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Digitales Lernen mit Tablet-PCs und Whiteboards wird an der EKG gut angenommen

Unterricht 4.0 an der Gesamtschule

Kirchlengern  (WB). Papierchaos war gestern: An der Kirchlengeraner Erich-Kästner-Gesamtschule können Schüler ihre Matheaufgaben mittlerweile auf Tablet-PCs lösen. Seit vergangenem Herbst gibt’s an der Bildungseinrichtung Unterricht 4.0 – und der kommt gut an.

Daniel Salmon

Lehrerin Corinna Baudo und den Schülern der 8c macht der Unterricht mit Tablet-PCs und digitaler Tafel sichtlich Spaß. »Wenn man was nicht weiß, kann man das im Internet dann schnell nachgucken«, sagt Schülerin Katrina Kite. Foto: Daniel Salmon

Den Beweis liefert am Donnerstagmorgen ein Besuch bei der Klasse 8c. Hochkonzentriert blicken die 25 Schüler auf die kleinen Computer, während Corinna Baudo, Lehrerin für Gesellschaftslehre, an der digitalen Tafel zum Thema Menschenrechte referiert. Auch sie hat ein iPad in der Hand.

»Diese Form des Unterrichts macht viel mehr Spaß, als immer nur Arbeitsblätter zu bearbeiten. Wir passen auch viel besser auf«, ist Jan Mika Vogt (13) überzeugt. Und Pädagogin Baudo ergänzt: »Man ist viel flexibler, wenn es darum geht, Lehrinhalte oder Arbeitsergebnisse von Schülern der ganzen Klasse zu zeigen.« Während der Schulstunde unterrichtsfremde Inhalte im Netz abrufen funktioniert übrigens nicht. Per App sieht der Lehrer auf seinem eigenen Gerät stets, was Schüler auf ihren Computer so treiben.

Vier digitale Tafeln

Vier digitale Tafeln und zwei Klassensätze mobiler Tablets hat die Gemeinde bislang für die EKG angeschafft. Die EKG-Fachlehrer können die mobilen Computer für ihre Unterrichtungsstunden anfordern. Vor allen in den Fächern Mathe, Bio, Deutsch und Englisch sind die digitalen Lernmittel mittlerweile stark nachgefragt. »Ganz am Anfang war das noch nicht so. Da lief die Nutzung zunächst schleppend an. Mittlerweile ist das komplett anders. Der Ausleihplan ist immer voll«, sagt Dennis Krause, der an der EKG für die didaktische Leitung zuständig ist. Einen ganz pragmatischen Vorteil des digitalisierten Unterrichts nennt Schüler Max Schroeder (15): »Wenn weniger Arbeitszettel kopiert werden, dient das auch dem Umweltschutz.«

»Gute Schule 2020«

Finanziert worden sind die Modernen Lern- und Lehrmittel an der Gesamtschule aus dem Fördertopf des NRW-Landesprogramm »Gute Schule 2020«. Diese dient der langfristigen Finanzierung kommunaler Investitionen in die Sanierung, Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur kommunaler Bildungseinrichtungen.

Zudem soll mit dem Programm – das Gesamtvolumen beträgt zwei Milliarden Euro – der digitale Aufbruch an den Schulen vorangetrieben werden. Nach Kirchlengern fließen Fördermittel in Höhe von einer halben Million Euro. Dieser Betrag kann in vier Teilbeträgen zu je 125.000 Euro für den Zeitraum 2017 bis 2020 abgerufen werden.

Aufgrund einer Beschlussfassung des Gemeinderates waren die Mittel für 2017 bereits für die Sanierung der Tartanbahn (Kosten: 97.500 Euro) und für die ersten Maßnahmen des so genannten Medienentwicklungsplans (27.500 Euro) abgerufen worden.

Flottes Internet

Unabhängig von dieser Bezuschussung hatte die Kommune laut Bürgermeister Rüdiger Meier die Grundlage für die Digitalisierung an der EKG geschaffen. Zuerst gab’s einen flotten Internetzugang, dann wurde die Schule abschnittsweise mit WLAN ausgestattet.

Für die Jahre 2018 bis 2020 stehen somit noch Fördermittel in Höhe von 375.000 Euro zur Verfügung, die der Digitalisierung aller vier Schulstandorte in Kirchlengern zugute kommen sollen.

Übrigens: Perspektivisch sollen alle 18 EKG-Klassenräume mit Whiteboards ausgestattet werden. Auch weitere Tablets könnten angeschafft werden, wenn weitere Mittel aus dem sogenannten Digitalpakt nach Kirchlengern fließen.

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