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Anke Cassing und Udo Menke geben Gaststätte „Drei Kronen“ in neue Hände

Ein Abschied voll Wehmut

Enger (WB/dd). „Es fühlt sich ganz komisch an. So richtig vorstellen kann ich mir das noch gar nicht”, sagt Anke Cassing und wirft einen Blick in den zum Bersten gefüllten Saal. Am Montag hat die Engeranerin das letzte Mal die Gäste ihres Familienlokals „Drei Kronen – Cassing” bedient.

Anke Cassing und Udo Menke bekamen am Montagabend reichlich Besuch. Alle Stammgäste waren gekommen, um die Wirtsleute der Traditionsgaststätte zu verabschieden. Foto: Dembert

Mehr als 200 Gäste waren gekommen, um Anke Cassing und Ehemann Udo Menke auf Wiedersehen zu sagen und sich noch einmal ein Süppchen von der Chefin auftischen zu lassen. Verkauft ist das Gebäude, in dem die Traditionsgaststätte bereits in vierter Generation von den Cassings bewirtschaftet wurde, nun schon seit Längerem. „Fehlen werden mir die Gäste. Ich bin mit denen groß geworden”, sagt die 52-Jährige.

In den vergangenen Wochen hätten ihr die Kunden schier „die Bude eingerannt”. „Zum Glück”, meint die gelernte Köchin, „so hatte ich gar keine Chance, großartig darüber nachzudenken”.

Privater Wohnungswechsel

Wehmut überkomme sie, wenn Gäste ihr Bedauern äußerten und zurückblickten auf die kleine Anke, die sie hier haben aufwachsen sehen. Auch ein privater Wohnungswechsel steht nun an. „Das ist mein allererster Umzug und mit Sicherheit auch mein letzter”, stellt die Wirtin klar.

Wenn Ruhe in ihren Alltag gekehrt ist, wollen Udo Menke und Anke Cassing gelegentlich auf ein Getränk vorbeischauen und den Kontakt zu ihren ehemaligen Gästen halten. Denn die Wirtschaft wird vom Immobilienbesitzer Meinhard Mattwich weiter betrieben. An diesem Abend hat das Ehepaar, seine Kinder und Mitarbeiter alle Hände voll zu tun.

Auf einem Tischchen im Saal sammeln sich Präsente: Blumen, Körbe mit Leckereien und sogar ein kleines Wellnesswochenende gibt es für das Paar, das seine Gäste über so viele Jahre nicht nur mit gutbürgerlicher Küche und frisch Gezapftem versorgt hat, sondern immer auch mit einem offenen Ohr hinter der Theke stand.

Ständchen vom Männerchor

„Anke war uns die Liebste”, sagt Harry Rolf und legt seinen Arm um die Wirtin. „Wir waren mit dem Kegelclub und auch mit dem Männergesangverein von 1884 regelmäßig hier und haben immer viel Spaß gehabt, auch schon mit Ankes Eltern Waltraud und Heinrich.” Und weil’s so schön war, gab es von den Sängern des ehemaligen MGV 1884 auch ein Abschiedsständchen.

Für die Traditionsgaststätte geht es jetzt unter neuer Regie in eine Umbauphase, in der Besucher allerdings trotzdem willkommen sind und sich ihr Getränk im Saal schmecken lassen können.

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