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Betroffene fürchten, gefilmt zu werden – Polizei ermittelt

Anzeige nach Drohnenflügen

Enger (WB). Eine umherfliegende Drohne hat in Enger (Kreis Herford) mehrere Bewohner verunsichert. Die Betroffenen haben die Polizei eingeschaltet. »Ja, es sind zwei Anzeigen eingegangen. Wir ermitteln«, bestätigte gestern Polizei-Pressesprecher Michael Albrecht auf Anfrage.

Kathrin Weege

Gleich dreimal ist ein Flugobjekt ähnlich dieser Drohne in Enger in der Else- und Auguststraße aufgetaucht und hat die Bewohner verunsichert. Foto: dpa

Der erste Vorfall hat sich Anfang November in der Auguststraße ereignet. »Was genau für ein Flugobjekt es war, kann ich nicht sicher sagen. Die Betroffenen sprachen von einer Drohne. Ob diese nun wirklich Bilder, Videos oder Ton aufgezeichnet hat, ist nicht klar. Wir nehmen die Sache erst und können die Beunruhigung gut verstehen«, sagte Michael Albrecht. Es sei ein deutlicher Eingriff in die Privatsphäre.

Doch mit dem einen Vorfall nicht genug. Nur etwa 800 Meter weiter ist die Drohne dann am 21. November wieder aufgetaucht. Dieses Mal in der Elsestraße. »Beim ersten Mal hatte diese Familie noch keine Anzeige erstattet. Damals flog das Objekt bei einer Feierlichkeit über den Garten. Am 1. Dezember ist es dann aber erneut am Himmel aufgetaucht und umflog das Haus. Dann hat sich die Familie mit der Polizei in Verbindung gesetzt und Anzeige erstattet«, sagt der Polizeisprecher. Die Ermittlungen laufen, einen konkreten Verdacht gibt es aber noch nicht. Da die beiden Stellen, an denen die Drohne aufgetaucht ist, so eng beieinander liegen, sei eher davon auszugehen, dass der Steuerer des Flugobjekts nicht von allzu weit her kommt, so die Polizei.

Familien beunruhigt

Die Familie, die in der Elsestraße lebt, hat Kinder und ist deshalb besonders beunruhigt von den Vorfällen und schließt daher nun häufiger die Rollläden – beispielsweise, wenn das Kind umgezogen wird. Dass es sich nur um ein Spielzeug gehandelt haben könnte, scheint unwahrscheinlich – dafür war das Flugobjekt zu schnell und leise.

Filmaufnahmen von Fremden sind auch dann nicht gestattet, wenn sie nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind. Stichwort: allgemeines Persönlichkeitsrecht. Die Privatsphäre genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert und so geht es in Artikel 13 des Grundgesetzes um die »Unverletzlichkeit der Wohnung«. Der Mensch hat hier einen persönlichen Bereich, in dem er nicht fürchten müssen sollte, von Dritten beobachtet zu werden. Albrecht warnte aber vor Panik-Mache, auch wenn die Sache ernst zu nehmen sei.

Wer die Drohne sieht, der sollte möglichst genau beobachten, wo sie hinfliegt oder landet. »Denn ewig kann sie ja nicht am Himmel bleiben«, meint Albrecht. Außerdem rät er, dass bei Sichtung sofort die Polizei kontaktiert werden sollte, da der Verdacht auf eine Straftat vorliegt. Wer Hinweise auf das Flugobjekt geben kann, wendet sich an die Kreispolizeibehörde in Herford. erreichbar unter Telefon 0 52 21 / 88 80.

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