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Einrichtung des Kreises Herford schließt am 30. September – Landrat will Standby-Betrieb

Was passiert mit dem Corona-Impfzentrum?

Kreis Herford

Am 30. September wird vorerst Schluss sein: Dann schließt das Impfzentrum für den Kreis Herford seine Türen. Ein Beschluss der nordrhein-westfälischen Landesregierung legt das fest. Doch was passiert mit der teuer aufgebauten Infrastruktur im Anschluss?

Wer sich im Impfzentrum des Kreises Herford impfen lassen möchte, hat dafür nur noch bis zum 30. September Zeit. Dann schließt die Einrichtung vorerst ihre Türen. Es gibt derzeit aber genug freie Termine. Foto: Moritz Winde

Am 30. September wird vorerst Schluss sein: Dann schließt das Impfzentrum für den Kreis Herford seine Türen. Ein Beschluss der nordrhein-westfälischen Landesregierung legt das fest. Doch was passiert mit der teuer aufgebauten Infrastruktur im Anschluss?

Bislang hat das Impfzentrum nach Angaben des Kreises Kosten von 2,8 Millionen Euro verursacht, die aber größtenteils vom Land erstattet würden. Dass es bald schließen muss wird damit begründet, dass bis zum 30. September alle impfwilligen Personen ab zwölf Jahren die Möglichkeit einer abgeschlossenen Impfserie erhalten haben werden und das Impfgeschehen dann von den Impfzentren regelhaft in die Arztpraxen übergehen könne.

Landrat Jürgen Müller hat dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales vorgeschlagen, die Einrichtung in Enger als „regionales Impfzentrum“ über den 30. September hinaus im Standby-Betrieb zu behalten, um es bei Bedarf kurzfristig reaktivieren zu können. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sich das Land an der Finanzierung maßgeblich mitbeteiligt.

Eine Antwort des Ministeriums steht noch aus. Dort wird aber an einem Konzept gearbeitet, mit dem Strukturen vorgehalten werden, die im Bedarfsfall die Koordination und die Durchführung von Impfungen sicherstellen – insbesondere für Bürger, die möglicherweise seltener über die Ärzteschaft erreicht werden.

Sollte das Impfzentrum im Kreis Herford für den Standby-Betrieb infrage kommen, sind auf jeden Fall viele Dinge neu zu regeln: zum Beispiel der Mietvertrag, der derzeit auf die Betriebszeiten des Impfzentrums abgestimmt ist. Oder auch, wie es mit dem Personal des Impfzentrums weitergeht. Derzeit regeln Verträge zwischen dem Kreis Herford und dem DRK-Kreisverband diesen Punkt.

Die Nachfrage nach Impfterminen ist mit Beginn der Urlaubszeit deutlich zurückgegangen. Etwa acht Prozent der Termine würden derzeit außerdem nicht wahrgenommen oder kurzfristig abgesagt. Wie viele dieser Absagen Zweittermine betreffen, kann der Kreis Herford nicht genau beziffern.

„Wir gehen davon aus, dass viele Bürger bei der Impfung den für sich einfachsten Weg suchen und nicht bewusst auf die Zweitimpfung verzichten“, sagt Petra Scholz, Pressesprecherin des Kreises Herford. Gut wäre es aber, wenn Termine im Impfzentrum rechtzeitig abgesagt würden, wenn eine Impfung zuvor zum Beispiel schon beim Hausarzt verabreicht wurde. Grundsätzlich sei aber auch erkennbar, dass „von den aktuell noch nicht geimpften Patienten offenbar noch einige überzeugt werden müssen“, sagt Petra Scholz.

Wenig Probleme bereiten derweil Verlegungswünsche bei Terminen. Aufgrund der derzeit freien Kapazitäten komme der Kreis diesen Anliegen gerne nach. Es müsse sich auch niemand Sorgen machen, dass durch Terminabsagen massenhaft Impfstoff weggeworfen werden müsse. „Der Impfstoff wird immer erst kurz vor der Impfung aufgezogen. Was nicht verwendet wird, bleibt im Kühlschrank und kann zu einem späteren Zeitpunkt verimpft werden“, sagt Scholz. Auch das Vakzin von Biontech sei mittlerweile vier Wochen bei Kühlschranktemperatur haltbar.

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