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Kult-Kicker Ansgar Brinkmann plaudert im Vereinsheim Dreyen aus dem Nähkästchen

Dschungel-Fotos an Kumpel Klopp

Enger (WB). Er ist die selbst ernannte »größte Bitch im deutschen Fußball«, der Spieler, der es in seiner Karriere auf 18 Vereine und 39 Trainer bringt. Ansgar Brinkmann wird gehasst und geliebt als Typ mit Ecken und Kanten und einer nicht zu disziplinierenden Schnauze.

Daniela Dembert

Journalist Peter Schultz und Kicker Ansgar Brinkmann bei der Lesung im Dreyener Sportlerheim. Sie stellten ihr gemeinsames Buch »Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich« vor. Foto: Daniela Dembert

Am Freitagabend haben der ehemalige Arminenkicker und Journalist Peter Schultz aus dem gemeinsamen Buch »Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich« vorgetragen. Eingeladen hatte der TSV Rot-Weiß Dreyen mit Unterstützung von Radio- und Fernsehtechnik Althoff ins Vereinsheim an der Gartenstraße.

Frei von der Leber weg

Während Schultz einige Anekdoten aus dem Fußballschmöker vorlas, erzählte Brinkmann lieber frei von der Leber weg. Für seine markigen Kommentare ist der 49-Jährige berüchtigt. »Das war schon früher so«, erzählt Peter Schultz: »Alle haben sich nach Spielen um einen O-Ton von Ansgar gerissen.«

Der WDR-Reporter blickt auf eine sechsjährige Zusammenarbeit mit Brinkmann zurück, in der der »weiße Brasilianer« das aktuelle Treiben der Fußballwelt kommentiert. Die Kolumne ist samstags vormittags auf 1Live zu hören und erfreut sich einer derartigen Beliebtheit, dass aus Anekdoten und Kommentaren ein Buch entstehen musste.

Portion Selbstironie

Eine Sammlung kurzer Geschichten steckt in dem 192 Seiten starken Werk. Episoden aus Brinkmanns Leben, die er selber in der Retrospektive mit »nicht immer ganz clever« bewertet, werden mit einer ordentlichen Portion Selbstironie aufgetischt. So mancher Trainer, Spieler und Sportfunktionär bekommt sein Fett weg, wenn Brinkmann das Plaudern anfängt.

Da erfahren die 110 Zuhörer im Dreyener Sportlerheim von Benno Möhlmanns vergeblichen Versuchen, den nicht erziehbaren Brinkmann fürs Pommes-und-Currywurst-Essen direkt vor einem Spiel mit Abmahnungen zu disziplinieren, die dieser jedoch, wie grundsätzlich jegliche Post, gar nicht erst öffnete. Da erfährt der amüsierte Hörer von einem zufälligen Aufeinandertreffen mit »Gargamel« alias Trainer Hannes Linßen, »einer der besten Trainer, die ich je gehabt habe«.

Großes Herz

Für reichlich Amüsement sorgte auch die Geschichte von einer Party im Gütersloher Alex, nach der Brinkmann über eine Reihe von Taxis rannte, anschließend durch ein Schaufenster sprang und einen beachtlichen Gesamtschaden von 25.000 Mark verursachte. Unter der ruppigen Schale steckt ein großes Herz. Das schlägt für den Fußball und für schwerkranke Kinder.

Ansgar Brinkmann plaudert gerne aus dem Nähkästchen – und zwar über ehemalige Weggefährten. So schickte er Kumpel Jürgen Klopp Fotos aus dem australischen Dschungel, als er 2018 das RTL-Camp bezog. Philipp Lahm tituliert Ansgar Brinkmann als »geilen Typen, der das macht, wozu er Lust hat, und an dem ich, als er zu Probetrainings bei Arminia Bielefeld eingeladen war, eine Woche lang einfach nicht vorbei gekommen bin.«

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