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Künstler-Expo zeigt Potpourri von Eberhard Hellinge und anderen Kunstschaffenden

Entdeckung kreativer Vielfalt

Enger (WB). Zur Künstler-Expo im Kleinbahnmuseum haben sich am Samstag acht Kunstschaffende eingefunden, um ihre Werke gemeinsam mit denen des verstorbenen Bildhauers Eberhard Hellinge zu präsentieren. Anlass ist dessen 85. Geburtstag.

Daniela Dembert

Es ist der Schulterschluss eines Künstlernetzwerkes mit einem ehemaligen Mitglied, dessen Lebenswerk im Fokus steht. Zur Eröffnung lobte Bürgermeister Thomas Meyer das Engagement des ausrichtenden Vereins »Kunstlandschaften« und anderer Kreativen, das Enger zur »Hauptstadt der Kunst im Widukindkreis« avancieren lässt. Hellinge habe überall in der Stadt Spuren hinterlassen, die offenkundigste sei der Brunnen auf dem Barmeierplatz. Der Vorsitzende des Vereins »Kunstlandschaften«, Christoph Ogawa Müller, richtete sein Augenmerk auf die katholische Kirche, in der Altar, Kanzel und Kreuz von Hellinge gestaltet wurden. Im kommenden Jahr wird eine weitere Skulptur des verstorbenen Künstlers, die bronzene Königin-Mathilde-Statue, auf dem gleichnamigen Platz errichtet.

Die Familie Bergmeier hat für Arrangement und Präsentation der Hellinge-Objekte im Museum gesorgt. Hildegard Bergmeier, die mit ihren von Naturmotiven in­spirierten Ölmalereien an der Künstler-Expo teilnahm, war dem Verstorbenen sehr verbunden und hat gemeinsam mit ihm und der ebenfalls teilnehmenden Uta Schock eine Ateliergemeinschaft unterhalten.

Kunst im Kleinbahnwaggon

Markus Konsek war mit Portrait-Bildern vertreten. Er nimmt den Antlitzen die typischen Portrait-Merkmale, abstrahiert sie und überlässt dem Betrachter das assoziative Ausgestalten. Jakob Reh, der mit seinen Dot-Werken (Dots sind Punkte) schon einen Bekanntheitsgrad erlangt hat, präsentierte großformatige Bilder, deren Dynamik mit der wellenförmigen Anordnung von Acrylpunkten entsteht. Eine Reihe abstrakter Malereien mit Spachteltechnik stellte Andrea Lohmeier vor.

Im nostalgischen Kleinbahnwaggon zeigte Anke Barduhn 22 ihrer Werke. Die Kunstlehrerin verschmelzt Acrylmalerei, Zeichnungen und Fotos. »Am Anfang steht ein Farbfleck, aus dem ich zeichnerisch herausarbeite, was ich in ihm sehe«, erzählt Anke Barduhn. Zunächst ohne konkrete Idee mache sie sich einfach ans Werk und erklärt: »Das ist auch für mich das Spannende an dieser Technik.« Einen sehr beklemmenden zeitgeschichtlichen Beitrag liefert Uta Schock mit ihrem Gemälde eines Flüchtlingskindes mit Kopfverband.

Besucher auf Entdeckungstour

Mit der Wahl des Kleinbahnmuseums als Veranstaltungsort gehen die Organisatoren Carsten Gehring und Jennifer Wiebrock einen unüblichen Weg, Kunst zu präsentieren. Bewusst auf die Neutralität weißer Galeriewände verzichtend, schicken sie die Besucher auf Entdeckungstour. Vor ungewöhnlichem Hintergrund platziert, finden die Werke neue Kausalitäten. »Ich mag es, Kunst an urigen Orten zu präsentieren und erlebbar zu machen. Der Betrachter verträgt die Spannung zwischen Exponat und Örtlichkeit«, meint Carsten Gehring. So boten Christina Meißners Skulpturen mystischer Gestalten vor der rostigen Diesellok einen interessanten, unerwarteten Anblick. Nur wenige Schritte entfernt zeigte die Malerin Anna Mittag eine Auswahl ihrer Landschafts- und Blumenmalereien.

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