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Wie Engers Einzelhändler den zweiten Lockdown erleben – Verkauf per QR-Code und im Internet

Corona macht erfinderisch

Enger

Gesundheit geht eben vor.“„Der zweite Lockdown trifft uns hart. Das Geschäft vor und nach Weihnachten fehlt einfach“, sagt Jürgen Fellbaum, Inhaber der Catari-Modeläden, „doch dieDamit spricht er wohl den meisten heimischen Einzelhändlern aus der Seele.

Ruth Matthes

Sie machen mit Präsentations-Videos im Internet auf sich aufmerksam: „Catari“-Inhaber Jürgen Fellbaum und Mitarbeiterin Sabine Vogtschmidt Foto: Ruth Matthes

Um in Corona-Zeiten doch noch etwas Umsatz zu erzielen, ist Fellbaum nicht nur telefonisch erreichbar und liefert aus, sondern er hat auch seine Internetpräsenz ausgebaut: „Über die Plattform Outfit 24 sind wir nun auch bei Amazon und Zalando vertreten.“ Während die Kundinnen auf diesem Weg eher zufällig auf Ware von Catari stoßen, können sie unter OWL Outlet direkt auf den Internet-Shop des Ladens zugreifen.

Die Modeexperten präsentieren die neuen Modelle ihrer Marken nicht nur per Foto, die Verkäuferinnen Sylvia Lissel und Sabine Vogtschmidt führen aktuelle Outfits auch in Videos vor. Ein fester Kundenstamm folge ihnen regelmäßig.

Schräg gegenüber in der Buchhandlung Liebold können die Kunden noch bis 30. Dezember Buchwünsche telefonisch oder per Mail äußern. „Im Raum Enger-Spenge liefere ich die Ware dann mit Rechnung aus“, verspricht Jochen Liebold. Danach nutzt er bis 10. Januar den Lockdown für die Inventur – und um Urlaub vom Corona-Stress zu machen.

Zu Lieferanten sind mittlerweile auch Jutta Friedhoff und Claudia Schütte von „Weine & Accessoires“ geworden. „Wir haben das Glück, dass wir öffnen dürfen, um zumindest Lebensmittel und frische Blumen zu verkaufen“, sagt Schütte. Sie freue sich, dass die Blumen diesmal nicht alle geschreddert werden müssen wie beim ersten Lockdown.

„Wir haben einige Kunden, die in Quarantäne und sehr froh sind, über uns doch noch Geschenke für ihre Lieben ordern zu können“, erzählt sie, „wir haben für unseren Lieferservice schon herzliche Dankesbriefe erhalten.“

Der benachbarte Juwelier Schierholz setzt auf QR-Codes an den Schaufenstern, um seinen Schmuck an den Mann und die Frau zu bringen. „Scannen die Kunden sie mit dem Smartphone ein, erhalten sie Infos, wie sie an das gewünschte Stück kommen können“, erklärt Olaf Schierholz und fährt fort, „im Kreis Herford liefern wir noch bis zum 23. Dezember aus, die Ware kann aber auch abgeholt werden.“

Für das Familienunternehmen, das seinen Optiker-Laden offen halten darf, sei dies eine Möglichkeit, die Einbußen etwas zu verringern. „Auch wenn die vergangenen Tage noch guten Umsatz gebracht haben, rechnen wir mit 20 bis 30 Prozent weniger Einnahmen in diesem Jahr“, sagt Schierholz. Doch er habe Verständnis und befürworte den Lockdown auch im Sinne seiner Mitarbeiter. Klar sei: „Gesundheit ist mit Geld nicht zu ersetzen.“

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