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Horst Vogelsang präsentiert sein Oldtimer-Motorrad am Sonntag, 1. Juli, im Kleinbahnmuseum

Die Zündapp ist das Maß aller Dinge

Enger (WB). Sein erstes Moped hat Horst Vogelsang mit 14 Jahren in Enger gefunden. »Früher lagen die überall herum«, erinnert er sich. Was damals ungeachtet am Straßenrand liegen gelassen wurde, erfreut heute das Herz vieler Motorradliebhaber – auch das des Engeraners.

Angelina Zander

Für die Ausstellung im Kleinbahnmuseum an diesem Sonntag putzt Horst Vogelsang aus Enger seine Zündapp aus dem Jahr 1953 noch einmal heraus. Momentan ist sie das einzige Oldtimer-Motorrad, das er besitzt. Foto: Angelina Zander

Deshalb kümmert sich der 65-Jährige höchst persönlich um sein liebstes Motorrad: die Zündapp DB 203 Comfort, mit 220 ccm Hubraum und 8,7 PS. Als Horst Vogelsang im Jahr 1953 in Enger geboren wurde, wurde diese Zündapp in Enger angemeldet. 1975 verkaufte er sie, verlor sie für 30 Jahre aus den Augen und kaufte sie dann in Hille zurück. »Damit sie auch noch 100 Jahre alt wird, habe ich jetzt den Tank neu gemacht«, berichtet der Hobby-Bastler.

Am Wochenende fährt Horst Vogelsang durch Spenge

Dann schiebt er die Zündapp vorsichtig aus der Garage und ist sich sicher, dass sie nach dem zweiten Treten sofort anspringt. »Vergaser zu, Benzin marsch«, kommentiert er den Prozess des Anlassens. »Nach zwei Mal springt es an, habe ich gesagt, oder?«, zweifelt er kurzzeitig an seiner Aussage und seinem Motorrad. Einmal treten, zweimal treten, dreimal treten – dann erfüllt das Motorengeräusch der Zündapp die Straße. Doch besonders freut sich Horst Vogelsang, als er das Gas betätigt. Die Zündapp zeigt ihr ganzes Klangvolumen, Horst Vogelsang geht ein breites Lächeln über das Gesicht.

Gelegentlich »puttkert« er am Wochenende noch durch Spenge und »erregt manchmal noch Aufsehen« mit seinem Oldtimer, wie er selbst sagt. Um die Instandhaltung kümmert er sich selbst: »Dieses Rad war noch nie in der Werkstatt«, berichtet er. Stattdessen wird es in der eigenen Garage repariert, so wie die zahlreichen Motorräder und Mopeds, die Horst Vogelsang in seinem Leben schon besessen hat.

Collage aller Fahrzeuge im Gartenhaus

Eine ganze Sammlung findet sich in seinem Gartenhaus: Auf buntem Papier hat er jeweils das Bild von Autos, Mopeds oder Motorrädern aufgeklebt und darunter vermerkt, in welchen Jahren er sie besessen hat. Manchmal hat er sogar den Kilometerstand vermerkt. »Mit meiner ersten Zündapp habe ich 20.000 Kilometer in zwei Jahren zurückgelegt«, sagt er mit Blick auf seine Collage.

Mit 16 Jahren hat er den Führerschein gemacht. Sein erstes Motorrad: eine Zündapp. Woher die Liebe zu diesem Modell kommt, weiß er nicht. Was er jedoch ganz sicher weiß, ist, dass sich alle zukünftigen Modelle an seinem »Traum«, wie er die Zündapp nennt, messen müssen. Gewisse Merkmale seien beim Aussehen einfach Pflicht. »Entscheidend sind der runde Scheinwerfer, Räder mit Speichen, der Tank muss da sein, wo er hingehört und der Motor muss sichtbar sein. Das ist für mich ein Motorrad«, sagt er.

Oldtimer-Ausstellung im Kleinbahnmuseum

Am Sonntag kann die alte Zündapp im Kleinbahnmuseum bestaunt werden. Dann nimmt Horst Vogelsang, wie in den Vorjahren, an der Motorrad-Oldtimer-Ausstellung teil. Im vergangenen Jahr war außerdem noch eine NSU Quickly aus dem Jahr 1965 zu sehen. Die hat Vogelsang aber im vergangenen Jahr verkauft.

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