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SPD-Gesundheitsforum: Chef des Lukas-Krankenhauses steht Rede und Antwort

»Wir sind gut aufgestellt«

Bünde  (WB). Wenn es nach Hans-Ulrich Sorgenfrei geht, muss man sich um die Zukunft des Lukas-Krankenhauses keine Sorgen machen. Der Vorstandsvorsitzende der Bünder Klinik stand nun Rede und Antwort beim Bürgerdialog »Gesundheit« des SPD-Ortsvereins Bünde im Restaurant »Zur Klinke«.

Beim Bürgerdialog »Gesundheit« des SPD-Ortsvereins Bünde informierte Hans-Ulrich Sorgenfrei, Vorstandsvorsitzender des Lukas-Krankenhauses, etwa 70 interessierte Bürger über die aktuelle Situation der Klinik. Foto: Daniel Salmon

Mehr als 70 Interessierte machten mit ihren Fragen und Diskussionsbeiträgen deutlich, wie wichtig ihnen eine ortsnahe Versorgung in »ihrem« Bünder Krankenhaus ist.

2018 Investitionen in Höhe von 2,16 Millionen Euro

»Wir sind gut aufgestellt«, sagte Hans-Ulrich Sorgenfrei, »in diesem Jahr investieren wir 2,16 Millionen Euro. Unsere finanzielle Lage ist gesund. Zur Ausbildungsförderung planen wir eine gemeinsame Krankenpflegeschule mit dem Klinikum Herford.« Angesprochen auf den Verlust der Entbindungsstation und möglicher weiterer Rationalisierungsmaßnahmen in der Zukunft antwortete Sorgenfrei: »Man kann uns nichts mehr wegnehmen. Wir bleiben mit unseren 281 Betten ein Haus der medizinischen Grund- und Regelversorgung gemäß der Landesplanung NRW.« Für diesen Optimismus spreche auch die Tatsache, dass der Bünder Standort einen Einzugsbereich von 110.000 Einwohnern für eine Notfallversorgung hat.

Hohe Zufriedenheit der Patienten

Für das Lukas-Krankenhaus spreche auch, so Sorgenfrei weiter, die hohe Zufriedenheit der Patienten. Auf die Frage »Würden Sie das Lukas-Krankenhaus ihrer Familie und Freunden empfehlen?« antworteten laut AOK-Krankenhausnavigator 85,9 Prozent positiv. 91 Prozent lobten die Sauberkeit und 88,6 Prozent das Essen.

Krankenhaus zukunftssicher machen

Damit dies so bleibe, müsse das Haus zukunftssicher gemacht werden. Hilfe verspricht sich der Chef des Lukas-Krankenhauses von einer finanziellen Beteiligung des Kreises Herford als Miteigentümer. »Ich betone, dass es um ein Engagement des Kreises und nicht des Klinikums Herford gehen soll.« Über diese Pläne stehe er in einem konstruktiven Kontakt mit Landrat Jürgen Müller, für den die ortsnahe Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger gleichfalls ein ernstes Anliegen sei.

Niedrige Behandlungsquote

Ein Problem aller Krankenhäuser im Kreis Herford ist die niedrige Behandlungsquote. Nur 58,5 Prozent aller Einwohner des Landkreises entscheiden sich für Behandlung in einer Klinik im eigenen Wittekindskreis. Zum Vergleich: die Stadt Bielefeld hat eine Behandlungsquote von 92,4 Prozent. Die Krankenhäuser im Kreis Herford verlieren Patienten an alle Nachbarkreise mit Ausnahme des Kreises Lippe. »Da müssen wir besser werden«, erklärte Sorgenfrei, »wir arbeiten an den Gründen warum das so ist. Vermutlich müssen wir unsere Qualität noch weiter steigern.«

Irritation durch Personalwechsel

Natürlich spielte beim Bürgerdialog der SPD auch der Personalwechsel bei den Chefärzten eine Rolle. Im Oktober vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass mit Dr. Bernd Wejda und Dr. Thomas Wege gleich zwei Chefärzte gekündigt hatten. Dazu Hans-Ulrich Sorgenfrei: »Ich kann zwei erwachsene Menschen nicht halten, wenn sie sich beruflich verändern wollen.«

Diese Position fand nicht bei allen Zuhörerinnen und Zuhörern breite Zustimmung. Der Umstand, dass der Lukas-Chef erst einen Tag vor der Veröffentlichung vom Weggang der Kollegen erfahren haben will, lässt zudem auf Engpässe bei der hausinternen Kommunikation schließen. Die neu besetzten Chefärzte hätten einen verheißungsvollen, guten Start gehabt.

Sorgenfrei begrüßte die öffentliche SPD-Diskussion und bedauerte, dass andere Parteien das Thema Gesundheit scheinbar nur hinter verschlossenen Türen besprechen. Der Vorstandsvorsitzende der Bünder Klinik wünschte sich abschließend noch mehr Engagement der Bürgerinnen und Bürger für »ihr« Krankenhaus, zum Beispiel durch eine Mitgliedschaft im Krankenhausverein Bünde/Enger und im Förderverein des Lukas-Krankenhauses.

Weitere Infoabende im SPD-Bürgerdialog

Ulrich Althoff, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bünde, wies darauf hin, dass die Beschäftigung mit dem Lukas-Krankenhaus keine Eintagsfliege sei. Unter dem Leitmotto »Gesundheit in Bünde« werde die SPD nach der Sommerpause einen weiteren Bürgerdialog anstreben, diesmal mit dem Schwerpunkt hausärztliche Versorgung. Ein dritte öffentliche Veranstaltung ist der ambulanten und stationären Pflege im Bünder Land gewidmet.

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