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Leere Kirchen an Weihnachten: Gottesdienste in Enger erstmals gestreamt – Angebot gut angenommen

Der Segen kommt durchs Netz

Enger

Das hat es noch nie gegeben: Die Glocken läuten zum Familiengottesdienst an Heiligabend – und die Kirche ist leer. Trotzdem haben die ökumenischen Gottesdienste, die in der Stiftskirche gefeiert wurden, tausende Menschen erreicht. Über den Youtube-Kanal des Kirchenkreises Herford konnten Zuschauer live dabei sein.

Daniela Dembert

„Eigentlich sollten die Gottesdienste als Livestream Momentaufnahmen sein“, erzählt Pastor Eckardt Koch, der die Christvesper um 17 Uhr gemeinsam mit Kollegin Almut Braun und seinem katholischen Amtskollegen Carsten Adolfs gestaltet hat. „Aber selbst Superintendent Olaf Reinmuth hat angerufen und sich dafür ausgesprochen, die Gottesdienste noch eine Weile im Netz verfügbar zu halten.“

Während der Veranstaltungen waren bis zu 500 Aufrufe zu verzeichnen, weitaus mehr Menschen konnten aber mit diesem digitalen Angebot erreicht werden, wie die Rückmeldungen zeigen. „Die Leute haben teils mit der ganzen Familie vor dem Fernseher gesessen, den Gottesdienst geschaut und mitgesungen“, berichtet Koch.

Der 15-Uhr-Familiengottesdienst, der musikalisch von der Band „Krawallo“ gestaltet wurde und die Christmette, die von Pastor Stephan Horstkotte um 23 Uhr unter Mitwirkung von Harfenistin Lydie Römisch gefeiert wurde, können nach wie vor über die Links auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde Enger angeschaut werden.

„Wir feiern Weihnachten voller Hoffnung, aber in diesem Jahr vielleicht mit etwas leiseren Tönen“, hatte Pastorin Petra Savvidis im Vorlauf zum ersten Weihnachtsfeiertag angekündigt und die Liturgie sehr traditionell und festlich gestaltet. Mehr als 2.500 haben die jeweiligen Livestreams bereits angeschaut. „Dass die Zugriffszahlen noch so gewachsen sind, zeigt einen Bedarf der Menschen“, meint Eckardt Koch.

Während der Livestreams seien eine Vielzahl von netten Kommentaren abgegeben worden, die deutlich gezeigt hätten, dass man die richtige Entscheidung getroffen habe. „Für uns ist das ja auch Neuland“, räumt Koch ein. „Die Kommentare zeigen aber, man ist in Kontakt, nur eben anders als gewohnt.“ Auch ehemalige Engeraner, die der Kirchengemeinde nach wie vor verbunden seien, hätten auf diese Weise teilhaben können und sich mit Grüßen an die alte Heimat gewandt.

Die vier Veranstaltungen nehmen als einzige Live-stream-Gottesdienste des gesamten Kirchenkreises eine Vorreiterstellung ein. Möglich war dies durch die technische Unterstützung von Carsten Müller und seinem Team von PES. Koch: „Die haben sehr viel Zeit investiert und Aufwand betrieben, um alles gut in Szene zu setzen.“ Zwar zum ersten, aber „ganz bestimmt nicht zum letzten Mal“ seien die Online-Livegottesdienste gefeiert worden. Weitere sind für Silvester um 16.30 Uhr, Neujahr um 17 Uhr und zum Timpkenfest am 6. Januar um 10.30 Uhr geplant.

www.kg-enger.de

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