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Von September an sollen die ersten Ipads an Schüler in Enger verteilt werden

Das Laptop-Zeitalter beginnt

Enger (WB). Der erste Satz Ipads, mit dem Schüler an Grund- und weiterführenden Schulen in Enger ausgestattet werden sollen, ist am 19. Juni bestellt worden. Gut 500 von insgesamt 1000 Geräten werden im September erwartet und sollen dann an Schüler verteilt werden, deren Familien den Preis von 500 Euro pro Laptop nicht aufbringen können.

Stephan Rechlin

Von September an soll an den Grund- und weiterführenden Schulen in Enger verstärkt an Laptops gelernt werden. Der Schulträger setzt auf die Marke Apple, weil dieser Konzern auch speziell entwickelte Lernsoftware bereit hält. Foto: dpa

Der Schulausschuss hat die aufgerundet 165.000 Euro teure, digitale Aufrüstung am Dienstagabend einstimmig genehmigt. Der Eigenanteil Engers an dieser Investition liegt bei rund 16.500 Euro. Auf den Vlothoer Weg – der Versorgung sämtlicher Schüler mit Laptops – mochte sich der Ausschuss erst einmal nicht festlegen. Bei 2500 Schülern würde das eine Summe von 1,2 Millionen Euro erfordern. Trotz bevorstehender Kommunalwahl kam dazu kein Beschluss zustande.

Die Ausstattung „bedürftiger“ Schüler mit Laptops weckt umgehend den Bedarf ihrer Mitschüler, wenn die im digitalen Unterricht mithalten wollen. Allerdings werden sie schon vorhandene Geräte dafür nicht nutzen können und auch ein privater Schnäppchenkauf könnte sich in den kommenden Wochen als Fehlinvestition erweisen. Denn die Schulen in Enger setzen auf die Marke „Apple“ – nicht nur wegen des überwiegend stabilen Betriebs der Geräte, sondern weil der Konzern auch eine Fülle nützlicher, auf den Schulbedarf abgestimmte Apps entwickelt hat. Die aber würden auf Laptops anderer Marken nicht ohne weiteres funktionieren.

Lieber noch warten

Mit dem Kauf eines privaten Ipads für den Unterricht sollten Familien, die kein Gerät von der Schule gestellt bekommen, besser noch warten. Zum einen steht noch nicht fest, welche Displaygröße und welchen Prozessor die in den Schulen eingesetzten Geräte aufweisen sollen. Je nach Niveau dieser Ausstattung schwanken die Preise der verschiedenen Ipads immens. Vielleicht werden sie auch wie die hochwertigen Taschenrechner für die Oberstufe in Klassensätzen über das Kommunale Rechenzen-trum Lemgo bezogen. Zum anderen sind es ja noch ein paar Wochen bis zur Wahl. Wer weiß…

Wartung, Betrieb, Reparatur und Support sind nicht im Preis enthalten. Das heißt konkret, dass sich die Lehrer darum kümmern sollen. Wer schon einmal den regelmäßigen „Update“ eines Windows-Rechners durchlitten hat, ahnt vielleicht, wie viel Zeit so ein Prozess bei einem kompletten Klassensatz fressen würde. Im Kreis Gütersloh haben sämtliche Schulen diese Arbeit ihrem technischen Dienstleister Regio IT übertragen; in vorangegangenen Sitzungen des Schulausschusses Enger wurde erwogen, das kommunale Rechenzentrum mit der Wartung zu beauftragen.

Geräte für Lehrer

Ebenfalls auf dem Weg sind 215 Laptops, mit denen sämtliche Lehrer an den Engeraner Schulen ausgestattet werden sollen. Sie werden komplett vom Land finanziert. Die Lehrer erhalten eine Einführung in den allgemeinen Betrieb des Laptops, den pädagogisch wirkungsvollen Einsatz einzelner Lern-Apps aber müssen sie sich selbst beibringen. Weil auch bei diesen Geräten Wartung und Support nicht gewährleistet sind, prüft die Stadt Herford eine Klage, mit der das Land zur Kostenübernahme verpflichtet werden soll.

Ohne Kabel gibt es keinen kabellosen Empfang an den Schulen. Der Netzausbau liegt in der Hand des Kreises. Der möchte damit die Deutsche Glasfaser beauftragen, sobald der Bund die Fördergelder freigibt. Während das Gymnasium in Enger bereits gut versorgt ist, fallen Up- und Downloadzeiten in der Realschule schon kritischer aus. So gut wie gar keinen Internet-Empfang gibt es an der Grundschule Oldinghausen-Pödinghausen.

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