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Jürgen Sohns erstellt Vergleichsstudie zu Heidesportplatz und Areal am Friedhof

Wo lässt es sich besser bauen?

Bünde  (WB). Wo lässt sich ein Neubauprojekt, das auch Sozialwohnungen berücksichtigt, leichter realisieren: am Feldmarkfriedhof oder auf dem ehemaligen Sportplatz an der Hauptschule? An dieser Frage hat sich inzwischen ein Streit entbrannt, der kurz vor der Kommunalwahl die politische Diskussion beherrscht. Eine Antwort hat nun Jürgen Sohns geliefert. Der 71-Jährige ist Anwohner am Feldmarkfriedhof, hat an beiden Ortsterminen des Naturschutzbundes (Nabu) zu diesem Thema teilgenommen. „Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass etliche Teilnehmer, aber auch die Kommunalpolitiker keine Vorstellung davon haben, was baulich auf den beiden Flächen überhaupt möglich ist.“ Für Sohns eine Herausforderung, der er sich gerne stellte. Zwar ist Sohns kein Architekt – als studierter Designer und Produktentwickler ist er es aber von Berufswegen gewohnt, Lösungen zu finden. Das Ergebnis seiner Studie präsentierte er nun gemeinsam mit dem Nabu-Kreisvorsitzenden Friedhelm Diebrok.

Hilko Raske

Stellten das Ergebnis der Vergleichsstudie vor: Jürgen Sohns (links) und der Nabu-Kreisvorsitzende Friedhelm Diebrok. Foto: Hilko Raske

Als erstes erstellte Sohns einen Lageplan. Dabei half Google Earth. Die Luftaufnahmen beider Flächen legte Sohns maßstabsgetreu auf­einander, um so eine Vergleichbarkeit zu erreichen. Berücksichtigt wurde auch der Baumbestand beider Flächen. Ziel sei es schließlich, möglichst viel Grün zu erhalten. Das lasse sich beim ehemaligen Sportplatz der Hauptschule deutlich einfacher umsetzen. „Hier muss die Begrünung nur am Rande für eine Zufahrt weichen“, so Sohns.

Doch welche Häuser sollen überhaupt auf den Flächen stehen? Im Raum steht die Zahl von 60 Wohnungen. „Um sich dieser Zahl anzunähern, müssen die Gebäude mehrgeschossig sein“, erklärt Sohns. Er entschied sich für ein dreigeschossiges Doppelhaus, das zwei Wohnungen mit je 90 Quadratmetern, zwei mit 45 Quadratmetern und drei mit 70 Quadratmetern aufweist. Die Bedachung kann wahlweise mit einer Voltaikanlage oder Begrünung versehen werden.

In einem nächsten Schritt verteilte Sohns die Doppelhäuser auf den jeweiligen Flächen. Dabei berücksichtigte er, dass jede Wohnung einen Stellplatz benötigt und Zufahrten auch für Groß- und Rettungsfahrzeuge vorhanden sein müssen. Gemäß Landesbauordnung NRW ist außerdem noch ein Kinderspielplatz vorgesehen. Und auch Ladestationen für E-Fahrzeuge soll es geben.

„Beim zweiten Ortstermin erfuhr ich dann, dass eine Teilfläche am Sportplatz möglicherweise als Reservefläche für einen benachbarten Discounter oder für die Forscherhaus-Gesamtschule reserviert werden soll“, sagt Sohns. Das hatte zur Folge, dass der Plan für den ehemaligen Sportplatz neu gezeichnet werden musste. Im überarbeiteten Entwurf lässt sich ein Teilstück problemlos abtrennen.

Das Ergebnis: Auf dem Grundstück am Feldmarkfriedhof lassen sich maximal 46 Wohnungen bauen, an der Hauptschule ohne das reservierte Teilstück 47, mit Teilstück sogar maximal 65 Wohnungen.

Fast vier Tage hat Sohns an dieser Vergleichsstudie gearbeitet. „Und es hat mir Spaß gemacht.“ Welches Fazit zieht er? „Die Bebauung des ehemaligen Sportplatzes ist deutlich einfacher. Um die Bäume am Feldmarkfriedhof herumzubauen ist sicher eine Kunst.“ Sohns hofft nun, dass er mit seiner Vergleichsstudie sowohl die Kommunalpolitiker als auch die Bürger erreicht.

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