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39 Infektionen bei Geflüchteten und Mitarbeitern stehen fest – kreisweit drei neue Todesfälle bekannt geworden

Corona-Ausbruch in Herforder Flüchtlingsunterkunft

Kreis Herford

Nachdem in der vergangenen Woche ein Corona-Ausbruch in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Herford bekannt wurde, hat die Kreisverwaltung jetzt neue Zahlen zu der angeordneten Massentestung aller 560 Geflüchteten und Einrichtungs-Mitarbeiter bekannt gegeben. Demnach sind bislang 39 Infektionen bekannt geworden. Betroffen sind drei Mitarbeitende und 36 Geflüchtete. Bei den Infektionen handelt es sich hauptsächlich um die Omikron-Variante. 

Aktuell sind 1861 Menschen im Kreis Herford akut mit Corona infiziert – soweit bekannt. Foto: Kreis Herford

Wie die Kreisverwaltung außerdem mitteilt, sind noch nicht alle Ergebnisse aus der Reihentestung vollständig ausgewertet, sodass noch zusätzliche Fälle dazukommen könnten.

Das Kreis-Gesundheitsamt hat zunächst bis zum 20. Januar ein Aufnahme- beziehungsweise Zuweisungsstopp angeordnet. Dann werde die Lage erneut bewertet und in Abstimmung mit der Bezirksregierung Detmold über das weitere Vorgehen entschieden. Mit dortiger Stelle befinde sich der Kreis tagtäglich im Austausch, so die Mitteilung.

In der ZUE Herford sind getrennte Bereiche für Infizierte und Kontaktpersonen eingerichtet worden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

Kreisweit sind im Kreis Herford bis Sonntag, 16. Januar, 366 neue Infektionsfälle registriert worden. Aktuell sind 1.861 Personen infiziert. Insgesamt haben sich im Kreis Herford bislang 22.594  Menschen infiziert, davon gelten 20.494 als genesen. Der Inzidenzwert liegt bei 439,8.

Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Bünde (335), Herford (579), Hiddenhausen (128), Löhne (314), Rödinghausen (58), Kirchlengern (126), Spenge (54), Enger (114) und Vlotho (153).

Zudem meldet die Kreisverwaltung im Zusammenhang mit der Pandemie drei neue Todesfälle. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen 84-jährigen Mann und eine 81-jährige Frau aus Kirchlengern sowie um einen 81-jährigen Mann aus Vlotho. Bisher sind im Kreis Herford im Verlauf der Pandemie bisher 239 Menschen gestorben: 215 "an Corona" und 24 "mit Corona".

Corona-Regeln: Das gilt jetzt im Kreis Herford

Wo und für wen gilt die 2G-plus-Regel? Mit der neuen Corona-Schutzverordnung gilt seit dem 13. Januar für manche Bereiche die 2G-plus-Regel. Das bedeutet: Zusätzlich zur vollständigen Immunisierung ist grundsätzlich ein negativer Testnachweis oder – wenn der jeweilige Verantwortliche dies anbietet – eine beaufsichtigte Testung vor Ort erforderlich.

Die 2G-plus-Regel betrifft folgende Bereiche:

- die gemeinsame Sportausübung in Innenräumen:

Gilt auch bei gleichzeitiger Sportausübung im selben Raum wie beispielsweise im Fitnessstudio und nicht nur für Mannschaftssport.

- den Besuch von Hallenbädern und Wellness-Bereichen:

Nutzung von Hallenschwimmbädern, Wellnesseinrichtungen (Saunen, Sonnenstudios, Thermen) sowie vergleichbare Freizeiteinrichtungen, bei deren Nutzung keine Maske getragen werden kann;

- die Gastronomie:

gilt nicht, wenn die Speisen und Getränke lediglich abgeholt werden;

- Musik:

Gemeinsamer Gesang bzw. andere künstlerische Tätigkeiten (gemeinsames Spielen von Blasinstrumenten), wenn hierbei keine Maske getragen wird;

- Feiern:

Private Feiern mit Tanz, ohne dass das Tanzen den Schwerpunkt bildet, sowie Karnevals- und ähnliche Brauchtumsveranstaltungen;

- Sexuelle Dienstleistungen.

Von der 2G-plus-Regel ausgenommen sind: Geboosterte, frisch doppelt Geimpfte (frisch: Impfung weniger als drei Monate her), geimpfte Genesene, frisch Genesene (Erkrankung weniger als drei Monate her), Schülerinnen und Schüler bis einschließlich 15 Jahren. Sie gelten "automatisch" als immunisiert und auch als getestet. Es sind außer des Altersnachweises keine Nachweise erforderlich. Der für 2Gplus notwendige negative Testnachweis kann durch einen Nachweis der Schule über die Schulzugehörigkeit und die Teilnahme an Schultestungen ersetzt werden.

Wer gilt als geboostert? 

