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Wegen einer mutmaßlichen Trunkenheitsfahrt steht ein Bünder ab Montag vor Gericht

Trotz 2 Promille mit dem Auto zur Klinik und zurück

Bünde (WB). Vor dem Bünder Amtsgericht wird am kommenden Montag eine recht ungewöhnliche Trunkenheitsfahrt verhandelt: Mit reichlich Promille im Blut soll ein Autofahrer demnach in seinem Wagen zu einer medizinischen Behandlung ins Lukas-Krankenhaus und danach wieder zurück nach Hause gefahren sein.

Daniel Salmon

Reichlich Restalkohol soll der Angeklagte im Blut gehabt haben, als die Polizei bei ihm vorbeikam. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mittdreißiger Trunkenheit im Straßenverkehr vor. Zugetragen haben soll sich der Vorfall bereits im November 2018, wie Amtsgerichtsdirektor Thomas Bröderhausen auf Anfrage mitteilt.

Betrunken schon am Mittag?

Laut Anklageschrift soll sich der Angeklagte an jenem Spätherbsttag zur Mittagszeit hinter das Steuer seines Autos gesetzt und die etwa drei bis vier Kilometer entfernte Klinik angesteuert haben. Nach der Behandlung – um was für einen Arzttermin es sich handelte, ist nicht bekannt – legte der Bünder den Rückweg zu seiner Wohnung ebenfalls mit seinem Fahrzeug zurück. Doch wie wurde die Polizei überhaupt auf den mutmaßlichen Alkoholsünder aufmerksam? Die Antwort liefert Amtsgerichtschef Bröderhausen: „Eine Zeugin hatte sich bei den Beamten gemeldet.“

Der Mann erhielt daraufhin Besuch von den Ermittlern. Und die sollen festgestellt haben, dass dieser rund 2 Promille Alkohol in der Blutbahn hatte. Sollte ihm das Vergehen in der für den 3. Februar angesetzten Verhandlung nachgewiesen werden, müsste er wohl mindestens mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

Ein ähnlicher Fall

Vor einigen Monaten hatte ein ähnlicher Fall schon einmal die Justizbehörde beschäftigt. Damals ging es um einen Mann, der im Dezember 2018 binnen kaum mehr als 24 Stunden gleich zwei Unfälle in Bünde und Spenge gebaut hatte: Bei beiden Crashs war er stark alkoholisiert gewesen.

Die Anklage lautete auf Trunkenheit im Straßenverkehr, fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung – und in einem Fall auch vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis. Denn seinen »Lappen« hatte die Polizei dem Verkehrssünder schon nach dem ersten Unfall abgenommen.

2,4 und 2,8 Promille

Mit einem festgestellten Alkoholwert von 2,4 Promille hatte er zunächst an einer Ampelkreuzung auf der Blankener Straße in Bünde einen Auffahrunfall verursacht. »Ich bin von der Bremse abgerutscht. Es tut mir leid«, gab der Angeklagte seinerzeit zu Protokoll.

Am Abend des Folgetages dann der nächste Vorfall: Tatort war dieses Mal der Parkplatz eines Geschäftes in Spenge. Beim Versuch, sein Auto – mit dem er trotz Führerscheinentzugs unterwegs gewesen war – auf der Stellfläche zu rangieren, stieß er gegen einen Zaun und ein anderes Fahrzeug Diese Mal stellte die Polizei sogar einen Promillewert von 2,8 fest.

Der geständige 54-Jährige wurde damals vom Gericht zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro verurteilt.

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