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Einführung von Dorothea Goudefroy und Verabschiedung von Andreas Huneke durch Präses Annette Kurschus

Eine Zäsur im Kirchenkreis Vlotho

Vlotho

Nach 16 Jahren an der Spitze des Evangelischen Kirchenkreises ist Superintendent Andreas Huneke in St. Stephan Vlotho zum Auftakt der Sommersynode offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Als Nachfolgerin hat Präses Annette Kurschus die neue Superintendentin Dorothea Goudefroy eingeführt.

Von Christopher Deppe

Der ehemalige Superintendent Andreas Huneke, die neue Superintendentin Dorothea Goudefroy (Mitte) und Präses Annette Kur-schus (von links).

„Ein Segen, dass wir heute hier zusammen sein können“, fasste Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, den Gottesdienst in St. Stephan am Freitag-Nachmittag zusammen. Der Festgottesdienst war Auftakt der jährlichen Kreissynode im Sommer und zugleich auch der Abschiedsgottesdienst von Alt-Superintendent Andreas Huneke und der Einführungsgottesdienst der neuen Superintendentin Dorothea Goudefroy.

Der Alt-Superintendent, der bereits im Februar nach 16 Jahren an der Spitze des 17 Kirchengemeinden umfassenden Kirchenkreises in den Ruhestand gegangen war, konnte nun offiziell durch die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. h. c. Annette Kurschus, von seinen Pflichten entbunden werden. „Dein Eintritt in den Ruhestand bedeutet eine Zäsur – nicht nur in deinem persönlichen Leben, nicht nur für den Evangelischen Kirchenkreis Vlotho, sondern eine Zäsur auch in der Geschichte der Evangelischen Kirche von Westfalen“, so die Präses.

Mehr als 20 Jahre lang war Andreas Huneke Mitglied der Landessynode und wirkte in vielen weiteren Gremien und Ämtern. Als Anerkennung und Dank für seinen Dienst überreichte Annette Kurschus das bronzene Kreuz der Westfälischen Landeskirche.

Aus dem Vokalensemble „Collegium Musicum Herfordiense“ (von links): David Ludewig, Hagen Heinicke und Ekaterina Panina Foto: Christopher Deppe/Evangelischer Kirchenkreis

Den musikalischen Rahmen hatten die beiden Kantoren Līga Auguste und József Opicz organisiert und arrangiert. Gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des Vokalensembles „Collegium Musicum Herfordiense“ sangen sie Vokalmusik von Thomas Tallis, Matthias Nagel und die gottesdienstlichen Gemeindelieder. Als Sopranistin wirkte Ekaterina Panina mit, József Opicz sang Altus, Līga Auguste Alt, Tenor sang David Ludewig und als Bass Hagen Heinicke, allesamt ehemalige oder aktuelle Studierende der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Draußen auf dem Kirchplatz spielten vor und nach dem Gottesdienst die Posaunenchorleiter aus dem gesamten Kirchenkreis.

In ihrer Ansprache an Dorothea Goudefroy als neue Superintendentin sagte Präses Annette Kurschus: „Schon immer hat Sie der Blick auf den größeren Zusammenhang fasziniert. Strukturen entwickeln, die für alle taugen; einen Weg einschlagen, auf dem alle gut weitergehen können; eine Lösung suchen, die allen nützt. Sie wollen genau hinsehen und hinhören; Sie wollen Ihre Ideen mit anderen teilen und gemeinsam Kirche gestalten.“ Gemeinsam mit dem Kreissynodalvorstand führte die Präses Dorothea Goudefroy in ihr Amt offiziell ein.

Superintendentin Dorothea Goudefroy bei ihrer Predigt auf der Kanzel in St. Stephan. Foto: Christopher Deppe/Evangelischer Kirchenkreis

In ihrer ersten Predigt als offiziell eingeführte Superintendentin ermutigte Dorothea Goudefroy alle Glaubenden, die Stimme zu erheben und Kirche aktiv mitzugestalten: „Von den Gaben, die die Gemeinde aufbauen, können wir nicht genug haben! Davon wünsche ich mir Überfülle – alles andere wird von allein weniger: das Geld, die Gemeindeglieder, die Pfarrer*innen. Ducken wir uns nicht weg! Wir können Mut fassen und andere ermutigen. Wir haben eine Stimme und sie wird gehört.“

Synodalassessor Wolfgang Edler aus der Kirchengemeinde Eidinghausen-Dehme, der durch den Gottesdienst führte, überreichte an Dorothea Goudefroy und Andreas Huneke Blumen und die besten Glücks- und Segenswünsche. Dem schlossen sich zahlreiche andere Würdenträger an.

So bezeichnete Pfarrer Markus Freitag Andreas Huneke als „das Bindeglied“ zur Landeskirche, zu den anderen Kirchen in der Region, zu den Städten und kommunalen Behörden und zu den Krankenhäusern. Freitag weiter: „Du hast auf allen Kanzeln im Kirchenkreis gestanden. Uns werden die großen Kirchenkreisfeste, die Tauffeste in allen Regionen, die landeskirchliche Visitation, das Luther-Jubiläum und die Tagungen auf Langeoog, die du ins Leben gerufen hast und für die wir dir sehr dankbar sind, immer in Erinnerung bleiben.“

Pfarrerin Katharina Kenter-Töns gab selbstkritisch in ihrer Ansprache an die neue Superintendentin zu: „Wir brauchen Klartext und ihren Blick von außen. Sie gucken anders auf die Fragen, die wir hier haben. Schön, dass Sie da sind, wir freuen uns.“ Und Pfarrerin Renate Wefers erinnerte sich an den gemeinsamen Kennenlern-Spaziergang mit der neuen Superintendentin durch die Kirchengemeinde Uffeln: „Wir hatten richtiges Schietwetter, es stürmte, es goss, der Schirm schlug ständig um. Da dachte ich: Diese Frau ist sturmerprobt und wetterfest und lässt sich von nichts erschrecken. Und so etwas brauchen wir hier.“

Bürgermeister Rocco Wilken aus Vlotho überbringt Grußworte der Kommunen und Kreise. Foto: Christopher Deppe/Evangelischer Kirchenkreis

Von Bürgermeister Rocco Wilken aus Vlotho, der für die vier Kommunen und die zwei Landkreise im Gebiet des Kirchenkreises Vlotho sprach, gab es Lob für die stets gute Zusammenarbeit von Kirche und Kommunen: „Kirche vermittelt Werte die wir brauchen – jetzt mehr denn je. Und das maßgebliche Wort heißt: Gemeinsam. Es geht nur zusammen. Die Zusammenarbeit macht uns stark.“

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