Nach der neuen Coronaschutzverordnung und einem neuen Erlass des Landes NRW gelten grundsätzlich nur diejenigen Personen als "geboostert", die dreimal geimpft wurden. Das bedeutet, dass auf den vollständigen Impfschutz – für den zwei Impfungen notwendig sind – eine Auffrischungsimpfung im Abstand von mindestens drei Monaten folgen muss, um als geboostert zu gelten.

Personen, die mit dem Vakzin von Johnson&Johnson geimpft wurden, gelten bereits nach einmaliger Impfung als vollständig geimpft, da für diesen Impfstoff nur eine Impfung vorgesehen war. Um jedoch als "geboostert" zu gelten, müssen auch diese Personen insgesamt dreimal geimpft sein. Das bedeutet, dass auf die Impfung mit Johnson&Johnson nun zwei Impfungen im Abstand von mindestens drei Monaten folgen müssen, um als geboostert zu gelten.

Quarantäne-Regelungen

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat eine geänderte Corona-Test-und-Quarantäneverordnung des Landes veröffentlicht. Damit werden die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Verkürzung der Isolierung (Absonderung von infizierten Personen) und Quarantäne (Absonderung von Kontaktpersonen) bei SARS-CoV-2 Infektionen umgesetzt.

Grundsätzlich müssen sich sowohl Infizierte als auch enge Kontaktpersonen auf Anordnung des Gesundheitsamtes für zehn Tage in Isolation (Infizierte) bzw. Quarantäne (Kontaktpersonen) begeben

Nach sieben Tagen gibt es für beide Gruppen die Möglichkeit, sich frei testen zu lassen. Hierbei muss allerdings beachtet werden:

Personen beziehungsweise Berufsgruppen mit Kontakt zu vulnerablen Gruppen (zum Beispiel Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern) können sich nur mit einem negativen und maximal 24 Stunden zurückliegenden PCR-Test freitesten. Infizierte müssen zudem seit mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.

Kinder / Jugendliche aus Kitas und Schulen können sich nach 7 Tagen (Infizierte) beziehungsweise nach 5 Tagen (Kontaktpersonen) mit einem negativen und maximal 24 Stunden zurückliegenden PCR- oder Schnelltest freitesten.

Im Falle von Quarantäneanordnungen gibt es Sonderregelungen für Kontaktpersonen. Folgende Kontaktpersonen müssen nicht in Quarantäne: Geboosterte, frisch doppelt Geimpfte (frisch: Impfung weniger als drei Monate her), geimpfte Genesene, frisch Genesene (Erkrankung weniger als drei Monate her).

Schutz der kritischen Infrastruktur

Der Expertenrat der Bundesregierung hat dringend vor einer Gefährdung der kritischen Infrastruktur durch eine Vielzahl von Personalausfällen (Infektionen und Quarantäne) gewarnt. Dies wird damit als Ziel der Verordnung auch klar benannt. Neben der beschlossenen Anpassung der Quarantäneregelungen ist dafür vor allem die Begrenzung der Gesamt-Infektionszahlen erforderlich, weshalb die Gesamtinzidenz neben der Hospitalisierungsinzidenz wieder ein wesentlicher Indikator für die Erforderlichkeit der Schutzmaßnahmen wird. Der Automatismus von Anpassungen von Schutzmaßnahmen bei Veränderungen der Hospitalisierungsinzidenz entfällt folgerichtig.

Testungen vor Ort

An Orten, an denen ein Test für den Zutritt nötig ist (also bei 3G und bei 2Gplus), kann statt der Vorlage eines Testnachweises einer offiziellen Teststelle auch vor Ort beim Zutritt ein beaufsichtigter Selbsttest durchgeführt werden – so etwa beim Zutritt eines Fitnessstudios unter der Aufsicht des Empfangspersonals oder bei der Sportausübung unter der Aufsicht des Trainers oder Übungsleiters.

Dieser beaufsichtigte Selbsttest berechtigt ausschließlich zum Zutritt zum konkreten Angebot. Es kann von der Aufsichtsperson kein Testnachweis ausgestellt werden, mit dem auch andere Einrichtungen besucht werden könnten. Das können weiterhin nur die offiziellen Teststellen. Ob und in welcher Form eine Testung vor Ort angeboten wird, entscheidet der jeweilige Betreiber der Einrichtung.

Maskenpflicht

Wegen der deutlich höheren Infektiosität der Omikron-Variante werden die Ausnahmen von der Maskenpflicht reduziert und die Verpflichtung zum Tragen von medizinischen Masken ausgeweitet. Dies betrifft insbesondere die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Warteschlangen im Freien und bei Veranstaltungen und Versammlungen, sofern für sie keine 3G- oder 2G-Zugangsregelung gilt.

Vereinheitlichung bei Großveranstaltungen

Bisher galt schon die Zuschauerobergrenze von 750 Personen für Großveranstaltungen. Dies gilt künftig einheitlich auch für überregionale Veranstaltungen wie Fußballspiele.

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