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Neue Initiative sucht Standorte für Neuanpflanzungen – Bürger sollen Fotos machen

Zu wenig Bäume auf zu viel Pflaster

Herford (WB). Steigende Temperaturen, zu wenig oder zu viel Regen, sterbende Bäume – seit Monaten diskutieren die Menschen über die Folgen des Klimawandels. Die Gründer der neuen Herforder Initiative »Zukunftsbaum« aber wollen handeln und starten die erste Aktion – die Suche nach möglichen Baumstandorten.

Bärbel Hillebrenner

Auf dem neuen Augustaplatz steht kein einziger Baum. Auch auf den anderen Plätzen in der Innenstadt sieht es eher mager aus. Das will die neue Initiative ändern. Foto: Moritz Winde

»Es wird viel geredet, das muss auch sein. Aber wir wollen nun alle Bürger in Herford ansprechen, an unserer ersten Aktion mitzuwirken«, sagt Inez Déjà. Sie und Marlies Burgdorf, Detlef Stephan Marten und Jürgen Jösting haben die Gruppe gegründet, die zum Ziel hat, mehr Bäume in der Stadt zu pflanzen. »Gucken Sie sich um: Überall, wo in der jüngsten Vergangenheit Plätze saniert, Fußgängerzonen neu gestaltet oder ganz neue Areale entstanden sind, fehlen Bäume. Alles ist doch nur noch eine triste Betonwüste«, ergänzt Marlies Burgdorf. Schatten im Sommer, frische Luft, Erholung im Grünen – Fehlanzeige!

Bürger sollen sich einmischen

»Wir starten hier keinen bloßen Aktionismus, aber so geht es nicht weiter. Wir wollen die Themen Klimawandel und Stadtbäume nicht auf die lange Bank schieben, sondern jetzt handeln für einen grünen Lebensraum in Herford«, erklärt Detlef Stephan Marten. Bäume seien lebenswichtig für den Menschen, sie seien Staubfilter, Kohlendioxidspeicher, Nahrungsquelle für Tier und Mensch – gerade in einer asphaltierten, zubetonierten und zugepflasterten Innenstadt.

Das Quartett hat die gleichen Interessen. Und weil sich die Vier auch gut kennen, haben sie sich zu dieser neuen Initiative zusammengefunden. Wichtig sei ihnen, dass es nicht um Parteipolitik geht – im Gegenteil. »Wir finden es wichtig, dass sich alle Bürger einmischen, um den Entscheidungsträgern, egal welcher Partei sie angehören, den Rücken zu stärken. Es ist unsere letzte Chance, die Erderwärmung zu begrenzen«, sagt Inez Déjà.

Erste Fotos bis Jahresende

Jeder könne das auf seine Weise und nach seinen eigenen Möglichkeiten tun. Dieser Sommer habe gezeigt, wie qualvoll die Hitze auf den innerstädtischen Plätzen und Straßen sein kann – und ohne Bäume noch viel gravierender. Inez Déjà: »Der Kreis Herford besteht nur zu 8,4 Prozent aus Wald und gehört damit zu den waldärmsten Regionen in Deutschland.«

Die Gruppe startet nun mit einem Aufruf zur Teilnahme an einer Fotoaktion. Alle Bürger Herfords sind aufgefordert, Standorte zu benennen, wo man Bäume anpflanzen könnte. Diese Orte sollen fotografiert und an die Initiative geschickt werden. Inez Déjà: »Wir sammeln die Vorschläge erstmal bis zum Jahresende, aber auch nächstes Jahr sind weitere Wünsche willkommen.« Auf einem Flyer werden die Ziele der Initiative »Zukunftsbaum« erläutert, und man kann ihn außerdem vor die Kamera halten, wenn man den Standort fotografiert.

Per Mail oder auf Facebook

Die Vorschläge sollen danach an die Stadt weitergeleitet werden. Die Fotos aus allen Stadtteilen, auch aus dem ländlichen Bereich, sollen auf einer Karte eingefügt werden; eine Homepage ist dafür derzeit in Arbeit. Gemailt werden können die Bilder an zukunftsbaum-herford@web.de oder man postet sie auf Facebook unter ZukunftsbaumHerford.

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