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Zu wenig Computer und schlechtes Netz behindern Homeschooling

1000 iPads für Engers Schulen

Enger (WB). 800 bis 1.000 iPads sollen im Rahmen der Digitalisierung der Schulen zeitnah angeschafft werden. Das gab Verwaltungschef Thomas Meyer in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend und Sport am Dienstagabend bekannt.

Daniela Dembert

Damit Homeschooling auch funktioniert, ist es nicht nur wichtig, dass die Schüler einen entsprechenden Computer besitzen, auch die Internetverbindung muss stabil laufen. Darauf weisen Engers Schulleiter hin. Foto: Daniela Dembert

Der Erwerb von Endgeräten war im Rahmen des Programms „Gute Schule 2020“ zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin vorgesehen. Während der Corona-Krise erweise sich jetzt eine Abweichung vom Zeitplan als sinnvoll, so Meyer. Die Geräte sollen Schülerinnen und Schülern gestellt werden, die Bedarf haben. „Wir wollen genau hinschauen, wo wir unterstützen“, sagte der Bürgermeister in der Sitzung. Einen aktuellen Lagebericht über die derzeitige Homeschooling-Situation gaben die Leitungen der Engeraner Schulen.

Homeschooling

Die Vorgehensweise der Bildungseinrichtungen im Homeschooling ist unterschiedlich. Während an den Grundschulen teils noch Materialpakete geschnürt werden, läuft die Aufgabenübermittlung an den weiterführenden Schulen digital.

In der Grundschule, so Antje Thiele, Leiterin der Grundschule Westerenger, sei der Kontakt zu den Schülern ein elementarer Bestandteil der Bildungsarbeit. Deshalb telefonierten die Lehrkräfte regelmäßig mit den Kindern.

Realschule und Gymnasium nutzen die Plattform iServ, um mit den Schülern zu kommunizieren, ihnen Aufgaben zukommen zu lassen und diese bearbeitet zurück zu empfangen.

Technische Ausstattung zu Hause

Wenn auch grundsätzlich zu unterscheiden sei zwischen digital gestütztem Schulunterricht, für den die Lehrkräfte ausgebildet seien, und dem Distanzunterrichten auf rein digitalem Weg, der für alle Neuland sei, klappe alles soweit ganz gut, erklärte Realschulleiter Joachim Blombach. Allerdings gebe es immer einige Schüler, von denen man die Aufgaben nicht zum gesetzten Abgabetermin zurück bekomme.

Das konnte Dr. Ulrich Henselmeyer, Leiter des Widukind-Gymnasiums bestätigen. „Bei denen können wir nur rätseln, woran es liegt. Nicht jeder ist sofort bereit, zuzugeben, dass die technische Ausstattung zu Hause nicht so ist wie in anderen Familien.“

Die Schule vergebe zwar Leihgeräte, aber auch das nütze nichts, wenn es in den Haushalten keinen stabilen Internetanschluss gebe oder dieser durch zwei Elternteile im Homeoffice schon ausgelastet sei. Schüler aus schlechter gestellten Verhältnissen gerieten beim digitalen Lernen ins Abseits. Diesen Schülern wolle man Arbeitsplätze in der Schule anbieten. Das sei zwar aufwendig, weil laut Corona-Schutzverordnung die Klassen untereinander nicht gemischt werden dürften, sei aber machbar.

Funktionierendes W-Lan

„Funktionierendes W-Lan in den Schulen“ nennt die stellvertretende Realschulleiterin Beatrix Diel als ganz wichtige Voraussetzung, um in der Corona-Krise und darüber hinaus digitalen Unterricht abhalten zu können.

Die Verwaltung ist bemüht, die Ausstattung der Schulen mit W-Lan weiter zügig voranzutreiben. „Trotzdem bleibt das Problem, dass nicht an allen Standorten der Breitbandanschluss gegeben ist“, räumte Thomas Meyer weiterhin ein.

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