor haben sich Maike Naomi Schnittger und Carl Louis Schwarz im Bünder Dammhaus das Ja-Wort gegeben. Die Trauungszeremonie leitete Bürgermeister Koch. Foto: Daniel Salmon

Nur die engsten Verwandten sind im Dammhaus der Elsestadt anwesend, als das Sportler-Paar den Bund fürs Leben schließt. „Wir haben uns quasi am Schwimmbeckenrand kennengelernt und dann hat es gefunkt“, verrät Schnittger, die ab sofort den Nachnamen ihres Mannes trägt.

Das Ehepaar lebt zwar in Potsdam, die Braut hat aber immer noch viele Fans in Bünde und Umgebung. Geboren im japanischen Yokohama, wuchs die heute 26-Jährige in Preußisch Oldendorf auf, sprang bis 2018 für die TG Ennigloh ins Becken. 2013 wechselte sie an den Olympia-Stützpunkt in Brandenburg. Seit ihrem 15. Lebensjahr nahm die Athletin, die aufgrund einer Augenerkrankung nur noch eine Sehkraft von rund zwei Prozent hat, an internationalen Schwimmwettkämpfen teil und sammelte Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.

Silbermedaille in Rio

Auch bei den Paralympics in London (2012) und Rio de Janeiro (2016) ging sie an den Start. Aus Brasilien brachte Maike Naomi Schnittger damals eine Silbermedaille mit. „Als ich wieder nach Deutschland kam, haben Carl und ich uns kennengelernt. Mein Trainer hat damals aufgehört und Jörg Hoffmann nahm mich in seine olympische Trainingsgruppe auf, in der auch Carl schwimmt.“

Denn Schnittgers aus Mecklenburg stammender Angetrauter ist ebenfalls ein Top-Athlet, mehrfacher Medaillen-Gewinner bei Deutschen Meisterschaften und EM- und WM-Teilnehmer für den Deutschen Schwimmverband. Aus anfänglicher Freundschaft wurde schnell Liebe: Seit mittlerweile drei Jahren sind die beiden Spitzensportler ein Paar.

Sie macht den Heiratsantrag

„Ich schätze an Carl vor allem seine Ruhe und Gelassenheit. Er ist quasi mein Gegenpol, ich bin eher emotional und dynamisch. Carl holt mich immer wieder auf den Teppich zurück“, sagt die Top-Schwimmerin und lacht. Den Heiratsantrag hat Maike Naomi Schnittger ihrem Freund Weihnachten 2019 gemacht. „Das war bei uns zuhause in Preußisch Oldendorf, Maike hatte die Ringe besorgt“, erinnert sich Rainer Schnittger, Vater und langjähriger Schwimmtrainer der Braut.

Gefeiert wird nach der Trauung am Mittwoch zunächst nur im kleinen Kreis. Eine größere Fete mit 75 Gästen soll es – unter Coronabedingungen – dann am 29. August geben: und zwar in der Orangerie des Schweriner Schlosses. „Dann wird es eine freie Trauung geben und außerdem hat Carl an dem Tag Geburtstag“, sagt die 26-Jährige, die für die Zeit nach der sportlichen Karriere bereits vorsorgt: Derzeit studiert sie Psychologie, ihr Ehemann absolviert aktuell ein Duales Studium. Für ihre Ausbildung wollen die beiden vorerst in Potsdam bleiben. „Und irgendwann wollen wir natürlich auch Kinder“, so die Schwimmerin.

Trauung auf persönlichen Wunsch

Warum fiel die Wahl der Brautleute für die standesamtliche Zeremonie ausgerechnet auf Bünde? „Ich verbinde viel mit der Stadt, habe früher ja fast 100 Prozent meiner Freizeit hier in Bünde im Schwimmbecken verbracht“, sagt Maike Naomi Schnittger. Zudem kennt sie Bürgermeister Wolfgang Koch persönlich und fragte ihn, ob er die Trauung übernehmen könne. „Und da musste ich nicht lange überlegen und habe zugesagt“, so das Bünder Stadtoberhaupt.

2012 war Koch damals selbst zu den Paralympics nach London geflogen, hatte die damalige Teenagerin gemeinsam mit weiteren Fans aus der Heimat bei den Spielen angefeuert. Als Schnittger wieder nach Deutschland kam, durfte sie sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen. „Die Begeisterung für Maike und ihre Erfolge waren hier vor Ort damals riesig“, erinnert sich Koch.

Eheschließungen seien für den Rathauschef übrigens die schönsten Amtshandlungen in seinem Job: „So etwas mache ich aber höchstens einmal im Quartal, meistens auf persönlichen Wunsch der Brautleute.“ Koch war zur Zeit seines Amtsantritts auf eigenen Wunsch hin auch zum Standesbeamten bestellt worden.

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