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74-Jähriger aus Enger hat eine E-Mail mit Sparkassen-Logo von Kriminellen erhalten und will andere warnen

Vorsicht: Betrugsmails versprechen Energiepauschale

Enger

Das Hin-und-Her bei der Energiepauschale haben sich Kriminelle zu Nutze gemacht und auch im Kreis Herford Phishing-E-Mails im Namen der Sparkasse verschickt.

Von Kathrin Weege

Aktuell sind Betrugsmails unterwegs, bei der vermeintlich die Sparkasse sensible Kundendaten abfragt. Erst dann könne die Energiepauschale überwiesen werden, heißt es in der Nachricht.  Foto: dpa-tmn

Betrugsmails sind immer dann besonders gefährlich, wenn sie so „gut gemacht sind“, dass sie fast echt sein könnten. Eine solche Nachricht, bei der vermeintlich die Sparkasse einen Kunden am Ende um die Eingabe sensibler Daten bittet, hat der Engeraner Hermann Fleer erhalten. Er will nun andere Bürger warnen.

Nachricht im Wortlaut

Die Mail landet am 1. Dezember in seinem elektronischen Postfach. Gleich am Kopf ist das Sparkassenlogo aufgedruckt. „Der Text hatte kaum Rechtschreibfehler. Oft fallen Betrugsmails sonst schon dadurch auf“, sagt der 74-Jährige. Er liest also nach der förmlichen Anrede erst einmal weiter. In dem Schreiben heißt es: „Der Winter für dieses Jahr wird von Experten als heizintensiv und somit teuer eingestuft. Ein wirtschaftlicher Abwehrschirm der Bundesregierung gegen die Folgen des russischen Angriffskrieges soll deswegen die steigenden Energiekosten und die schweren Folgen für die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen abfedern. Er wurde von Bundesfinanzminister Christian Lindner gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Minister Robert Habeck vorgestellt. Der Abwehrschirm sieht unter anderem die Einführung einer Gaspreisbremse vor und umfasst Finanzmittel in Höhe von bis zu 200 Milliarden Euro. Außerdem ist der Energiebonus zurück und soll bis Ende diesen Jahres erneut ausbezahlt werden.“

Nach den einleitenden Worten heißt es, dass es eine Einmalzahlung von 500 Euro geben soll. Es folgt eine Auflistung, wer davon profitieren kann. „Um das Geld zu erhalten, soll ich meine Sparkassendaten bestätigen. Und das möglichst schnell, da sich das bisherige Anmeldeverfahren ändern soll“, berichtet der Engeraner. Er solle noch „heute“ seine Daten angeben, ein Button für einen Direktlink sei unten in der Mail.

500 Euro

Am Ende der Phishing-Mail folgt der Hinweis, dass die Auszahlung der 500 Euro bis zu vier Wochen dauern könne, bis sie auf dem Konto gutgeschrieben sei. Hermann Fleer geht mit dieser Mail an die Öffentlichkeit. „Ich habe einfach Sorge, dass Bürger auf diese Masche reinfallen könnten“, sagt er. Sei man kein Kunde der Sparkasse, würde man ja direkt merken, dass es sich um eine Betrugsmasche handele. Er hingegen sei aber Kunde des Geldinstituts. Er habe auch schon versucht, seinen Bankberater zu kontaktieren, hätte ihn aber noch erreicht. Fleer würde sich wünschen, dass Banken eine entsprechende Mail-Adresse hätten, an die man solche Phishing-Mails weiterleiten könnte.

Das sagt die Sparkasse

„Wir warnen unsere Kundinnen und Kunden regelmäßig vor betrügerischen Phishing-Mails dieser Art“, sagt Peter Platz, Sprecher der Sparkasse Herford. Die besagte Betrugsmail ist ihm bekannt: „Die E-Mails haben Betreffzeilen wie ‚Sichern Sie sich Ihre Energiepauschale!‘“ Die Sparkasse warnt: „Bitte geben Sie keine Daten auf den Phishing-Seiten ein. Ihre Daten könnten ansonsten von Betrügern missbraucht werden, beispielsweise um Sie im Namen Ihrer Sparkasse anzurufen oder für die Durchführung von betrügerischen Transaktionen. Das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe warnt darum dringend vor diesen E-Mails.“

Link nicht anklicken

Generell gelte folgender Rat, so Peter Platz. Auf keinen Fall sollten Kunden den Link in der Mail anklicken und die Nachricht stattdessen direkt in den Spam-Ordner verschieben. „Für den Fall, dass ein Kunde bereits seine vertraulichen Daten auf der Fake-Website eingegeben hat, sollte er uns unverzüglich wegen der Sperrung des Online-Banking-Zugangs und der Kreditkarte kontaktieren“, appelliert der Sparkassensprecher. Die aktuellen Sicherheitswarnungen des Sparkassen-Notfallteams finden Interessierte unter www.sparkasse-herford.de/sicherheit-im-internet.

Verbraucherzentrale warnt

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor Phishing-Mails mit dem Logo der Sparkasse. „Fallen Sie nicht auf die Masche der Kriminellen rein! Weder die Sparkasse noch eine andere Bank müsste Ihre Daten bezüglich der Auszahlung einer Energiepauschale prüfen. Folgen Sie unter keinen Umständen dem Link“, warnt auch die Verbraucherzentrale. Sie rät auf ihrer Webseite weiterhin: „Verdächtige E-Mails, die Sie selbst erhalten haben, können Sie an die E-Mail-Adresse [email protected] weiterleiten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wertet die eingehenden E-Mails aus. Auf dieser Basis informieren wir über neue Betrugsvarianten. Die Daten der Verbraucher werden dabei anonymisiert.“

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