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WGE-Sekretärin Ursula Baumgarten geht in Ruhestand

Abschied nach fast vier Jahrzehnten

Enger (WB). Fast 40 Jahre saß Ursula Baumgarten im Sekretariat des Widukind-Gymnasiums Enger (WGE) und begleitete unzählige Schüler auf ihrem Weg. Nun ist Schluss: Die Sekretärin geht am Donnerstag, 28. Februar, in den Ruhestand.

Lukas Brekenkamp

Arbeitsplatz für fast vier Jahrzehnte: Ursula Baumgarten verabschiedet sich von Dr. Ulrich Henselmeyer, Schulleiter des Widukind-Gymnasiums Enger. Dabei verlässt die Sekretärin die Schule mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Foto: Lukas Brekenkamp

»38,5 Jahre war ich an der Schule«, berichtet sie. Woher sie das so genau weiß? Erst Anfang Februar haben sich die Schüler für die 63-Jährige etwas Besonderes einfallen lassen: Am Tag der Zeugnisvergabe bekam die Sekretärin einen Rosenstrauß – bestehend aus exakt 38 Blumen, und einer halben. Für jedes Jahr eine.

Drei Schulleiter miterlebt

Gelernt hat Ursula Baumgarten bei einem Rechtsanwalt, war danach von 1972 bis 1980 beim Kreis Herford. Dann führte ihr Weg ans WGE. Drei Schulleiter hat sie in den 462 Monaten an der Schule miterlebt. »Ich habe die Arbeit hier immer gerne gemacht«, betont sie. Dabei hat sich der Beruf im Laufe der Zeit deutlich verändert. »Damals hatten wir keinen Computer und nur ein Festnetztelefon – aber immerhin eine elektrische Schreibmaschine«, sagt sie lachend. Trotzdem wurden die Noten in die Abitur-Zeugnisse noch lange mühsam mit der Hand geschrieben. »Da durfte man sich nicht verschreiben.«

Auch der Umgang sei damals noch anders gewesen. »Es gab mehr Distanz zwischen den Lehrern und mir. Heute ist es alles sehr kollegial«, sagt Ursula Baumgarten. Ja, schon fast freundschaftlich. Und so wundert es kaum, dass es heute einen großen Abschied im Kollegium gibt. Dabei dürfen sich auch die Schüler freuen: Der Nachmittagsunterricht fällt dann aus. Apropos Schüler: Wie viele sie erlebt und begleitet hat, kann sie nicht genau sagen. Geschätzt sind es mehrere Tausend. Und zu vielen fallen ihr Anekdoten ein.

Schöffenamt übernommen

Nun geht es für sie also in den Ruhestand. »Bald steht als erstes ein Urlaub am Gardasee an«, verrät sie. Ausnahmsweise außerhalb der Schulferien. Und auch daneben hat sie einiges vor. »Ich möchte Sport für die Gesundheit treiben«, erklärt sie. Auch das Schöffenamt habe sie bereits übernommen. »Ich möchte mich außerdem noch ehrenamtlich engagieren«, sagt sie. »Der Kontakt mit den vielen Menschen wird mir nämlich fehlen.« Und was ist mit Fußball? Immerhin verrät ein Bayern München-Schlüsselanhänger ihre Sympathie für den deutschen Rekordmeister. »Vielleicht schaffe ich es ja, ein Spiel zu sehen«, sagt sie lachend.

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