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Alte Traktoren haben am Wochenende mehr als 3000 Besucher angelockt

Dreschfest in Dreyen

Enger (WB). Lachen und Quieken vergnügter Kinder, die mit Stroh in den Haaren und Hosentaschen in Scharen übers Feld wetzen, übertönt das Rattern und Tuckern der Maschinen beinah. Das 15. Dreschfest der Alttraktoren- und Landmaschinenfreunde lockte am Wochenende mehr als 3000 Besucher nach Dreyen.

Daniela Dembert

Maja (6) tobt mit anderen Kindern im Stroh. Von den aufgetürmten Ballen in die lockere Streu zu springen, bereitet der Erstklässlerin einen Heidenspaß. Foto: Dembert

Mit von der Partie: die freiwillige Feuerwehr, der Reiterverein Wittekind 02 und der Imkerverein Enger-Spenge. Das Fest ist nicht nur Pflichttermin für unzählige Nostalgietraktorenbesitzer und -liebhaber. Generationenübergreifend zieht es Menschen aus ganz Ostwestfalen-Lippe an. »Viele junge Familien genießen es, ihre Sprösslinge hier frei toben lassen zu können. Die Kinder haben richtig Lust, sich allein auf Entdeckungstour zu begeben«, erzählt Hartmut Vogt, Sprecher der Dreyener Alttraktorenfreunde. Er weiß: »Vielen Besuchern geht um Entschleunigung des Alltags.« Aus diesem Grund wachse auch die Zahl der Alttraktorenbesitzer, die das Fest im Zweijahresturnus mit ihren Schätzchen bereichern.

Etwa 100 Vehikel verschiedenster Fabrikate verteilen sich über das Festgelände auf dem Grund der Familien Lüninghöner, Paust, Gehring und Niederhaus. Dass die vergangenen Jahrzehnte den robusten Maschinen nichts anhaben konnten, beweisen die Veranstalter in diversen Vorführungen: mehrfach täglich werfen sie die

Dreschmaschine an, die in den 1950er Jahren von einem Lohnunternehmer von Hof zu Hof gefahren wurde. Ein staubiges Unterfangen ist das Trennen der Spreu vom Weizen. Eine große Ausstellung von Stationärmotoren zeigt, wie flexibel die Band- und Kreissägen, Schleifsteine, Pumpen und anderes angetrieben haben.

Die Besonderheit für Kenner ist ein Teerölmotor, Baujahr 1937, der in der Herforder Firma König gefertigt wurde. »Die Maschine ist neun Tonnen schwer und absolut robust. An dem Ding geht nie etwas kaputt«, versichert Hartmut Vogt. Daneben steht eine weitere Besonderheit, die das Engeraner Stadtbild lange Jahre geprägt hat: »Hannelore« wird der Transporter der Marke Hanomag liebevoll genannt, der einst hängerweise Holz für die Firma Heckewerth transportierte. Bei der Dampfeisenbahn von Friedrich Lange treffen sich Jung und Alt. Im Maßstab 1:10 hat er das kohlenbefeuerte Schienengefährt selbst gebaut.

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