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Randale-Serie in der Bünder Innenstadt geht weiter – Trauerkränze von „Querdenkern“ ausgelegt?

Unbekannte zerstören Glasfronten

Bünde (WB).

Erneut gab‘s am Wochenende und in den Tagen zuvor Randale in der Bünder City: Unbekannte haben Steine in die Glasfronten mehrerer Geschäfte und des Stadtmarketingbüros geworfen. Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger will in der Sache jetzt das Gespräch mit der Polizei suchen.

Daniel Salmon

Die Bünder Filiale der Bäckerei Schmidt in der Eschstraße wurde ebenfalls mit Steinen beworfen. Die Polizei ermittelt nun. Foto: Daniel Salmon

Konkret betroffen sind neben dem Schaufenster am Rathausgebäude die Ladenlokale der Bäckerei Schmidt und des Fashion-Stores in der Eschstraße sowie das Tui-Reisecenter in der Bahnhofstraße und das Sanitätshaus Sieksmeier am Nordring. In der Nähe zumindest eines Tatortes sollen Steine gefunden worden sein, mit denen der oder die Randalierer die Glasfronten teils massiv beschädigt haben. Wie am Sonntag von der Leitstelle der Kreispolizei zu erfahren war, haben die Beamten bereits Ermittlungen aufgenommen.

Erst in der Nacht auf letzten Donnerstag und am folgenden Abend waren im näheren City-Bereich die Heckscheiben von mehr als einem Dutzend Autos zerstört worden. In den Wochen zuvor war es seit Ende September zu Brandstiftungen in Bünde gekommen: Auf Parkplätzen in der City hatten Unbekannte mehrere Fahrzeuge angesteckt, später dann die sogenannte „Kerze der Hoffnung“ auf dem Rathausplatz abgefackelt und einen Brandsatz durch den Briefkasten des Gemeindebüros der Lydia-Gemeinde geworfen. In den frühen Morgenstunden des 31. Oktober war dann auf die DRK-Kita Krempoli ein Feueranschlag verübt worden.

Die Polizei prüft Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Fällen und Tatserien. Noch am Sonntag äußerte sich Neu-Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger im Gespräch mit dieser Zeitung besorgt über die Vorkommnisse der letzen Zeit. „Es bewegt mich, was aktuell in unserer Stadt los ist.“ Für diesen Montag hat Rutenkröger ein Gespräch mit der Polizei anberaumt, bei der sie auch auf die Brandstiftungen und Sachbeschädigungen zu sprechen kommen will. „Ich weiß nicht, wer hinter diesen Taten steckt und ob das irgendwas mit den Corona-Einschränkungen zu tun hat, weil gewisse Gruppen nun nicht wissen, womit sie sich beschäftigen wollen. Ich finde das alles jedenfalls sehr bedauerlich“, so die Bürgermeisterin weiter.

Wahrscheinlich in der Nacht zu Sonntag haben Unbekannte vor dem Bünder Rathaus, der Geschäftsstelle einer Lokalzeitung und dem Kinderschutzbund zudem Trauerkränze mit dubiosen Beschriftungen ausgelegt. Auf dem Kranz vor dem Rathaushaupteingang war zu lesen: „Ihr fehlt uns sehr! Demokratie und Rechtsstaat“. Nach Recherchen dieser Zeitung sollen Mitglieder der sogenannten „Querdenker“-Bewegung für diese Aktion verantwortlich sein. Wie die Polizei mitteilt, war am Freitag vor dem Rathaus in Herford ein ähnlicher Trauerkranz samt Grabkerzen entdeckt worden.

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