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Autorin und Fotografin erkunden die Stadt

Enger wird ein „Heimat-Ort“

Enger (WB). Ein Großprojekt mit Strahlkraft kündigt sich an. Das Rumpelstilzchenprojekt nimmt mit dem Widukind-Museum am Literatur- und Fotografie-Projekt „Experiment Heimat“ teil, das auf Initiative des Westfälischen Literaturbüros in Unna ab dem Frühjahr 2021 in Westfalen stattfinden wird. Neun „Heimat-Orte“ werden von jeweils einem Schriftsteller und einem Fotografen besucht, die sich künstlerisch mit diesen Orten als Heimat auseinandersetzen werden.

Daniela Dembert

Regine Krull und Michael Hellwig blicken dem Projekt Heimat-Ort 2021 bereits mit Spannung entgegen. Foto: Daniela Dembert

Das Heimat-Ministerium des Landes NRW hat das Projekt mit einer Million Euro ausgestattet. Im Anschluss an die Recherchephase im kommenden Jahr werden ein Text-Foto-Band und eine Wanderausstellung zu den „Heimat-Orten“ entstehen, die 2022 präsentiert werden. Zudem erfährt das Projekt eine wissenschaftliche Begleitung, die den interkulturellen Austausch und Aspekte der Migration und Integration beleuchten wird.

Großstädterinnen blicken auf Kleinstadt

Interessant sei der Besuch der in Duisburg geborenen Autorin Lütfiye Güzel und der aus Rumänien stammenden Fotografin Loredana Nemes, findet Museumsleiterin Regine Krull: „Spannend, dass die Wurzeln der Autorin und der Fotografin nicht in Deutschland liegen und sie mit dem Hintergrund der Großstädterinnen einen Blick auf unserer kleinen Stadt werfen.“

Die Recherchearbeit der beiden, bei der sie natürlich auch mit Alteingesessenen und Neubürgern ins Gespräch kommen wollen, soll von Samstag, 19., bis Donnerstag 24. Juni, stattfinden und mit öffentlichen Aktionen wie einer Fahrradtour, Musik und Performance auf dem Barmeierplatz, einer Ausstellung in der Gerberei sowie einem Vortrag des Heimatkundlers Werner Brakensiek begleitet werden.

Schreibwerkstatt für Hobby-Autoren

Die Bewerbung als „Heimat-Ort“ des Projekts hat einen markanten Aufhänger: den Sachsenherzog Widukind. Ob dieser nun wirklich die Identität der Engeraner tief prägt oder nur ein „formaler gemeinsamer Nenner“ ist, wird im Zuge des Projekts vielleicht auch deutlich. „Dabei kann auch herauskommen, dass Widukindstadt zu sein, nicht mehr bedeutet als ein Zusatz auf einem Ortseingangsschild“ meint Hellwig. „In jedem Fall würden wir als Engeraner nie so einen Blick von außen auf die Widukindstadt und das Heimatgefühl bekommen wie die beiden Besucherinnen“, ist sich der Initiator des Rumpelstilzchen-Projekts sicher.

Dieses wird mit einer eigenen, projektbegleitenden Schreibwerkstatt an den Start gehen. Hellwig: „Wir haben das Motto einfach mal umgedreht und stellen die Frage: Heimat: Projekt gelungen?“

Die Schreibwerkstatt soll Hobbyautoren und Interessierten die Möglichkeit geben, ihren Ideen zum Begriff Heimat Ausdruck zu verleihen und ihn unter ganz unterschiedlichen Aspekten zu beleuchten. Die Ergebnisse sollen in einer Publikation und einer Ausstellung festgehalten werden.

Enger wird sich neben der Herrmann-Stadt Detmold, der Fußballmetropole Dortmund, der Kulturhochburg Bochum, Hattingen, Waltrop, dem Kreis Coesfeld, Schmallenberg und Unna präsentieren. „Vielleicht ist das ja auch eine werbewirksame Sache für die Widukindstadt“, hofft Krull.

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