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Pflanzentauschbörse am Haus der Kulturen in Enger kommt gut an

Bäumchen wechsel dich

Enger (WB/dd). „Vom Samen bis zur Kult(ur)pflanze” ist das Motto der Pflanzentauschbörse, die am Samstag erstmalig am Haus der Kulturen (HdK) in Kooperation mit dem Kultur- und Verkehrsverein Enger (KuV) stattgefunden hat. Gartenfreunde waren eingeladen, ihre zu üppig gewordenen und überschüssigen Gewächse miteinander zu tauschen oder zu verschenken.

Tauschgeschäft am Haus der Kulturen in Enger: Iris Radmann (l.) hat blau- und weißblühendes Lungenkraut abzugeben, das im schattigen Garten von Johanna Burmeister bestens gedeihen dürfte. Für nächstes Jahr ist bereits eine weitere Tauschbörse geplant. Fotos: Dembert Foto:

Johanna Burmeister hat von dem Angebot gern Gebrauch gemacht. „Mein Garten ist etwas schattiger”, erklärt sie Hobbygärtnerin Iris Radmann, die ihr blaues und weißes Lugenkraut anbietet. „Mir ist wichtig, meinen Garten insektenfreundlich zu gestalten”, sagt Burmeister.

Beratung zu den angebotenen Pflanzen bekommt sie hier direkt aus erster Hand. Maria Baumann und Julie Mettenbrink, Bundesfreiwilligendienstlerinnen vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), geben an ihrem Stand Samen von verschiedenen Stauden gegen eine Spende ab und informieren über den fachgerechten Bau von Insektenhotels. „Die Samen haben wir selbst gesammelt. Dazu gibt es eine Pflanz- und Pflegeanleitung”, sagt Mettenbrink.

Ein Stück Kultur

Die Initiatoren Kordula Schimke vom HdK und Daniela Dembert vom KuV wollten mit der Tauschbörse einen anderen Aspekt von Kultur aufgreifen. „Kultur ist nicht nur Musik, Literatur und Theater”, meint Schimke. „Mit der Aktion wollen wir die Gartenkultur stärken und uns für Artenvielfalt einsetzen”, sagt Dembert. Vielleicht, so die Idee, fühlten sich auch Besitzer von Steingärten zum Ausprobieren animiert. „Das kostet ja sonst auch immer”, gibt Johanna Burmeister zu bedenken.

Verschiedene winterharte Stauden, Erdbeerpflanzen, Johannisbeersträucher, Sommerflieder, Zier-Physalis, ein kleines Weidenbäumchen und sogar Zimmerpflanzen haben ihren Besitzer gewechselt.

Kofferraum voller Pflanzen

Iris Radmann ist mit einem Kofferraum voller Pflanzen aus Löhne angereist: „Ich habe eine Parzelle im interkulturellen Schrebergarten der AWO und die platzt aus allen Nähten. Als ich von der Tauschbörse gelesen habe dachte ich, das sei eine gute Möglichkeit, meine überschüssigen Pflanzen loszuwerden.“

Den Veranstaltern kommt es nicht nur auf den Austausch von Pflanzen an. „Wir wollen Menschen miteinander ins Gespräch bringen”, erläutert Kordula Schimke die Idee.

Für das kommende Jahr ist wieder eine Pflanzen-Tauschbörse geplant. Dann soll das Angebot um Kooperationen mit anderen Vereinen und um eine Mitmachaktion wie beispielsweise Nistkastenbau erweitert werden. „Sofern Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht“, schränkt Kordula Schimke ein.

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